Archiv der Kategorie: Brandaktuell

Juniorwahl in Seligenthal: Früh übt sich, was ein mündiger Wähler werden will!

Wie immer, wenn in Bayern, Deutschland oder Europa Wahlen anstehen, wurde auch in diesem spannenden Wahljahr 2021 in Seligenthal wieder eine Juniorwahl durchgeführt.

Mit echten Wahlzetteln und Wahlunterlagen ausgerüstet, durften die Schüler am Freitag vor der Bundestagswahl bereits in der Schule probehalber ihre beiden Kreuze setzen. So bekamen sie die Möglichkeit, schonmal für den großen Tag zu üben, wenn sie dann mit Erreichen der Volljährigkeit „in echt“ an die Urne treten dürfen und ihre Stimme wirklich zählt – ein sehr wertvoller Beitrag zur Demokratieerziehung und eine tolle Möglichkeit für die Schüler, die auch begeistert angenommen wurde.

Für die Durchführung der Wahl war diesmal die Klasse 10c des Sozialwissenschaftlichen Zweiges (siehe Bild) verantwortlich, die ihre Aufgabe (von der Vorbereitung bis hin zur Auszählung) mit Bravour gemeistert hat. Ihre Lehrkraft Frau Grüner stand ihr dabei unterstützend zur Seite.

Der Klimawandel – eine reale und ernstzunehmende Bedrohung für Mensch und Natur

Überflutete Straßen und Gassen, zerstörte Häuser, weggespülte Autos. Diese Bilder aus vielen Teilen Deutschlands von vor einigen Wochen sind sicher nicht nur dem Großteil der deutschen Bevölkerung bekannt. Vielleicht vermochten zynische Kommentare wie „Wenn wir wegen Corona nicht ans Meer können, dann kommt das Meer eben zu uns“ unter Videos, die überschwemmte Gärten zeigen, den einen oder anderen hinsichtlich vereinzelt wieder gestiegener Infektionszahlen und Debatten um eine Corona-Impfpflicht zum Schmunzeln bringen. Jedoch werden einem durch die Zahlen der verunglückten Menschen und Tiere und die Nachrichten über das Ausmaß der Zerstörung von jahrelang aufgebautem Eigentum der Ernst der Situation abermals bewusst gemacht.

Ernst – ja, das ist die Lage wirklich und wir sind zu einem großen Teil dafür verantwortlich.

Angesichts dessen, dass wir fast täglich mit Nachrichten und neuen Erkenntnissen über die Veränderung unseres Klimas konfrontiert werden, kennen durchaus vermutlich die meisten von uns die bedrohlichen Folgen des Klimawandels bzw. der Erderwärmung. Dennoch gibt es viele Menschen, die dem wissenschaftlich erwiesenen Klimawandel und dass wir Menschen mit unserem Verhalten einen wesentlichen Teil zur Erwärmung unseres Planeten beitragen, skeptisch gegenüberstehen oder ihn sogar leugnen.
Doch die globale Erwärmung findet de facto statt und deren Auswirkungen stellen nicht nur für Tiere und die Umwelt, sondern auch für uns Menschen eine zunehmende Bedrohung dar. Abgesehen davon, dass die globale Durchschnittstemperatur laut dem Weltklimarat (IPCC) im Jahr 2017 einen Anstieg um etwa ein Grad Celsius seit dem vorindustriellen Zeitalter erreichte, beschleunigt sich der Prozess der Erderwärmung zusätzlich. Verschwinden von Gletschern, vermehrte Hitze- und Kälterekorde, Schmelzen der Polkappen und folglich ein Anstieg des Meeresspiegels – diese und viele weitere Folgen der Erderwärmung zeigen sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in zunehmendem Maße. Hinsichtlich des Temperaturanstiegs könnte man meinen, dass nur das erhöhte Auftreten von Naturereignissen wie Waldbränden aufgrund von Hitze und Trockenzeit als Beleg für den Klimawandel herangezogen werden kann. Doch zu solchen „Extremwetter“ zählen auch Starkregen und Unwetter, die u.a. die Überflutungen in Deutschland und anderen Ländern wie Belgien verursacht haben, oder extrem kalte Winter. Vielleicht sind dem einen oder anderen noch die Bilder dieses Winters aus Spanien im Gedächtnis geblieben, als man sich dort bei Tiefsttemperaturen auf dicken Schneemassen mit Skiern durch die Straßen Madrids bewegen konnte.

Fakt ist, dass mit dem globalen Temperaturanstieg der letzten Jahre die Zahl und Stärke extremer Wetterphänomene, die nachweislich auch uns Menschen gefährden und zu erheblichen Schäden führen, gestiegen sind.

Zudem ist zu berücksichtigen, dass wir Menschen mit unserem (Konsum-)Verhalten und unserer heutigen Lebensweise entscheidend zur Erwärmung unseres Planeten beitragen. Einerseits ist der Aspekt, dass es in der Erdgeschichte schon immer Klimaveränderungen gegeben hat, durchaus wahr. Aber der gravierende Unterschied hinsichtlich eines natürlichen Klimawandels ist die Geschwindigkeit und der Zeitraum, in dem sich das Klima ändert. Im Gegensatz zu früheren Veränderungen über mehrere tausend Jahre geschah die globale Erderwärmung um ungefähr ein Grad Celsius innerhalb von weniger als 200 Jahren und schreitet kontinuierlich voran. Parallel zu genau dieser rasanten Entwicklung beobachtet man steigende CO2-Emissionen, die der Mensch zu verantworten hat. Da wir Menschen mit Beginn der Industrialisierung durch größere Emissionen an Treibhausgasen deren Gehalt in der Atmosphäre erhöhen – auch bekannt als „anthropogener Treibhauseffekt“ – ändert sich die Strahlungsbilanz. Denn das Sonnenlicht kann nicht zu dem Anteil, wie bei dem natürlichen Treibhauseffekt, der auf der Erde herrscht, reflektiert werden, und folglich erwärmt sich die Erde immer mehr.

Schlussendlich müssen wir gemeinsam Wege finden, die Klimaproblematik zu lösen. Das Ziel der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris, einen Anstieg der Erderwärmung bis 2100 auf 1,5 Grad bzw. unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und infolgedessen die Treibhausgasemissionen zu reduzieren ist zwar ein gutes Ziel auf politischer Ebene. Doch bei der Umsetzung kommt es letztlich auf den Einzelnen an, mit einer nachhaltigeren und bewussteren Lebensweise dazu beizutragen, das Problem des Klimawandels anzugehen. Denn er ist eine reale Bedrohung für sowohl die Natur als auch uns Menschen.

Quellen:
https://www.br.de/wissen/wetter-extremwetter-klimawandel-100.html
https://www.klimafakten.de/meldung/faktencheck-zusammenhang-klimawandel-extremwetter-hitzewellen-duerren-fluten-waldbrand-hurrikans
https://de.euronews.com/2021/01/08/35-8-c-in-spanien-filomena-bringt-rekordkalte-und-viel-schnee
https://www.mpg.de/13820383/klima
https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/folgen-des-klimawandels/klimawandel-foerdert-waldbraende
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-antworten-auf-die-wichtigsten-argumente-der-leugner-a-1286437.html
https://www.care.de/care-hilfe/themen/klimawandel
https://bildungsserver.hamburg.de/atmosphaere-und-treibhauseffekt/2069650/treibhauseffekt-anthropogen-artikel/
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/klimaschutz-abkommen-von-paris.html
https://klima-arena.de/die-klima-arena/klimaneutral/15-grad-ziel/

Wie „schwul“ ist das denn?

ein Kommentar

„Nein, das ziehe ich nicht an. Das sieht schwul aus.“

„Der Typ ist so ein Schwuchtel.“

„Ne. Mache ich nicht. Ist ja voll schwul.“

Solche Sätze hört man leider immer häufiger auf den Straßen oder in dem eigenen sozialen Umfeld. Vor allem bei jüngeren Schülern scheinen diese Formulierungen beliebt zu sein. Erst gestern ist ein Junge, nicht älter als zwölf, an mir vorbeigelaufen und hat mir laut „schwul, schwul, schwul“ zugerufen, ohne einen Hintergedanken zu verschwenden, was das, was er da sagt, eigentlich bedeutet. Natürlich bin ich sehr verwirrt gewesen, da ich anfangs nicht realisiert habe, dass er mich, ein Mädchen, meint. Warum ist schwul als Schimpfwort in unserer Gesellschaft so verbreitet? Ich beschäftige mich mit dieser Frage schon lange, zumal ich „schwul“ in einem negativen Kontext auch in meinem Kontaktkreis ein paar Mal gehört habe. Wenn ich es dann anspreche, sagt man, ich solle mich nicht so anstellen, ich sei ein Spießer oder es werden einfach nur die Augen verdreht. Ich allerdings finde, es ist ein Fehler, das Wort „schwul“ als Schimpfwort zu verwenden und ein Problem, das angesprochen werden muss.

Die britische Journalistin Amy Ashenden hat eine Dokumentation mit dem Titel „The Gay Word“ gedreht, in der sie unter anderem Straßenumfragen durchgeführt hat und dabei wissen wollte, ob das Wort „gay“, also „schwul“, in einem negativen Sinne gebräuchlich ist und warum. Viele der Befragten meinten, sie benutzen Ausdrücke wie „Das ist ja schwul“, denken dabei aber nicht an Schwule oder sind homophob. Ich denke, die meisten Jugendlichen meinen es nicht auf eine homophobe Weise und denken wahrscheinlich auch gar nicht an schwule Leute, genau wie die Teenager in der Umfrage, aber genau das ist das Problem. Wenn man das Wort „schwul“ konstant in Verbindung mit etwas Schlechtem oder Falschem hört, fängt man möglicherweise an zu denken, es ist wirklich etwas Schlechtes oder Falsches. Gerade bei Leuten, die nicht viel Erfahrung mit diesem Thema haben oder Schwierigkeiten ihre Sexualität herauszufinden, kann das schwerwiegende Folgen haben. Nehmen wir als Beispiel einen 14-jährigen Jungen, der sich seiner Sexualität nicht ganz sicher ist und sich vielleicht zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlt. Welche Botschaft bekommt nun dieser Junge, wenn alles, was uncool ist oder nervt, als „schwul“ gilt? Er bekommt die Botschaft, mit ihm stimmt etwas nicht oder schwul zu sein ist etwas, für das man sich schämen müsste.

Was ich auch oft höre, wenn ich Leute auf ihre nicht passende Formulierung anspreche, ist die Antwort „Ja, das sagt man halt so…“ Tatsächlich benutzen viele Menschen, vor allem Teenager, das Wort „schwul“ abwertend, weil sie in einem Umfeld aufwachsen, indem es schlichtweg normal ist, was einige der jungen Erwachsenen bei der Umfrage ebenfalls als Begründung angegeben haben. Klar, wenn es jeder um dich herum sagt, wird der eigenen Sprachgebrauch natürlich beeinflusst. Insbesondere unter gleichaltrigen Jugendlichen ist das der Fall. Ich persönlich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass die eigenen Eltern oder Großeltern „schwul“ als eine Beleidigung benutzen würden. Auch in der Dokumentation waren die älteren Befragten vielmehr verwundert, warum „schwul“ überhaupt in einem abwertenden Kontext verwendet wird, da ihnen das nie in den Sinn gekommen wäre. Ein älterer Herr meinte: „‘Gay‘ means happy and beautiful. It should have no other meaning.” (dt: “’Schwul’ bedeutet ‚glücklich‘ und ‚wundervoll‘. Es sollte keine andere Bedeutung haben.“)

Dieser Dokumentarfilm wurde damals in Großbritannien gedreht, wo das Wort „gay“ früher noch eine ganz andere Bedeutung hatte, wie dieser Herr klargemacht hat. Das Problem des Missbrauchs dieses Wortes ist gegenwärtig nicht nur bei uns in Deutschland präsent, sondern auch global.

Trotzdem gibt es meiner Meinung nach Wege etwas dagegen zu tun. Da die Schule eine der Hauptinstanzen ist, wo Jugendliche zusammenkommen und sich hier auch sprachlich beeinflussen lassen können, sollte man schon dort anfangen, Kinder über die LGBTQ-Gemeinschaft aufzuklären. Wenn man offen darüber redet und Lehrer es öfter thematisieren, wird sich ein stärkeres Bewusstsein und eine Akzeptanz über sexuelle Vielfalt entwickeln. Einfach schon in der Schule Konversationen über die Identität oder Beziehungen anzuregen, wäre bereits ein Schritt in die richtige Richtung. Zwar nur ein kleiner, aber immerhin besser als gar keiner. Denn wenn man nichts tut, wird auch „schwul“ leider weiterhin für viele ein Schimpfwort bleiben.

Die Notbremse

eine Glosse

Auto, Mechaniker, Hände, Schrott, Alte, Kautschuk, Rad

Da rattert der Politikexpress auf holprigen Schienen durch das Tal der Verzweiflung und vorne streiten sich die Zugführer, ob man nun bremsen oder Gas geben soll. Ja, ganz ehrlich, so hätte man sich wahrscheinlich gefühlt, wenn man unsere Gesellschaft in einen Zug stecken und aus dem Fenster schauen würde. Und wenn dann jeder einzelne Waggon noch seinen eigenen Zugführer hat, tja, dann wird es kompliziert und es kommt zu Verspätungen. Gott sei Dank gilt der Föderalismus nicht bei der Bahn, aber Verspätungen dürfen wir uns in dieser Pandemie nun wirklich nicht erlauben. Seit über einem Jahr wird dieses Land augenscheinlich nur von Wirtschaftsverbänden und Virologen regiert, die unsere Politiker vor sich hertreiben. Deren Kreativität erschöpfte sich in Zusammenstellung ausgefallener Wortungetüme wie „Virusvarianten-Gebiet“ und „Hochinzidenzgebiet“, mit denen ihnen der 1. Platz als Unwort des Jahres zweifelsohne sicher wäre.

Aber leider hat dieses Land offenbar seine ganze Kreativität in Wortspiele verpulvert. Dabei blieb die Impfstoffversorgung leider auf der Strecke. Wenn wir jetzt ein reiches Land wären, welches 200 Millionen in Bürgerkriegsländer pumpt oder sämtliche Freibäder in Albanien sanieren würde, ich wäre echt schockiert, dass man kein Geld zum Schutz seiner eigenen Bevölkerung ausgeben möchte.

Gott sei Dank haben wir aber Frau von der Leyen und ihre EU-Kommission. Die achtet auf unser knappes Geld und verhandelt hart um jeden Cent und jede Impfdose. Da wird kein Geld sinnlos verschleudert.

Jedoch gibt es in dieser Welt anscheinend keine Fairness und manche Länder glauben einfach, sich mit viel Geld alles kaufen zu können … zum Beispiel genug Impfstoff für ihre eigene Bevölkerung. Eine beispiellose Dreistigkeit!

Jedenfalls haben wir gegenüber diesen egoistischen und nur an sich denkenden Ländern eines voraus. Nein, kein Impfstoff oder einen Plan zur Weg aus der Krise. Nein. Herz! Jawohl, wir, die Europäer, sind unseren Nachbarn moralisch weit voraus. Wir teilen nämlich den wenigen Impfstoff, den man uns übrig gelassen hat und der noch nicht einmal für uns reicht mit anderen Ländern. Die ewigen Nörgler und EU-Skeptiker nennen das Idiotie. Ich hingegen sage, damit rettet man zwar kein europäisches Leben, ganz im Gegenteil, aber wir können uns moralisch erhaben fühlen.

Hand aufs Herz, was uns bis jetzt vor einer völligen Katastrophe bewahrt hat, ist das kaltblütige Handeln einzelner Politiker gewesen. Da wurde das menschliche Leben zum alleinigen Gut erklärt, das es zu schützen galt. Auch auf Kosten der Wirtschaft. Man war fast geneigt, den schwarz-roten Landesfürsten abzukaufen, dass ihnen das Wohl der Bevölkerung über alles geht. Wäre da unglücklicherweise nicht dieser unselige Termin im September.

Es wird der Eindruck erweckt, die Pandemie und das Leben der Bevölkerung scheint auf einmal gar nicht mehr so wichtig zu sein. Es wird gelockert, wo es nur geht. Zu den tollen (Un-)Wortspielen kommen jetzt noch neue Zahlenspiele hinzu. Wo letztes Jahr noch die 50 und die 100 unabdingbare Hürden zum Schutz des Lebens waren, so sind es jetzt wissenschaftlich fundierte Zahlen wie 165 und 200.

Wäre man boshaft, könnte man annehmen, je näher der mögliche Machtverlust rückt, je mehr tut man alles, um dies zu verhindern.

Das erinnert doch ein wenig an das Mittelalter, da führte der Weg auf den Thron auch über Menschenleben. Oder wenn wir bei unserem Beispiel mit dem Zug bleiben wollen, dann sollten wir vielleicht im September die „Notbremse“ unseres Zuges ziehen und dafür sorgen, dass ein anderer Zugführer von Berlin aus weiterfährt, der dann vielleicht weiß, wann er bremsen oder Gas geben soll.

(K)eingewöhnungsphase

Schwierigkeiten von Teenagern bei der Rückkehr in die Schule

E-Learning, Online Meeting, Video Conference, Webinar

7:50 am Morgen, der Wecker klingelt. Um 8:00 beginnt der Online-Unterricht, aber es ist schwer aus dem Bett zu kommen, weil man die Nacht davor wieder bis 3 Uhr nachts Netflix „gebinged“ hat. Im Unterricht wird aber sowieso nicht wirklich aufgepasst, da die Kamera nicht an ist und niemand kontrollieren kann, was man macht. Also wird während der Mathe-Stunde gegessen, in Musik aufgeräumt und in Physik wird die Serie weiter geschaut. Nachmittags widmet man sich auch nicht den Hausaufgaben, sondern spielt Videospiele, macht schlicht und einfach ein Mittagsschläfchen oder beschäftigt sich irgendwie anderweitig, bis es nachts wieder Zeit wird, weiter Netflix zu „bingen“. Ein Teufelskreis für Schüler und deren Leistungen.

So sah der Alltag vieler Jugendlicher in den letzten sechs Monaten aus. Man hatte kaum Kontakt mit seinen Freunden und war größtenteils auf sich allein gestellt, auch was das Mitlernen im Unterricht betrifft, denn die Motivation für die vielen Aufgaben komplett alleine zu finden und auch konstant zu behalten, ist sehr schwierig. Der Bearbeitungsumfang dieser Aufgaben fiel nicht nur während des vormittäglichen Unterrichts, sondern auch nachmittags oft eher gering aus, da viele davon nicht kontrolliert wurden und – sind wir mal ehrlich: wer verliert gerne Zeit durch, von Schülerseite aus gesehen, unnötige Dinge? Hinzu kamen oft Verbindungsprobleme, die den Unterricht zusätzlich erschwerten.

Daher sank die Leistung und Konzentrationsfähigkeit sehr vieler Schüler im Laufe des Lockdowns erheblich. Diese Folgen zeigen sich auch nach wie vor bei denen, die sich schon zurück im Wechsel- oder Präsenzunterricht befinden. Für Klausuren und Tests zu lernen, die nach dem langen Ausfall sehr gehäuft anfallen, fällt den meisten definitiv nicht leicht. Fast kein Lehrer zeigt Rücksicht mit den Schülern, indem er einen Test oder eine Stegreifaufgabe weniger schreibt, sie wollen alles nachholen. Zwar gab es zumindest am Gymnasium Seligenthal eine zweiwöchige Eingewöhnungsphase, in der keine schriftlichen Leistungsnachweise stattfanden, jedoch half diese den Schülern nicht viel, denn mündliche Noten wurden trotzdem erhoben und in wenigsten Fächern wurde das, was im Distanzunterricht gelernt wurde, wiederholt, obwohl bei den Schülern offensichtliche Lücken entstanden sind. Einzuschätzen, wie viel man lernen muss und wie lang man dafür braucht, ist mittlerweile zu einer Challenge geworden und funktioniert hauptsächlich auf gut Glück. „Es war sehr schwer wieder reinzufinden, ich habe das Lernen komplett verlernt“, sagt Elisabeth P., Schülerin der Q11 eines Gymnasiums.

Trotz dieser Schwierigkeiten ist der Druck sehr hoch, da nach wie vor, zumindest am Gymnasium, alle Noten zum Abitur zählen. Gleichzeitig hat man momentan auch kaum Ausgleich zum Schulstress, da Freizeitaktivitäten wie Shoppen oder ins Kino gehen nicht möglich sind. Also liegen die Gedanken der Schüler fast ausschließlich bei der Schule, was auch häufig dazu führen kann, dass man sich so überanstrengt, dass dadurch auch eine eher schlechte Note entstehen kann.

Aber schlussendlich sind die Schüler doch froh, zurück in der Schule zu sein. Die Freunde wieder zu sehen und mehr außer Haus zu kommen. Alles Schritte zur Rückkehr in das normale Leben vor der Pandemie, das hoffentlich bald wieder ganz möglich sein wird.

Absurdes aus dem Corona-Jahr: eine Satire

Virus, Coronavirus, Corona, Covid-19, Covid

Wer, wie, wann und weshalb – das sind seit über einem Jahr die zentralen Fragen zu den Lockdown-Regeln. Es ist eine absurde Stimmung, die hier herrscht, oder? Seit Februar 2020 sitzen wir in unseren vier Wänden und vor unseren Rechnern und Handys. Wir halten uns an Regeln, die mir nichts, dir nichts bereits wenige Stunden später wieder hinfällig sein könnten. Und bei manchen davon kann man sich manchmal schon echt ein bisschen veräppelt vorkommen.

„Nein, ein Buch auf einer Bank lesen ist nicht erlaubt.“, twitterte die Polizei München am 07.04.2020. Für viele wirkte es fast wie ein Aprilscherz. Doch tatsächlich wurden Menschen von minutenlangem Aerosolausstoß im Sitzen durch Bußgelddrohungen abgehalten. Diese natürlich absolut gerecht durchsetzbare Regel war jedoch nicht das einzig Absurde, das die letzten 15 Monate die deutschen Newsportale überflutete und für alle möglichen Schlagzeilen sorgte.

Als sich vor weit über einem halben Jahr unsere Supermarktregale mit Adventskalendern und Plätzchen füllten, begann das bisher längste, ehrgeizigste Pandemiebekämpfungs-Großprojekt: Weihnachten retten. „Brav sein, dann kommt das Christkind!“, lautete das Motto. Die meisten gehorchten; blieben daheim oder besuchten ihre Familie unter Beachtung von Abstand und geöffneten Fenstern, teilweise bei Minusgraden. Doch nun sitzen wir dennoch hier, bräunen uns mit Eiskaffee in der Hand auf dem Balkon, radeln in luftigen Klamotten an unseren Lieblingsbadesee und demnächst streiten sich die Kommunen wieder um den diesjährigen Hitzerekord.

Und klar, nichts spricht gegen Vorsicht – es herrschte eine ganz neue Situation, man brauchte Zeit, sie zu analysieren, um dann anschließend das Risiko einschätzen und entsprechend reagieren zu können. Doch frustrierend kann es werden, wenn nach über einem Jahr noch die Frage in der Bevölkerung aufkommen muss, was man sich bei mancher Regelgebung gedacht hat.

Das Großartige ist ja wirklich, dass wir im Föderalismus leben – wundervoll! Gerade, was die Einschränkungen angeht, eine wirklich einfache Möglichkeit, den Verstand zu verlieren, wenn jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kocht. Erleichterung versprach vor etlichen Wochen bereits eine Vereinheitlichung, welche in Wirklichkeit gar keine war:

Durfte man im baden-württembergischen Teil des Allgäus auch zum Höhepunkt des Lockdowns legal mit den eigenen Familienmitgliedern wandern und picknicken gehen, riskierte man beim unsichtbaren Grenzübertritt ins benachbarte Bayern eine bußgeldpflichtige Ordnungswidrigkeit zu begehen.

Auch bei den Ausgangsbeschränkungen sah das Ganze vor nicht allzu langer Zeit noch immer nicht besser aus:

In Sachsen gilt also die Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr morgens, wenn die Inzidenz höher als 200 an fünf aufeinanderfolgenden Tagen liegt. Okay, soweit noch gut zu verstehen. In Hessen: von 21 bis 5 Uhr, wenn die Inzidenz mehr als 200 beträgt, aber nur an drei Tagen. Bitte, was? In Baden-Württemberg 20 bis 5 Uhr, in Thüringen 22 bis 5 Uhr, in Brandenburg darf man bereits ab 22 Uhr nicht mehr raus. Bis wann? Das stand für Wochen nicht auf der Website!

Auch einheitliche Inzidenzgrenzen existieren hier nicht überall: Und so bedeutet weiterhin eine 7-Tages-Inzidenzvon 110 in Sonneberg im Süden Thüringens etwas komplett Anderes als im zwei Kilometer entfernten Neustadt bei Coburg – denn in Bayern regiert Söder. Und wenn du dich um 23 Uhr nach dem Soulfood am Donnerstag-Abend bei GNTM also wieder an deine Neujahrsvorsätze erinnerst und die spontane Lust auf Joggen bekommst, dann drehst du besser vor der Grenze zu Neustadt wieder um, denn selbst bei identischer Inzidenz riskierst du plötzlich einen Bußgeldbescheid. Und sollte sich dein Partner ähnlich fühlen, so denkt bitte daran unterschiedliche Routen zu laufen – das Land möchte ja nicht, dass ihr euch beieinander ansteckt – darum existiert ja die entsprechende sinnvolle Regel!

Die allgegenwärtige Unübersichtlichkeit und Zersplitterung des rechtlichen Corona-Regelwerks fordert von den Bürgerinnen und Bürgern ein hohes Maß an Informationsverarbeitung und Aufmerksamkeit. Wenngleich eine bedingte Zentralisierung wünschenswert wäre, so kann man sich auch in solchen Krisenzeiten kaum anmaßen, unser föderalistisches System als radikal dualistisch anzuprangern: träge vielleicht, doch auch kompromiss- und kommunikationsbereit.

Experten sind sich inzwischen einig, dass die Maßnahmen wirken, wenn sie umgesetzt werden. Und das funktioniert am besten, wenn sie jeder versteht. Und gerade das fehlt zurzeit wohl vielen Menschen: der Durchblick bei diesem Dschungel an Ausnahmeregelungen, unnachvollziehbaren Absurditäten, den „Flickenteppich“ und die Haushaltsregelungen.

Nach einem Jahr Corona in unserem Leben findet es bereits ein Großteil der Bevölkerung nicht allzu viel verlangt, einheitliche und nachvollziehbare Regeln zu gestalten. Der Sinn in den unterschiedlichen Regelungen der Bundesländer war von Anfang an nicht zu finden und hat inzwischen noch abstrusere Formen angenommen, bei welchen man den Durchblick fast komplett verliert und sich hin und wieder fragen mag: Was machen die da oben unter der Glaskuppel eigentlich?!

Es bleibt fast nur zu hoffen, dass möglichst schnell jedem ein Impfangebot gemacht wird, die Inzidenzen in Folge sinken und die Beschränkungen dann bald wieder wegfallen – denn dies scheint wahrscheinlicher als eine Vereinheitlichung der Maßnahmen.


QUELLEN:
Ein Jahr Corona – Lisa Feller | Ladies Night
https://www.br.de/mediathek/video/satire-rueckblick-absurdes-aus-dem-corona-jahr-av:5fd8ebe0e449b70013923b84
Corona und das Grundgesetz – Satire | Die Mathias Richling Show
Dummheit der Viren – Sarah Bosetti – WDR
Die Stimmung kippt – Korruption, Osterruhe und Frau Merkel | Bosetti will reden
So verwirrend sind die neuen Corona-Regeln | Noch Nicht Schicht
https://www.daserste.de/unterhaltung/comedy-satire/extra-3/videosextern/corona-regeln-flickenteppich-deutschland-100.html
Corona-Regeln | schönblöd
Tommi Schmitt erklärt den After-Corona-Knigge | Studio Schmitt
Click to access baymbl-2020-768.pdf
https://www.br.de/radio/bayern1/ausgangsbeschraenkungen-gassi100.html
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198
https://www.ndr.de/kultur/Die-Vor-und-Nachteile-des-Foederalismus-in-Corona-Zeiten,foederalismus104.html‘
https://www.bpb.de/apuz/314343/foederalismus-in-der-corona-krise#fr-footnode1
https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/die-rettung-von-weihnachten-ein-fragwuerdiges-projekt-in-der-corona-pandemie-100.html


Ende der Impfpriorisierung

Jens Spahn macht Hoffnungen

Berlin. In einem Beschlussentwurf des Bundes mit den Gesundheitsministern der Länder soll die Impfpriorisierung bundesweit in Deutschland aufgehoben werden. Jens Spahn, der Bundesgesundheitsminister, verkündet, dass am 07. Juni die Impfpriorisierung wegfällt. So könne man allen impfwilligen Bürgerinnen ein Impfangebot ermöglichen.

Aufgrund der Impfpriorisierung hatten viele Menschen, vor allem Jugendliche, nicht die Chance, sich impfen zu lassen. Doch der Vorschlag des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn macht Hoffnung! Denn die Impfpriorisierung wird am 07. Juni in allen Arztpraxen und Impfzentren aufgehoben.

Doch was bedeutet das für uns als Bürger?

Ab dem 07. Juni gibt es keine Reihenfolge mehr, die festlegt, wer wann geimpft wird, wie man es bisher gewohnt war. Schon bereits geplante Impfungen im Rahmen der Impfpriorisierung bleiben natürlich weiterhin bestehen. Ab diesem Zeitpunkt hat jeder Impfwillige die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, insofern er mindestens 16 Jahre alt ist. Man versucht hier Gerechtigkeit zu schaffen und allen Bürgerinnen ab 16 Jahren ein Impfangebot zu ermöglichen.

Dennoch warnt Jens Spahn vor zur großen Hoffnung, denn nicht jeder wird bereits im Juni seine Erstimpfung erhalten können, da die Anzahl der möglichen Impfungen von der Liefermenge abhängig sei.

Stand 18.05.2021, 18:15 Uhr

Quellen:

https://www.rheinpfalz.de/lokal/pfalz-ticker_artikel,-spahn-schl%C3%A4gt-ende-der-impf-priorisierung-ab-7-juni-vor-_arid,5204655.html

https://www.tagesschau.de/inland/spahn-impfpriorisierung-ende-101.html

NACHHOLPROGRAMM FÜR SCHÜLER GEPLANT

Reichen 1,5 Milliarden Euro Unterstützung?                                                                         

Aufgrund der Corona-Pandemie und des Lockdowns schlägt die Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) ein bundesweites Nachholprogramm für Schüler vor, die aufgrund der langen Schulschließung mit erheblichen schulischen Defiziten zu kämpfen haben. Hierfür sollen 1,5 Milliarden Euro bereitgestellt werden, jedoch rechnet der Lehrerverband mit einer deutlich höheren Summe.

Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) benötigen rund 1,5 Millionen Schüler dieses Angebot aufgrund der erheblichen schulischen Defizite, geschuldet der Corona Pandemie. Somit bräuchte jeder Schüler rund 100 Stunden Förderbedarf, weshalb der Lehrerverband mit einer Summe von zwei Milliarden Euro rechnet. Mit einer bundesweiten Unterstützung möchte Anja Karliczek die Lernrückstände ausgleichen. Sie geht davon aus, dass spätestens bis zum nächsten Schuljahr Förderangebote dieser Art zur Verfügung stehen. Hierbei handelt es sich vor allem um die Fächer Mathematik, Deutsch und sogar die erste Fremdsprache. Es soll sich also hauptsächlich auf die Kernfächer beziehen. Ziel ist es, den „versäumten Schulstoff“ der in kurzer Zeit wieder aufzuarbeiten.

Wer darf dieses Angebot nutzen?

Dieses sogenannte Nachholprogramm soll laut Karliczek zum neuen Schuljahr angeboten werden und sich vor allem auf die Kernfächer beziehen. Ob jeder Schüler dieses Angebot auskosten darf, ist noch unklar. Trotzdem steht fest, dass Schüler, welche dem Wechsel (Übertritt in eine weiterführende Schule oder den Wechsel zur Ausbildung) bevorstehen, die Zielgruppe seien.    

Starke Kritik am Nachholprogramm

Kritisiert wird, dass das Nachholprogramm erst Anfang Herbst starten soll, also zum neuen Schuljahr. Viele sind nämlich der Meinung, dass die Lernrückstände sofort aufgeholt werden müssen und verstehen den späten Anfang des Programms nicht. Sie sind der Meinung, dass die Politik jetzt handeln müsse, um den Bildungsstand der Schüler zu halten und um noch größere Lernrückstände zu vermeiden.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/inland/corona-nachhilfe-101.html

https://www.iwkoeln.de/

https://www.sovd.de/aktuelles/meldung/nachholprogramm-fuer-schuelerinnen-muss-umgehend-starten