ein Projekt der SPG-Klasse 10a
Archiv der Kategorie: Allgemein
„Menschenrechte: Warum der 10. Dezember uns alle betrifft“
Am 10. Dezember feiern wir den Tag der Menschenrechte, denn an diesem Datum wurde 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verabschiedet. Diese Rechte – wie Freiheit, Gleichheit und Sicherheit – gelten für jeden Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht. Doch in vielen Teilen der Welt werden sie immer noch missachtet.
„Jeder hat das Recht, Rechte zu haben.“ (Hannah Arendt)
Menschenrechte sind grundlegende Rechte, die sich aus der Würde des Menschen ableiten lassen. In Deutschland wird dies durch Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes betont: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Um die Menschenwürde zu schützen, stehen jedem Menschen unveräußerliche und unteilbare Rechte zu. Dazu gehören das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit. Zu den Menschenrechten zählen außerdem bürgerliche und politische Freiheits- und Beteiligungsrechte, wie etwa die Religionsfreiheit, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sowie die Gleichheit vor dem Gesetz.
„Kulturen, die keine Menschenrechte achten, wird man verachten.“ (Monika Kühn-Görg)
Die Europäische Menschenrechtskonvention, die den Schutz der Rechte aller in Europa lebenden Menschen vorsieht, wurde von mehr als 47 Staaten unterzeichnet. Trotzdem werden Menschenrechte in vielen Ländern missachtet, oft sogar von Staaten, die entsprechende Verträge ratifiziert haben und sich formal zu deren Einhaltung verpflichtet haben. Menschen werden aus politischen Gründen inhaftiert, gefoltert oder sogar zum Tode verurteilt. Dies geschieht beispielsweise in Ländern wie Russland, China oder Pakistan. Im Irak werden die Menschenrechte besonders schwer verletzt. Dagegen gelten Island und Norwegen als die Länder, in denen die Menschenrechte am besten gewahrt werden. Deutschland belegt in diesem Vergleich den zehnten Platz.
„Fortschritt – auch in Sachen Menschenrechte-entwickelt sich immer über Krisen.“ (Tom Koenigs)
Am vom Europarat und dem Obersten Gerichtshof Litauens organisierten „Vilnius-Dialog“ nahmen unter anderem Präsidentinnen und Präsidenten, Richterinnen und Richter sowie Journalistinnen und Journalisten aus Litauen, Lettland, Estland, Luxemburg, Polen, Slowenien und der Ukraine teil. Die zentrale Botschaft der Konferenz lautete: „Die wirksame Umsetzung von Urteilen und Empfehlungen des Europarats kann dazu beitragen, Bedrohungen für die Demokratie zu verhindern und effektiv zu bekämpfen.“ Darüber hinaus riefen die Teilnehmenden die Mitgliedsstaaten dazu auf, weiterhin das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Fragen der Meinungsfreiheit zu fördern und zu schärfen.
Die Menschenrechte spielen außerdem eine entscheidende Rolle in der Migrationsdebatte, indem sie die Frage aufwerfen, wie die Rechte von Migrantinnen und Migranten gewahrt werden können und welche möglicherweise verletzt werden, wenn Migration in ein anderes Land erfolgt.
„Menschenrechte kann man nicht wie einen Lichtschalter anknipsen.“
Das Thema Menschenrechte ist aktueller denn je – mit einem Krieg direkt in Europa und den anhaltenden Krisen im Nahen Osten. Das zeigt uns, dass wir nicht nur für unsere eigenen Rechte, sondern vor allem für die Menschenrechte derjenigen kämpfen müssen, die täglich Hunger, Gewalt und Hass ausgesetzt sind. Es ist ein fortwährender Prozess. Denn hier in Deutschland betrachten wir es als selbstverständlich, ausreichend Essen und Trinken zu haben, keine Angst vor willkürlicher Gewalt zu verspüren und nicht unter der Bombardierung fremder Mächte zu leiden. Die Kriegsverbrechen in der Ukraine und in Palästina schärfen unser Bewusstsein für den unermüdlichen Kampf um die Menschenrechte, die jedem Menschen zustehen.
Deshalb gilt: „Menschenrechte kann man nicht wie einen Lichtschalter anknipsen.“
Teste dein Wissen: Suchsel zu den Menschenrechten! Wie gut kennst du die wichtigsten Begriffe rund um Menschenrechte? Unser Suchsel enthält zehn Begriffe. Findest du sie alle? Ein spannender Weg, um dein Wissen zu überprüfen und die Menschenrechte besser kennenzulernen!

Redaktion: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“- AG
https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/menschenrechtsbildung/was-sind-menschenrechte
https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/asyl-und-migration
https://www.coe.int/de/web/impact-convention-human-rights/countries
AfD bei den Landtagswahlen

Am 8. Oktober wird in Bayern wieder der Landtag gewählt und der Wahlkampf ist in vollem Gange. Doch wie stehen die Wahlberechtigten zu rechten Parteien wie der AfD und wieso sind gerade diese momentan bei den Menschen beliebt?
Der Bayerische Landtag hat mindestens 180 Sitze und wird alle 5 Jahre (zuletzt am 14.10 2018) gewählt. Ab 18 Jahren ist man hierfür wahlberechtigt. Um als Partei Sitze im Landtag zu erhalten, muss die sogenannte 5-Prozent-Hürde überschritten werden, sie muss also mindestens 5 Prozent der Stimmen gewinnen. Für die kommende Wahl wurden bereits vielerlei Wahlumfragen durchgeführt, die jedoch keine konkreten Prognosen sind und stets auch eine Fehlertoleranz beinhalten.
In den aktuellen Wahlumfragen vom 29.09.2023 für den bayrischen Landtag liegt die CSU weiterhin an erster Stelle mit 36 Prozent der Stimmen. Den zweiten Platz kann man jedoch nicht so genau voraussehen, da die Parteien Freie Wähler, Grünen und AfD sich hier oft nur durch ungefähr 1 Prozent unterscheiden, mit 15,8- 16 Prozent für die Freien Wähler, 14,7 -16 Prozent für die Grünen und 13,7-14 Prozent für die AfD. Doch auch obwohl die AfD „nur“ auf dem 4. Platz in den Wahlumfragen steht, ist ein weiterer Aufstieg der Partei nicht ausgeschlossen, aufgrund der Fehlerrate der Umfragen.
Dies ist der Stand in Bayern, doch wird auch ganz Deutschland AfD-zugewandt? Die Zahlen würden dies bekräftigen. Ein extremes Beispiel hierfür wäre das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat die AfD bei Umfragen gerade 32 Prozent der Stimmen und wäre damit die Spitzenpartei. Bei den letzten Wahlen waren es noch 16 Prozent. Auch zu bemerken ist, dass eine ebenso große Differenz zwischen West- und Ostdeutschland herrscht. Westdeutschland liegt hier bei 15,8 Prozent Stimmen für die AfD, während es laut den Wahlumfragen in Ostdeutschland ganze 27,9 Prozent sind.
Doch wie kommt es dazu? Wieso unterstützen immer mehr Menschen rechte Parteien wie die AfD? Und wieso passiert dies ausgerechnet in Ostdeutschland?
Ein Grund sei laut der Sonntagsfrage der Komplex der Energie-, Umwelt- und Klimapolitik. Für jeden zweiten AfD-Anhänger (47 Prozent) ist dies eines der wichtigsten Themen für ihre derzeitige Wahlentscheidung für die AfD. Außerdem nennen knapp zwei Drittel der AfD-Anhänger die Zuwanderung als eines der drei wichtigsten Themen für die Entscheidung, derzeit die AfD wählen zu wollen. Aber der vermutlich wichtigste Aspekt ist die Verdrossenheit mit der Regierung. Viele Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, wegen der vielen Krisen der heutigen Zeit (wie die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die Flüchtlingskrise), die weiterhin zu der Unzufriedenheit mit der Arbeit der Regierung beitragen. Die AfD wählen zu wollen, könnte deswegen eine Reaktion sein, um die Politiker für dies zu „strafen“. Denn die AfD ist fast immer gegen das, was andere Parteien befürworten. Wenn die Menschen nun steigende Unzufriedenheit mit den weiteren Parteien empfinden, behauptet die AfD eine gute Alternative zu sein, ganz gemäß ihrem Wahlprogramm „Alternative für Deutschland“.
Viele Menschen im Osten fühlen sich oftmals wie Bürger zweiter Klasse im Vergleich zum Westen und sehen sich bei Themen, wie z. B. ungleichen Löhnen und Renten, vernachlässigt von der Regierung. Sie empfinden den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland oftmals als immer noch stark bestehend und als teilweise übergangen von der Regierung. Dies mache sie vermutlich noch anfälliger für Vorhaben der AfD wie die Migration in die Sozialsysteme zu beenden.
Angela Merkel kommentierte dieses Thema in ihrem ersten TV-Interview nach ihrer Amtszeit mit Mitri Sirin für die Zdf-Doku „Am Puls – Wie viel Einheit haben wir erreicht?“. Auf die Frage, ob sie es verstehen könnte, dass Menschen im Osten dafür Verständnis geäußert haben, dass Ostdeutsche immer verstärkt die AfD wählen würden, antwortete sie folgendes : „ Nein, ich möchte dafür kein Verständnis äußern, weil ich verstehe, dass man über manches verärgert ist, dass man nicht alles gut findet, aber ich bin nicht dazu bereit, zu akzeptieren, dass man deshalb Ideen und Gedankengut unterstützt, was für mich nichts mit dem, was ich als Toleranz, oder was im Rahmen meiner Toleranz akzeptabel ist, zu tun hat. Und wenn man sich sozusagen auf Kosten anderer Menschen, auch anders aussehender Menschen, von Menschen mit anderer Biografie, profiliert, dann ist das nichts, wofür ich Verständnis habe, da würde ich immer dagegen argumentieren und würde sagen, man kann in dieser demokratischen Gesellschaft auch wirklich auch anders seine Kritik und seinen Ärger zum Ausdruck bringen.“
Doch wäre es ein Problem, wenn die AfD in Deutschland weiterhin an Stimmen gewinnt?
Meiner Meinung nach: Ja, definitiv. Die AfD ist eine sehr rechtspolitische Partei, deren Wahlprogramm und Mitglieder extreme Aussagen treffen, die, wie ich finde, in keiner Weise vertretbar sind und eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland darstellen könnten. Dies bekräftigt auch der Fakt, dass der Verfassungsschutz die AfD in Bayern als gesamte Partei beobachten kann und die Öffentlichkeit darüber informieren darf. Die Behörde will herausfinden, welchen Einfluss extremistische Strömungen innerhalb der Gesamtpartei haben und in welche Richtung sich die Partei entwickelt. Auch erklärte der Verwaltungsgerichtshof Bayern weiter: „Das LfV (Landesamt für Verfassungsschutz) geht zu Recht davon aus, dass tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen der AfD als Gesamtpartei bestehen“.
Quellen :
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afd-politbarometer-rekordwert-100.html
https://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Politbarometer/
https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3368.html
https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/sonntagsfrage/
Spieglein, Spieglein an der Wand, was wird geschehen in diesem Land? – Kunst als Spiegel und schaffende Kraft der Gesellschaft
Am 14.05.2019 ist im Auktionshaus Sotheby´s in New York das Gemälde „Meules“ von Claude Monet, auf dem ein Heuhaufen zu sehen ist, für 98,8 Millionen Euro versteigert worden. Dabei beträgt der Materialwert des Bildes gerade einmal einen verschwindend kleinen Bruchteil dieser Summe. Was macht also Kunst, abgesehen vom Bekanntheitsgrad des Urhebers, für uns Menschen so interessant und wertvoll?

Der Duden liefert die folgende Definition des Kunstbegriffs: „schöpferisches Gestalten aus den verschiedensten Materialien oder mit den Mitteln der Sprache, der Töne in Auseinandersetzung mit Natur und Welt“. Dabei beinhaltet jedes Kunstwerk, ob gemalt, gesprochen, gesungen oder geschrieben, Aussagen und Informationen, deren Interpretation von der persönlichen Lebenslage des Publikums abhängt.
Kunst stellt einen zentralen Unterscheidungsaspekt zwischen Maschinen und Menschen, denen im Gegensatz zu Maschinen Kreativität innewohnt, dar. Für das Ausleben von Kreativität steht dem Menschen die ganze rechte Gehirnhälfte zur Verfügung. Das allein ist schon der Beweis dafür, dass Kunst für das Wohlergehen des Menschen notwendig ist. Schließlich wird sie nicht ohne Grund als Therapiemittel eingesetzt, denn sie ermöglicht den Ausdruck und die Verarbeitung von schwer zu äußernden Dingen, wie unfassbare Gefühle, Gedanken oder Erlebnisse. Somit werden sie als Kunstwerk zu einem greifbaren und informativen Objekt.
Die Funktionen von Kunst gehen aber weit über den persönlichen Nutzen hinaus und hierbei kommt ihr historischer Wert für die Gesellschaft ins Spiel.
Kunst ist eine Form der Reflexion und im Laufe der Geschichte ständig in Bewegung. Sie spiegelt soziale, politische oder landschaftliche Zustände zur Zeit ihrer Entstehung wider. Das kann entweder durch den offensichtlichen Inhalt eines Werkes geschehen, oder man kann Veränderungen in den Ausdrucksformen und Stilrichtungen über einen längeren Zeitraum feststellen, was oft auf eine gesellschaftliche Veränderung hinweist. Ein Beispiel hierfür ist das Individualporträt, das erst im späten Mittelalter aufgekommen ist. Zuvor waren die unterschiedlichen Menschen fast ausschließlich an verschiedenen Attributen, die ihnen oder ihrem Stand zugeschrieben wurden, erkennbar, oder eben nicht erkennbar. Das Portrait, das die individuellen Gesichtszüge zeigt, lässt eine gestiegene Wichtigkeit und Wertschätzung der individuellen Person vermuten.
Doch warum sagt Karl Marx: „Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält, sondern ein Hammer, mit dem man sie gestaltet“?
Neben der eben beschriebenen repräsentativen Rolle hat Kunst auch eine aktive, gestalterische Rolle in der Gesellschaft und ein Künstler kann entweder bewusst oder unbewusst Einfluss auf die Menschen ausüben.
Wie bereits erwähnt, verfügt der Mensch über Kreativität, die ihn zum Künstler macht. Mit dieser Kreativität kann er innovative Ideen entwickeln, die er in seiner Kunst präsentiert. Dabei überschreitet der Künstler Grenzen, fordert und provoziert sein Publikum, wodurch Reibung erzeugt wird, was die Menschen wiederum zum Nachdenken anregt. Dies kann zusätzlich intensiviert werden, indem der Künstler seine Kunst auf eine bestimmte Zielgruppe zuschneidet, da er dadurch seine Botschaft auf eben diese zuschneiden kann. Mit der Zeit kann sich das Bewusstsein und das Weltbild der Menschen verändern, was wiederum einen gesellschaftlichen Wandel mit sich zieht. Kunst kann als eine Leinwand, gefüllt mit unvertrauten Dingen, fungieren, deren Betrachtung beim Publikum eine jeweils individuelle Reaktion hervorruft, wie zum Beispiel die Bildung von Toleranz und Weltoffenheit.
Beim Einsetzen von Kunst als formendes Werkzeug ist das Publikum häufig empfänglich für die Botschaft, da es sich selten angegriffen oder in die Enge getrieben fühlt. Auf diese Weise gelingt es den Künstlern meist, ernste Themen oder Kritik anzusprechen, ohne auf Ablehnung zu stoßen. Ein gängiges Beispiel dafür ist der Bereich Satire. Hier adressieren die Performer oft gesellschaftliche Probleme auf unterhaltsame Weise. Das gibt dem Publikum die Wahl, das Problem einfach nur als Witz abzuschreiben und sich nicht bewusst weiter damit auseinanderzusetzen, aber dennoch kann das Unterbewusstsein die Aussage abspeichern und damit arbeiten. Die andere Möglichkeit ist die aktive Beschäftigung mit dem Problem. Aber egal, auf welchem Weg, der Künstler erzielt eine Bewusstseinsveränderung beim Publikum und auf diese Weise wird Kunst, als Werkzeug zum Fortschritt, zu einer aktiven Kraft.
Der immaterielle Wert von Kunstwerken übersteigt den materiellen also um das Vielfache, denn ein Bild ist eben nicht immer nur ein Bild und ein Lied ist nicht immer nur ein Lied. Jedes Werk verfügt über irgendeine Macht, da es etwas vermittelt und im Betrachter etwas hervorruft. Kunst bereichert unser Leben – nicht nur als Geldanlage – in vielen Bereichen, die uns gar nicht immer bewusst sind. Eines ist aber klar: Ohne Kunst wäre die Menschheit nicht dahin gelangt, wo sie heute ist.
Quellen:
https://www.grin.com/document/313125
https://www.deutschlandfunkkultur.de/kunst-kann-die-gesellschaft-veraendern-100.html
Was ist Kunst? Und wieso brauchen wir sie? Ein Interpretationsversuch
https://herrhausen-weiter-denken.de/artikel/eine-frage-der-kultur
Kunst als Spiegel der Gesellschaft
https://www.scinexx.de/businessnews/wie-kunst-die-psyche-beeinflusst/
35 Gründe für Kunst und Kultur
Podcast: Mittwoch
Wie weihnachtet es woanders?

Weihnachtstraditionen in anderen Teilen der Welt
Es ist der 24. Dezember, Heiligabend. Nach dem Besuch in der Kirche, um sich das Krippenspiel und natürlich auch den Gottesdienst anzuschauen, geht es meist auf zu den Großeltern zum Abendessen. Es gibt Würstchen mit Kartoffelsalat und danach noch ein leckeres Dessert. Und dann kommt auch schon der Moment, auf den alle Kinder schon den ganzen Tag gewartet haben: die Bescherung. Nun dürfen endlich die Geschenke ausgepackt werden, die das Christkind vorher vorbeigebracht hat. Der restliche Abend wird mit Gesellschaftsspielen und einem besinnlichen Beisammensein verbracht. Groß aufgekocht wird dann erst am 1. oder 2. Weihnachtsfeiertag, wenn die ganze Familie beisammen ist. So wird das Weihnachtsfest wahrscheinlich bei den meisten von uns hier in Deutschland aussehen, aber wie ist das eigentlich in anderen Ländern und Kulturen?
Gehen wir zuerst einmal nach Brasilien, das Land aus dem uns wohl eher die Karnevalstraditionen bekannt sind.
Weihnachten fällt in Brasilien in den Sommer, man hat also eher Hitze und geht sich sonnen am Strand, anstatt Schneemänner zu bauen und Schlitten zu fahren. Trotzdem sind hier die Straßen und natürlich auch die privaten Häuser schön weihnachtlich dekoriert, mit vielen Lichtern und bunten Kugeln. Weihnachtsstimmung ist also auf jeden Fall zu finden, trotz den hohen Temperaturen, obwohl das für uns Europäer in gewisser Weise unvorstellbar wirkt. Am größten wird auch hier am 24.12 gefeiert – dem véspera de natal. Hierbei steht, neben dem Besuch von papai noel, vor allem das große Festmahl, das ceia de natal, im Vordergrund. Die ganze Familie kommt zusammen und es gibt oft Truthahn, der mit farofa gefüllt ist – dazu noch viele Beilagen und viel Auswahl an Desserts, z. B. brigadeiros.

Anschließend wird viel zusammen getanzt und gesungen, denn die Brasilianer sind grundsätzlich sehr lebhaft. Die Bescherung, auf portugiesisch troca de presentes, findet um Mitternacht statt und dazu kommen noch Feuerwerke, besonders in großen Städten um die Geburt Jesu zu symbolisieren. Außerdem findet traditionell um Mitternacht eine katholische Messe statt, die missa do galo. Am ersten Weihnachtsfeiertag stehen anschließend Besuche beim Rest der Familie und Freunden an.
„Ich würde gerne mal wieder Weihnachten in Brasilien verbringen. Es ist ganz anders als hier in Deutschland, aber trotzdem sind beide Arten zu feiern auf ihre eigene Weise toll“, sagt Gabriel D., der aus einer deutsch-brasilianischen Familie kommt und als Kind auch einige Jahre in Brasilien lebte.
Litauen, ein Land, von dem tatsächlich viele kaum etwas wissen und vor allem nicht über die Weihnachtsbräuche dort, denn es gehört eben nicht zu den ganz typischen Reisezielen für uns Deutsche, so wie Italien oder Frankreich, obwohl es eigentlich gar nicht so weit entfernt liegt.

Weihnachten in Litauen basiert bis heute auf christlichen Traditionen mit heidnischen Wurzeln. So fasten viele noch in der Zeit vor Weihnachten und putzen auch ihr gesamtes Haus, damit es am Festtag absolut sauber ist. Wenn es dunkel ist, kommt dann die ganze Familie zum Essen zusammen, dabei wird allerdings immer ein Platz am Tisch freigelassen, für verstorbene Verwandte oder Bedürftige, die spontan zum Festmahl eingeladen werden. Dieses demonstrative Zeigen der Gutmütigkeit soll dann im kommenden Jahr Glück bringen. Das Essen an Heiligabend besteht meist aus 12 Gängen – eine Symbolik für die 12 Apostel. Die Gänge sind alle ganz unterschiedlich so gibt es z. B. Suppen, Fischgerichte oder süßes Gebäck, allerdings kein Fleisch, denn das wird in Litauen erst am 1. Weihnachtsfeiertag gegessen.
Eine wichtige Tradition ist das Strohhalmziehen, wobei das Stroh unter einem Tuch die Krippe Jesu darstellen soll und die Strohhalme je nach Länge und Dicke für unterschiedliche Dinge stehen, z. B. für Wohlstand, Glück oder ein langes Leben. Natürlich kommt auch der Weihnachtsmann und verteilt Geschenke an die Kinder und nicht selten gehen die Erwachsenen um Mitternacht noch in die Kirche.
Weihnachten ist in allen Ländern und Kulturen die Zeit der Besinnung, in der man mit der Familie zusammenkommt und sich eine schöne Zeit macht. Unabhängig vom Wetter oder den Traditionen ist es wahrscheinlich für fast alle Menschen der Welt eine der schönsten Zeiten des Jahres. Wer einmal etwas Neues an Weihnachten machen möchte, kann einfach ein Multi-kulti-Fest feiern, und verschiedene Traditionen aus anderen Ländern durchführen und z. B. typisch brasilianisches Essen kochen und danach das litauische Strohhalmziehen durchführen. Frohe Weihnachten, feliz Natal und linksmų Kalėdų!
Quellen:
https://www.aventuradobrasil.de/blog/wie-feiert-man-in-brasilien-eigentlich-weihnachten/
https://www.reisetipps.cc/news/1764/so-feiert-litauen-weihnachten-und-silvester/
https://www.linguee.de/deutsch-litauisch/uebersetzung/frohe+weihnachten.html
EM 2021 – das Fußballevent stand bevor, Corona war sofort vergessen: eine Bilanz

„Die UEFA ist für den Tod von vielen Menschen verantwortlich.“, so SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Doch trifft Kritik wie diese auf fruchtbaren Boden? Natürlich nicht. Dass die Disziplin bei der Einhaltung der Vorschriften zur Bekämpfung der Pandemie in den vergangenen Monaten nun mit dem Zulassen von Zuschauern im Stadion belohnt wurde, ist nachvollziehbar und ein Schritt zurück zur Normalität.
Der von einer breiten Menge der Bevölkerung geforderte Mut, die Stadien zu öffnen, hat sich gelohnt. Doch Mut wird schnell zu Übermut und aus den 14.000 Zuschauern in München werden fast 45.000, die sich beim Achtelfinale zwischen Deutschland und England im Wembley-Stadion vergnügen und dies, anders als vermutet, nicht mit, sondern oftmals ohne Masken und Abstand tun.
Das Viertelfinale zwischen der Schweiz und Italien findet im Corona-Hotspot St. Petersburg statt und Premierminister Boris Johnson lässt sich feiern, weil er den Briten Fußball und Spaß zurückgibt. England steht im Finale und 60.000 Zuschauer sitzen im Stadion, Maskenpflicht ist selbstredend Fehlanzeige. Alles wäre schön und gut, wenn das Virus beim Fußball eine Ausnahme machen würde. Leider Gottes ist dies aber nicht der Fall. Und obwohl natürlich, wie immer, alle gleich sein sollen, gibt es für den Fußball Ausnahmen. Während die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt und mit leeren Stadien stattfinden, droht die UEFA der Stadt München bereits vor der EM die Spiele zu verlegen, falls die Bayerische Staatsregierung keine Zuschauer im Stadium zulassen sollte. Dies alles sei „absolut verantwortungslos“, so Seehofer und „bedenklich“ laut Olaf Scholz. Und die nun wieder rasant gestiegenen Zahlen positiver Coronafälle gaben den Politikern in diesem Fall recht. Neun Fans werden nach dem Spiel Dänemark gegen Belgien als infiziert gemeldet. Fünf weitere in der darauffolgenden Partie gegen Russland. Nach einem weiteren Spiel in St. Petersburg berichtet allein die finnische Behörde von mindestens 300 weiteren Infizierten. Die russische Metropole meldet nach den Spielen Schwedens gegen Polen und die Slowakei einen Höchstwert an Corona-Toten. Stoppt Staatschef Wladimir Putin die Ausrichtung von EM-Spielen in St. Petersburg daraufhin? Leider nein, die Durchführung der Spiele mit Zuschauern in den Stadien wird weiterhin verteidigt. Zur Krönung des Ganzen stecken sich etwa 1.300 der schottischen Fans bereits am zweiten Spieltag in London an. Und dennoch machte die UEFA keinerlei Anstalten den Spielplan zu ändern oder Spiele zu verlegen.
Ganz im Gegenteil, mit ihrer Drohung, London das Endspiel zu entziehen, wird bewusst ein Umdenken zu mehr Lockerungen in Wembley provoziert. Die Union der Europäischen Fußballverbände versteht sich jedoch darin, jede Verantwortung auf die lokalen Behörden zu übertragen und zieht sich damit gekonnt aus der Affäre. Was ursprünglich in ganz Europa für Begeisterung und positive Schlagzeilen sorgen sollte, schlägt zu positiven Tests sowie Missgunst in Politik und Bevölkerung um. Europa befindet sich offensichtlich im Zwiespalt. Auf der einen Seite schlagen die Herzen aller Fußballfans höher, als nach einem Jahr mit Geisterspielen wieder die Tribünen beben. Auf der anderen Seite sind die Lockerungen im Zuge der EM verantwortungsloser, als es die meisten zu träumen wagten und die Folgen größer als vorab vermutet. Es haben sich Tausende infiziert, die jetzt wiederum weitere Tausende infizieren. Allein bis Ende Juni berichtete die ECDC von über 2.500 Corona-Ansteckungen, die direkt in Verbindung mit der Fußball-EM stehen. Die UEFA ist während des ganzen Turniers vollkommen uneinsichtig, schiebt die steigenden Zahlen auf die Pubs aber keinesfalls auf den Fußball, da sich laut UEFA-Präsident Ceferin „alle Teams hochprofessionell verhalten“ und sie „auch in den Stadien sehr strikt“ seien. Die Aussage, dass sich die Menschen bei den Spielen infiziert hätten, sei laut Ceferin beweislos und enttäuschend.
Insgesamt war die EM dieses Jahres sicherlich vor allem für die Fußballfans ein Zeichen der Hoffnung, dennoch war die Art und Weise, wie sie abgehalten wurde, riskant, wenn nicht gerade töricht. Das volle Ausmaß der Schäden wird sich im Laufe der nächsten Wochen zeigen, doch schon jetzt verbreitet sich die Delta-Variante rasant in großen Teilen Europas. Mitschuld des Turniers? Umstritten, aber wahrscheinlich.
Historische Wahlen in Deutschland

Am 26.09.2021 wurde in Deutschland eine neue Regierung gewählt. Auch hier am Gymnasium Seligenthal haben die Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse bei der Juniorwahl abstimmen dürfen. Doch wie funktioniert das denn jetzt alles? Was sind die aktuellen Koalitionsaussichten, einige Wochen nach der Wahl?
Gerade finden Sondierungsgespräche statt, bei denen verschiedene Parteien, die gemeinsam eine Mehrheit im Parlament erreichen können, miteinander diskutieren und prüfen, ob eine gemeinsame Regierung überhaupt möglich wäre. Da wir diese Legislaturperiode 735 Sitze im Parlament haben, benötigen die Parteien insgesamt 368 Abgeordnete, um eine Mehrheit zu bilden.
Sollten sich die Parteien bei ihren Sondierungen einig werden, kann es mit den Koalitions- oder auch Regierungsverhandlungen weitergehen, an deren Ende ein gemeinsames Regierungsprogramm steht. Dieses Programm soll bestmöglich die Regierungsversprechen aller beteiligten Parteien berücksichtigen, was natürlich aufgrund von teils ganz unterschiedlichen Positionen schwer bis unmöglich ist. Darum müssen alle regierungsinteressierten Parteien oft zurückstecken oder einige ihrer Wahlversprechen komplett streichen. Kompromisse sind also das A und O einer funktionierenden Regierung. Das erarbeitete Programm fungiert dann in den kommenden vier Jahren bis zur nächsten Wahl als eine Art Leitfaden der Regierung.
Aktuell findet man ja in der Politikrubrik einer jeden Zeitung hierzulande Ausdrücke wie Ampel- oder Jamaika-Koalition, welche auf die Farben der beteiligten Parteien dieser Koalitionsmöglichkeiten anspielen: Bei der Ampel-Koalition wären das Rot für die SPD, Gelb für die FDP und Grün für, natürlich, die Grünen. Die jamaikanische Flagge enthält die Farben Schwarz, Grün und Gelb, also wäre hier die Union, bestehend aus CDU und CSU, anstatt der SPD in der Regierung.

Zudem wäre auch die sogenannte GroKo eine Möglichkeit, also ein Zusammenschluss der SPD und der Union. Jedoch wurde diese Regierung bereits mehrfach vom Kanzlerkandidaten der SPD, Olaf Scholz, ausgeschlossen. Auch die Wählerinnen und Wähler scheinen sich keine erneute GroKo zu wünschen, so sehr wie die Unionsparteien abgestürzt sind bei dieser Wahl: 2013 noch bei 41,5%, wurde die ehemalige „Volkspartei“ (‚ehemalige Volkspartei‘, da es Zeiten gab, in denen die Union über 50% der Stimmen erhielt) dieses Jahr mit einem historischen Tief von 24,1% abgestraft. Auch eine Koalition mit der rechtspopulistischen „Alternative für Deutschland“, kurz AfD, schließen alle anderen Parteien aus.
Vielleicht erinnert sich manch einer hier noch an das Zitat „Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren“ von Christian Lindner, als die FDP sich 2017 aus den Sondierungen mit der Union und den Grünen zurückzog, da sich nach der Auffassung der Parteispitze keine Vertrauensbasis oder gemeinsame Ideen für die Modernisierung Deutschlands finden ließen. Vielleicht bereut die FDP es inzwischen etwas, damals ausgestiegen zu sein, denn sie ist der Union inhaltlich sehr viel näher als der SPD oder den Grünen. Doch dieses Jahr stellt die Ampel-Koalition eine ernstzunehmende Konkurrenz gegenüber der Jamaika-Koalition dar, um nicht zu sagen: zu 99,99% bekommen wir für diese Legislaturperiode eine Rot-Gelb-Grüne Regierung, wie es sie in Rheinland-Pfalz aktuell gibt und auf Länderebene zuvor schon mehrfach gab.
Die Union zog sich diesen Herbst erstmals in der Geschichte unserer Bundesrepublik von einem Regierungsanspruch zurück, stand aber zur Verfügung, sollten sich Rot, Gelb und Grün nicht einigen können. Doch genau das war nun wohl möglich. Somit ist die Union ziemlich sicher in der Opposition.
Die Motivation schien bei allen Ampel-Beteiligten weitaus größer: „Scheitern ist eigentlich keine Option“ sagte Robert Habeck (Die Grünen). Auch wird diese Bundesregierung mit die letzte sein, die noch wirklich aktiv der Klimakrise entgegenwirken kann – also handelte es sich um eine historisch wirklich sehr relevante Wahl, welche über unser aller Zukunft entscheiden wird. Deutschland bekannte sich 2015 im Pariser Klimaabkommen zum 1,5°-Ziel und sollte daher schleunigst beginnen, Methan- und CO₂-Emissionen zu minimieren oder zumindest den Grundstein dafür legen. Doch Klimaschutz ist nur ein Punkt, der für das Regierungsprogramm ausdiskutiert werden muss.
Also, was kam raus bei den Sondierungen?
- Einkommens-, Unternehmens- und Mehrwertsteuern sollen nicht erhöht werden
- Der Mindestlohn soll auf 12€ pro Stunde angehoben werden
- Ausstieg aus der Kohleverstromung soll bis möglicherweise 2030 umgesetzt werden
- Ausbau der erneuerbaren Energien soll „drastisch“ beschleunigt werden
- „Alle geeigneten Dachflächen“ sollen künftig für Solarstromerzeugung genutzt werden (Bei gewerblichen Neubauten verpflichtend, bei privaten soll es die Regel werden)
- Es soll kein generelles Tempolimit auf Autobahnen kommen
- Hartz IV soll durch ein sog. „Bürgergeld“ ersetzt werden
- Das System der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung soll erhalten bleiben
- Mindestrentenniveau und Renteneintrittsalter sollen gleich bleiben
- Kinderrechte sollen im Grundgesetz verankert werden
- Das Wahlalter für die Wahlen zum Deutschen Bundestag und Europäischen Parlament soll auf 16 Jahre gesenkt werden
- Unsere Verwaltung soll „agiler“ werden – die Verfahrensdauer soll mindestens halbiert werden
Man beachte hierbei, dass die eigentlichen Koalitionsverhandlungen von SPD, FDP und den Grünen gerade erst beginnen und sich die Parteien auch noch anderweitig einigen könnten, wenn es jetzt ernst wird.
Wir alle wünschen uns eine kooperative und handlungsfähige Regierung in unserem Land, die sich auch mal traut, wichtige Zukunftsthemen anzupacken, unser Deutschland weiterzuentwickeln und so ein progressives und zeitgemäßes Land zu schaffen, in dem wir alle gut und gerne leben. Werden wir es also mit unserer neuen Regierung schaffen, diese vielen, neuen Schritte in unsere Zukunft zu meistern? Wir alle können nur hoffen und gespannt auf die richtigen Koalitionsergebnisse warten, welche durchaus viel über die angestrebte Zukunft unseres Landes verraten werden.
Quellen:
https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/bundestagswahlen/340992/sitzverteilung
https://www.bundestag.de/parlament/wahlen/ergebnisse_seit1949-244692
https://www.bundesrat.de/DE/bundesrat/verteilung/verteilung-node.html
https://www1.wdr.de/nachrichten/bundestagswahl-2021/faq-begriffe-wahl-100.html
Kinderarbeit in Indien – ein kurzer Überblick

Indien ist definitiv ein Land, welches unterschiedlich in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Auf der einen Seite steht die Schönheit der indischen Kultur, Geschichte und der Umwelt und auf der anderen Seite starke Luftverschmutzung, Überbevölkerung und Armut.
Während es, ohne jeden Zweifel, viele wichtige Probleme gibt, die angesprochen werden müssen, übersehen wir oft eine der signifikantesten Angelegenheiten in Indien – Kinderarbeit. Weltweit wird Millionen Kindern die Chance auf Bildung, eine glückliche Kindheit und eine erfolgreiche Zukunft genommen.
Aber ist Kinderarbeit in Indien wirklich noch so ein großes Problem und was wird dagegen unternommen? Helfen die Maßnahmen dabei, die Zahl der Kinder zu reduzieren, die in Fabriken, auf dem Land und in Restaurants ihre Kindheit verbringen müssen?
Kinderarbeit – ein globales Problem, welches als Ausbeutung von Kindern (Personen unter 14 Jahren) in jeder möglichen körperlichen Arbeit definiert ist. In diesem Alter ist ein Kind dazu bestimmt zu wachsen, seine Kindheit in vollen Zügen zu genießen, Bildung zu erhalten, Werte zu erlernen und vieles mehr. Doch stattdessen wird es genötigt zu arbeiten und für sich und seine Familie Geld zu verdienen. Dies beeinflusst nicht nur die physische und psychische Entwicklung des Kindes, es bedeutet auch eine sehr große Verantwortung, seine Familie zu unterstützen. Außerdem heißt es laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO „International Labour Organisation“), dass Kinder, welche im Alter von unter 14 Jahren arbeiten, nicht fähigseien, sich mental, sozial, physisch und moralisch zu entwickeln.
Einem Bericht der ILO aus dem Jahr 2017 zufolge ist die Zahl der Kinderarbeiter/-innen weltweit von 246 Millionen im Jahr 2000 auf 152 Millionen im Jahr 2016 gesunken. Nichtsdestotrotz werden weiterhin Millionen von Kindern als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, vor allem in Ländern wie Indien. Die Hauptbundesstaaten, in denen Kinderarbeit hier ein großes Thema ist, sind Bihar, Uttar Pradesh, Rajasthan, Madhya Pradesh und Maharashtra. Die meistverbreiteten Formen von Kinderarbeit in Indien sind dabei zum Beispiel Sklaverei, Kinderhandel, Zwangsarbeit und Bettelei.
Doch gibt es Maßnahmen, um die Zahl der Kinderarbeiter/-innen weiterhin zu senken? In den letzten Jahrzehnten hat die indische Regierung einige Gesetze akzeptiert, um gegen Kinderarbeit angehen zu können. 1933 wurde beispielsweise ein Gesetz in Kraft gesetzt, welches gefährliche Tätigkeiten, die die mentale, spirituelle, moralische oder soziale Entwicklung für Jungen und Mädchen jünger als 18 Jahre schädigen könnte, untersagt.
Trotzdem kann die Ausbeutung aus verschiedenen Gründen fortgeführt werden. Ein Auslöser ist, dass viele Menschen Gesetzeslücken im indischen Gesetz ausnutzen, was ihnen erlaubt, Kinder arbeiten zu lassen, wenn die Tätigkeit Teil des Familienbetriebs ist. Dass das aber nicht immer der Fall ist, dürfte jedem bewusst sein.
Was ist nach dem kurzen Überblick festzuhalten? Ist Kinderarbeit in Indien wirklich noch so ein großes Problem? Definitiv. Trotz einiger Gesetze, die Kinder vor Ausbeutung in Indien schützen sollen, gibt es immer noch viele, die in Restaurants, in Fabriken und auf dem Land in ganz Indien zur Arbeit genötigt werden. Die politische Situation muss sich ändern. Damit dies geschieht, könnten Gesetze gegen Kinderarbeit verschärft und strenger vollzogen werden. Zwar ist die Zahl der Betroffenen fast um ein Drittel zurückgegangen, dennoch bleibt Kinderarbeit eine Herausforderung, die weiterhin ein wichtiges Thema bleibt und zudem immer noch ein Hindernis für viele Kinder darstellt, ein glückliche Kindheit zu erleben.
Deshalb sollte uns im Gedächtnis bleiben: Während wir unsere Jugend, Bildung und Möglichkeiten unsere Zukunft zu gestalten genießen, müssen Kinder, jünger als wir, in Fabriken, auf Feldern und in Stollen arbeiten, bekommen wenig Lohn und müssen mit für ihr Familie sorgen.
Quellen:
https://theirworld.org/explainers/child-labour
Volksentscheide bundesweit?

Liebe Leser des Piepermagazins,
in diesem Leserbrief greife ich das durchaus umstrittene Thema der bundesweiten Volksentscheide auf, um das eigenständige Denken so vieler Leser wie möglich anzuregen. Auf dieses Thema kam ich durch ein Plakat mit der Aufschrift „Jetzt ist die Zeit. Volksentscheid. Bundesweit.“
Meine Person steht diesem Vorschlag sehr positiv gegenüber, denn ich als Schüler des sozialwissenschaftlichen Gymnasiums besitze zu dieser Thematik eine stark fundierte Meinung, die ich nun schildern werde.
Der erste Punkt besteht darin, dass die Politikverdrossenheit in den letzten Jahren stark zugenommen hat, wie v. A. an den Beteiligungen an den Bundestagswahlen ersichtlich ist. Diesem kritischen Prozedere könnten bundesweite Volksentscheide entgegenwirken, weil die Möglichkeit, wirklich aktiv an konkreten Entscheidungsprozessen teilzunehmen und nicht lediglich Repräsentanten zu wählen, denen man für vier Jahr vollstes Vertrauen schenken muss, auch die Bereitschaft der Menschen sich in politischen Themen weiterzubilden erhöhen würde.
Ein weiterer signifikanter Aspekt, der wahrscheinlich sogar Wichtigste, ist, dass der Bundestag immer wieder Entscheidungen gegen die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung getroffen hat. Zwei bekannte Beispiele hierfür sind zum einen der Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan ab 2001 sowie die Einführung der umstrittenen Sozialreform Agenda 2010. So etwas kann geschehen, weil man einem Abgeordneten bzw. einer Partei seine Stimme am Wahltag gibt. Es ist aber schlicht und einfach nicht möglich, dass zwei Menschen über vier Jahre hinweg bei allen Themen die gleichen Ansichten besitzen. Somit kann man in der indirekten Demokratie nicht mit Gewissheit behaupten, dass die eigene Meinung immer so einfließt in politische Diskurse, wie man es persönlich gern hätte. Das wäre lediglich in einer direkten Demokratie mit bundesweiten Volksentscheiden möglich.
Zum Schluss möchte ich noch kurz das beliebte Argument der Gegner beleuchten, dass der Otto-Normalverbraucher sich nicht mit komplexen politischen Themen auseinandersetzen kann. Das wäre jedoch für einen Volksentscheid wichtig. Denn aktuell traut man den Menschen hier sogar zu, dass sie eine neue Verfassung, eines der grundlegendsten Organe der Demokratie, per Volksentscheid verabschieden dürfen, oder auch eben nicht. Wenn man einem Menschen das Bestimmen über die wahrscheinlich umfassendste und komplexeste Sammlung an Grundrechten und –pflichten überlässt, dann kann man ihm auch so gut wie jede andere politische Entscheidung zutrauen.
Hoffentlich konnte ich hiermit einige Menschen zum Nachdenken anregen.
Matthew König, 10b