Archiv der Kategorie: Demokratie und Zusammenleben

Das Selbstbestimmungsgesetz

Am 1.November tritt es schließlich in Kraft. Das Selbstbestimmungsgesetz. Gesetze wie das Selbstbestimmungsgesetz bestimmen die Vorgehensweise der Änderung seines Geschlechts und/oder des Vornamens, falls dieser nicht mit seinem biologischen Geschlecht übereinstimmt. Das Gesetz betrifft also transgeschlechtliche Menschen, Personen, die sich als nicht-binär definieren und intergeschlechtliche Personen. Solche Gesetze sind aus vielerlei Gründen für Transpersonen wichtig. Denn der Druck im Alltag kann aufgrund falscher Angaben in Ausweisen enorm steigen. Etwa wenn der Name im Ausweis nicht mehr zum Aussehen des Menschen passt. So zwingt es Personen zum Outing, wenn aufgrund der sich wiedersprechenden Angaben Verwirrung entsteht, z.B. bei der Wahl.

Das bisherige Gesetz dafür war das Transsexuellen-Gesetz aus dem Jahr 1980, bei dem Betroffene bis dato eine langwierige und kostspielige Prozedur mit zwei unabhängigen psychiatrischen Gutachten und einem Gerichtsbeschluss über sich ergehen lassen mussten, wenn sie ihren Geschlechtseintrag samt Vornamen ändern lassen wollten.

Das Gesetz war für seine Zeit sehr fortschrittlich, da es das erste Gesetz in Deutschland war, das es transgeschlechtlichen Menschen ermöglichte, juristisch anerkannt im empfundenen Geschlecht zu leben. Mittlerweile ist es jedoch veraltet und so sind viele Voraussetzungen für eine Änderung, die damals gefordert wurden, heute quasi undenkbar.

Dies zeigt sich auch darin, dass das Bundesverfassungsgericht seit dem Inkrafttreten des Transsexuellen-Gesetzes im Jahr 1981 sechs Mal einzelne Vorschriften für verfassungswidrig erklärt hat. So mussten sich zum Beispiel bis 2008 die betroffenen Personen von ihrem Partner scheiden lassen, um für eine Geschlechtseintragsänderung zugelassen zu werden. Auch mussten sich transgeschlechtliche Menschen bis 2011 sterilisieren lassen.

Die Teile des Gesetzes, die momentan noch in Kraft sind, also die psychiatrischen Gutachten und das Gerichtsverfahren, gelten zwar nicht als verfassungsfeindlich, jedoch werden sie weiterhin höchst kritisiert. Die Begutachtung durch Sachverständige wird nämlich nicht als hilfreiche Unterstützung, sehr häufig aber als Eingriff in die Selbstbestimmung und in die Privatsphäre empfunden. Zusammenfassend kann man sagen, die größten Kritikpunkte waren also die demütigenden, kostspieligen, teils verfassungswidrigen Prozesse, die durchlaufen werden mussten, um eine Namens- und Geschlechtsänderung genehmigt zu bekommen. So sagte der Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann (Grüne): „Die geltende Rechtslage verletze die Würde des Menschen.“

Darüber hinaus war sogar der Name des Gesetzes in der Kritik, da der Begriff „transsexuell“ ebenfalls nicht mehr gebräuchlich ist. Denn Trans zu sein, hat nichts mit der Sexualität der Person zu tun, sondern mit dem Geschlecht.

Aufgrund all dieser Punkte war seit Längerem klar: Das Gesetz ist veraltet und sollte durch ein neues ersetzt werden. Dieses ist das Selbstbestimmungsgesetz. Es wurde am 12.04.2024 im Bundestag verabschiedet und soll nun am 1.November in Kraft treten.

Es ist ein Gesetz, das vorsieht, dass Personen ab 18 Jahren ihren Geschlechtseintrag und Vornamen künftig per Erklärung gegenüber dem Standesamt ändern können. Ab 14 Jahren gilt, die Erklärung kann selbstständig abgegeben werden, mit Zustimmung der Sorgeberechtigten. Bei unter 14-Jährigen müssen die Sorgeberechtigten die Erklärung einreichen.  Außerdem müssen sich sowohl Personen unter 14 bis 18 Jahren einer Beratung durch einen Psychologen oder durch Kinder- und Jugendhilfen unterziehen. Sollten bei dem Gesetz interfamiläre Konflikte auftreten, ist das Familiengericht zuständig, das dann am Maßstab des Kindeswohls eine Entscheidung treffen soll. Für das Inkrafttreten der Änderung gilt eine Drei-Monats-Frist. Damit war der frühestmögliche Termin für die Anmeldung von Änderungen der 1. August dieses Jahres. Insgesamt gibt es wie bisher die Wahl zwischen männlich, weiblich, divers und keiner Geschlechtsangabe. Auch das Problem des unfreiwilligen Outings wird im Gesetz durch das Offenbarungsverbot angegangen. Wer gegen den Willen eines Menschen dessen frühere Geschlechtszuordnung oder dessen früheren Vornamen offenlegt, kann mit einem Bußgeld belegt werden.

Von sehr vielen Personen wird dieses Gesetz aus verschiedenen Gründen positiv angesehen, unterstützt und wurde auch lange herbeigesehnt. So ist es im Sinne unserer Verfassung, da das Grundgesetz auch das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung schützt. Das hat das Bundesverfassungsgericht wiederholt klargestellt. Durch das Selbstbestimmungsgesetz soll die Verwirklichung dieses Rechts nun deutlich erleichtert werden.  Allgemein wird die Rechtslage für Trans-, Inter- und Nicht-Binäre Personen durch das Selbstbestimmungsgesetz erheblich verbessert, da viele diskriminierende Faktoren durch die vereinfachte Geschlechtsänderung in ihrem Alltag wegfallen werden.

Vor den Bundestag gebracht wurde das Gesetz von der Ampel-Regierung, Zuspruch für das Gesetz bekamen sie von der Partei Die Linken. Sowohl die Union als auch die AfD sprachen sich gegen das Gesetz aus, zudem kündigte die Union im Falle eines Sieges bei der Bundestagswahl 2025 eine Änderung bzw. eine teilweise Zurücknahme an.

Trumps Lügen und dessen Folgen

Der Wahlkampf in den USA zwischen Donald Trump und Kamala Harris nimmt immer weiter an Fahrt auf, wie man klar bei der Präsidentschaftsdebatte am Abend des 10.Septembers (EST) sehen konnte. Und wie zu erwarten, wurden Aussagen verdreht, Halbwahrheiten erzählt und falsche Tatsachen wiedergegeben. Ex-Präsident Donald Trump fällt jedoch dadurch auf, dass der Großteil seiner Aussagen falsch ist und diese ständig auf ihre Richtigkeit überprüft werden müssen. Es ist nachgewiesen, dass er in seinen Reden sehr oft Lügen verbreitet, und doch ist er nun wieder ein beliebter Präsidentschaftskandidat. Die Verbreitung von Desinformationen an so hoher Stelle stellt in den Vereinigten Staaten von Amerika ein immer größer werdendes Problem dar, weil es große Folgen mit sich bringen kann, wie zum Beispiel der Sturm auf das Kapitol.

06.01.2021: Der Sturm auf das Kapitol

Der damalige Präsident Donald Trump verbreitete bereits Monate vor dem Tag der Wahlen Falschinformationen über die Wahl, indem er behauptete, die gegnerische Partei der Demokraten beeinflusse die Wahlen illegal und würde das Wahlergebnis fälschen. Zudem war Teil seines Tweets auf der Plattform X nur 4 Tage nach der Wahl: “We won the Presidential Election, by a lot. FIGHT FOR IT. Don’t let them take it away!” (“Wir haben die Präsidentschaftswahl gewonnen, mit großem Vorsprung. KÄMPFT FÜR SIE. Lasst sie sie nicht wegnehmen!“). Für den angeblichen Wahlbetrug gab es jedoch keinerlei Beweise. Viele von Trumps Unterstützern nahmen ihn allerdings beim Wort, glaubten den Wahlbetrugstheorien und folgten seinem Aufruf zum Kampf bei den Protesten am 6. Januar 2021, die zu dem Sturm auf das Kapitol eskalierten. Der ehemalige US-Präsident wurde anschließend vor einem Bundesgericht wegen Versuch der Einflussnahme auf das Ergebnis der Wahl 2020 und seine Rolle rund um den Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol angeklagt. Diese Anklage wurde jedoch aufgrund eines Urteils des Supreme Courts, dass Trump für offizielle Handlungen Immunität verschafft, pausiert.

10.09.2024: Die Präsidentschaftsdebatte

Bei der Präsidentschaftsdebatte vom 10. September wurden sowohl von Harris als auch von Trump Aussagen getätigt, die richtig gestellt werden mussten, wobei es bei Trump mehr als doppelt so viele Falschaussagen waren als bei Kandidatin Harris. So griff Trump auch die in der vergangenen Woche in den Sozialen Medien weit verbreitete Behauptung auf, dass haitianische Migranten in der Stadt Springfield im US-Bundesstaat Ohio Haustiere stehlen und sie essen würden, unter anderem Hunde und Katzen. Sowohl die Stadt Springfield als auch die örtliche Polizei haben erklärt, dass es keine Beweise für diese Behauptung gebe. Ein Moderator der Debatte schritt ebenfalls noch während der Diskussion ein und erklärte, dass es keine glaubhaften Berichte gäbe, die Trumps Aussage bestätigen würden. Unter Trump-Anhängern ist diese Verschwörungserzählung aufgrund seines vehementen Glaubens daran dennoch sehr beliebt. Sie verbreiten im Internet unter anderem KI-generierte Bilder, die Trump mit Katzen und anderen Haustieren im Arm zeigen, um ihn als Retter von Tieren darzustellen. Donald Trumps Aussage hatte jedoch noch weitere Auswirkungen – abgesehen von KI-generierten Images und die bloße Verbreitung der Desinformation. So erlitt die Stadt Springfield große Nachwirkungen in Form dutzender Bombendrohungen. Alle stellten sich bisher glücklicherweise als falsch heraus, hatten jedoch dennoch zu Folge, dass Schulen zeitweise evakuiert werden mussten und ein Fest für kulturelle Diversität abgesagt wurde. „Diese Art von Desinformation ist gefährlich, weil es Menschen geben wird, die es glauben, egal wie lächerlich und dumm das ist“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby. 

Fazit

Dies waren nur zwei Beispiele, in denen Trumps Verbreitung von Falschinformationen große negative Auswirkungen mit sich brachten. Für eine Demokratie ist eine möglichst schnelle Eindämmung und Richtigstellung solcher Aussagen unglaublich wichtig und ich möchte alle dazu anregen, sich Informationen aus seriösen gesicherten Quellen zu beschaffen und polarisierende Aussagen zu hinterfragen.

https://www.washingtonpost.com/politics/2021/01/24/trumps-false-or-misleading-claims-total-30573-over-four-years/

https://www.npr.org/2024/08/11/nx-s1-5070566/trump-news-conference

https://www.theguardian.com/technology/2024/sep/20/trump-tweets-false-label-credibility-supporters

https://www.npr.org/2024/09/11/g-s1-21932/fact-check-trump-harris-presidential-debate-2024

https://cedar.wwu.edu/wwu_honors/486/

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/sturm-auf-kapitol-101.html

https://www.zdf.de/nachrichten/zdfheute-live/trump-immunitaet-urteil-video-100.html

https://www.deutschlandfunk.de/trump-anklage-usa-sturm-kapitol-wahl-100.html

https://www.fr.de/politik/donald-trump-republikaner-usa-wahlbetrug-kampagne-wussten-laengst-bescheid-90997251.html

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-migranten-verschwoerung-100.html

https://edition.cnn.com/2024/09/11/media/abc-moderators-debate-fact-check-trump-harris-false-claims/index.html

Die zunehmende Radikalität der Sprache

Wenn man Reden hört, in denen Menschen als „Ungeziefer“ bezeichnet werden, die man „ausrotten“ werde, dann formen sich direkt Gedanken über den deutschen Nationalsozialismus. Damals wurden diese Worte benutzt, um anderen Menschen, vor allem Juden, ihre Menschlichkeit zu nehmen, um ihnen sämtliche Würde und Rechte abzusprechen und sie letzten Endes in großer Zahl grausam zu ermorden. Schon zu dieser Zeit wurde die Sprache als Waffe benutzt, um die Menschen an eine radikale, menschenverachtende Sprache zu gewöhnen und damit schlimme Verbrechen weniger schrecklich klingen zu lassen. Diese Strategie funktionierte damals zum entsetzlichen Leid Vieler und sie wird heutzutage wiederentdeckt.

Die Worte vom Anfang dieses Artikels stammen aus einer Rede des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Donald Trumps auf einer seiner Wahlkampfveranstaltungen im November 2023. Als „auszurottendes Ungeziefer“ bezeichnet er „Marxisten, Faschisten und linksradikale Gangster“, welche laut ihm „lügen, stehlen und bei Wahlen betrügen“. Und als wäre das nicht schon schockierend genug, sagte er in einem Interview, dass Immigranten „das Blut unseres Landes vergiften“. Mit solchen Ausdrücken ahme er eindeutig die Sprache von Diktatoren wie Hitler und Mussolini nach, merkt Joe Biden, der amtierende Präsident der USA, an. Zudem stellt Trump sich als Befreier von all den genannten autoritären Strömungen dar, wie es schon Mussolini zu seiner Zeit tat und sich letztendlich selbst zum Diktator erhob. Man fragt sich, wie es immer noch so viele Amerikaner gibt, welche voller Überzeugung auf der Seite Trumps stehen. Eine seiner Strategien, um das zu befeuern, ist die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft. Diese ist heute wohl stärker als je zuvor in die beiden Lager der Demokraten und der Republikaner geteilt. Eine Annäherung ist kaum möglich und eine große Zahl von Trumps Unterstützern steht fest hinter seinen falschen Behauptungen, wie der des Wahlbetrugs der Demokraten im Jahr 2020. Ein richtiger, faktenbasierter Diskurs wird unmöglich, da die Aussagen der Gegenseite einfach als Lügen abgestempelt werden. Man blickt mit bange auf die nächsten Präsidentschaftswahlen, bei denen sich zeigen wird, ob Trumps Strategie der Spaltung für ihn aufgeht.

Und in Deutschland? Auch hier gibt es Tendenzen in der politischen Rhetorik, welche eindeutig auf extremes rechtes Gedankengut verweisen. Ganz prominent und in den Wahlen einen Aufwärtstrend aufweisend, ist die Alternative für Deutschland (AfD). Diese in einigen Bundesländern schon als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei verwendet zwar, von Ausnahmen abgesehen, eine abgeschwächte Rhetorik – dennoch radikalisieren sich ihre Forderungen vor allem in Bezug auf Migration und linke bzw. ökologisch angehauchte Meinungen und Parteien. Hier lässt sich ebenfalls das Prinzip der Spaltung einer Gesellschaft und das Schüren von Angst vor Veränderungen durch rechtspopulistische Äußerungen feststellen.

Auf der gesamten Welt wurde und wird die Sprache zunehmend missbraucht, um zu polarisieren und zu radikalisieren. Es wird zudem die Grenze zwischen Meinungen und Fakten verwischt. Die Bedeutung (selbst-)reflektierter Gedankengänge ist somit enorm. Es wäre besser, würde man sich zuerst auch außerhalb der eigenen „Bubble“ informieren und hinterfragen, ob das, was einem vom Nachbarn erzählt wurde, wirklich wahr bzw. ob es auf eine bestimmte Situation hin anwendbar ist. Auf diese Weise könnte man Vorurteilen und extremen Gedanken wenigstens ein wenig entgegenwirken. Außerdem stehen auch vor allem Politiker in der Verantwortung, sich von radikalen Parteien klar zu distanzieren und einen sachlichen Diskurs im Sinne der ganzen Bevölkerung zu führen, anstatt sich emotionalen, populistischen Aussagen hinzugeben oder sie zu dulden.

Quellen:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/afd-neue-radikalitaet-der-sprache,TWsKkSQ

https://www.fr.de/politik/praesident-usa-nazi-rhetorik-gouverneur-illinois-trump-wahl-zr-92685445.html

https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-nennt-politische-gegner-ungeziefer-kritiker-ziehen-hitler-vergleich-a-0682126d-bcdd-48cd-89c9-e71a0df0aba4

https://www.washingtonpost.com/politics/2023/11/12/trump-rally-vermin-political-opponents/

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-12/afd-in-sachsen-als-gesichert-rechtsextrem-eingestuft

Doppelmoral*in

Bitte folgendes Bild einfügen:

Liebe Leserinnen und Leser, Leserinnen/Leser, Leser(innen), LeserInnen, Leser*innen oder doch einfach nur Leser? Bei den vielen, unterschiedlichen Möglichkeiten des Genderns kann man schon mal schnell den Überblick verlieren, jedoch steht hinter all diesen Formulierungen derselbe Gedanke: Ein Sprachgebrauch, welcher Männer und Frauen oder auch nicht-binäre Personen inkludiert. Genau so wie unsere Gesellschaft sich in einem ständigen Wandel befindet, so verändert sich auch unsere Sprache. Eine Gesellschaft, die versucht, geschlechtergerechter und toleranter zu werden und dies wörtlich auszudrücken, scheint zunächst niemandem schaden, sondern das Gegenteil erreichen zu wollen. Jedoch könnte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wohl eine Bedrohung darin zu sehen, da er ein Verbot gegen das Gendern ankündigte.

In seiner Regierungserklärung am 5. Dezember 2023 sprach sich Markus Söder gegen verpflichtendes Gendern aus. Außer den Worten „Im Gegenteil, wir werden das Gendern in Schulen und Verwaltungen sogar untersagen, meine sehr verehrten Damen und Herren“ gab er jedoch keine genaueren Details bekannt. Diese müssten nämlich laut einem Sprecher noch „erarbeitet“ werden, was jedoch die Abgeordneten der CSU, der Freien Wähler und der AfD nicht zu stören schien, als sie auf Söders Ankündigung mit Applaus reagierten. Ebenso mag die absurde Widersprüchlichkeit, die in den Aussagen des Ministerpräsidenten mehrmals auftaucht, kein Problem zu sein. So bemängelt er zunächst an der Ampel-Bundesregierung, dass diese sich nicht ausreichend mit wichtigen Themen auseinandersetzt, welche die gesamte Bevölkerung betreffen. Laut Söder sind „all die Debatten“, die sich ums Gendern drehen, unwichtig. Ganz falsch liegt er hier nicht, schließlich gaben bei einer Umfrage von Infratest dimap für den WDR 62 Prozent der Befragten an, das Gendern sei ihnen weniger oder gar nicht wichtig. Man kann jedoch nicht leugnen, dass Söder die Diskussion um dieses Thema kritisiert und gleichzeitig selbst daran teilnimmt. Die bayerische Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze ging sogar so weit, Söders Verhalten als „Obsession für das Thema Gendern“ zu bezeichnen. Jedoch mal objektiv betrachtet, lässt sich sagen, dass das Thema den Ministerpräsidenten tatsächlich seit längerer Zeit beschäftigt, da es seit zwei Jahren in mehreren seiner Reden zur Sprache kommt. Am Anfang lag der Fokus aber darauf, sowohl die Pflicht zu gendern als auch feste Vorgaben dagegen zu vermeiden. Vor zwei Jahren meinte er auf Facebook: „Jede und jeder darf Sprache verwenden, wie sie und er will. (…) Bayern ist ein Freistaat und kein Belehrungsstaat.“. 2023 hieß es: „Jeder soll es persönlich halten, wie er es will!“ Erneut widerspricht Söder mit seinem Verbot seinem früheren Selbst. Dass er hier bei seiner Formulierung von der sogenannten Paarformel zum generischen Maskulinum wechselte, wird wohl kaum eine unbewusste Entscheidung gewesen sein.

Ob man meint, dass Söder mit seinem Verbot nur dem Rat für deutsche Rechtschreibung, welcher vorerst, der grammatischen Einfachheit wegen, eine Empfehlung des Genderns ablehnt, folgen möge oder dass er laut dem bayerischen Elternverband „in populistischer Art die geltende Rechtslage“ darstelle, muss jeder und jede für sich selbst entscheiden. Rein rechtlich gesehen könnten aber mit einem solchem Verbot, keine unverhältnismäßigen Strafen einhergehen. So wird wohl wie bisher weiterhin gelten, dass das Gendern bei Schülern nicht als Fehler gewertet werden darf, andererseits darf auch niemand zum Gendern gezwungen werden. Auf Kritik wie „Ein Verbot ohne Sanktionen hat allenfalls symbolischen Charakter.“ Vom Vorsitzenden des Elternverbandes, Martin Löwe, oder dass es nicht „notwendig und zielführend“ sei laut Micheal Schwägerl, Vorsitzender des Philologenverbandes, reagierte Söder defensiv. Letztlich wird aber auch der Staat die Entwicklung der Sprache nicht aufhalten können, denn wie wir außerhalb von Schulen und Verwaltungen sprechen, kann nicht vorgeschrieben werden.

Quellen:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/soeder-und-das-gender-verbot-viel-wirbel-und-offene-fragen,TxeAevt

https://www.zeit.de/news/2023-12/05/bayern-soeder-kuendigt-gender-verbot-an

https://www.sueddeutsche.de/bayern/gendern-verbot-soeder-kritik-spaltung-schulen-1.6315242

https://www.sueddeutsche.de/bayern/gendern-bayern-verbot-soeder-schulen-kritik-lehrer-1.6316084

Fachkräftemangel in Deutschland – Trotz Arbeitslosigkeit herrschen Engpässe auf dem Arbeitsmarkt

Deutschland steht vor einer Herausforderung: Trotz einer vorhandenen Arbeitslosigkeit lässt sich eine wachsende Lücke an hochqualifizierten Fachkräften erkennen. In bestimmten Branchen und Regionen können schon heute offene Stellen nicht mit geeigneten Fachkräften besetzt werden. Viele Unternehmen sind deshalb bereits akut von dem Mangel an Fachkräften betroffen.

Im Jahr 2022 hat der Personalengpass einen Höchststand erreicht, rund 630 000 Stellen konnten nicht besetzt werden. Jedoch wurden in Deutschland im selben Jahr durchschnittlich fast 2,5 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Das scheint sich zu widersprechen: Wie kann es zu wenige Fachkräfte geben, wenn immer noch viele Menschen einen Job suchen?

Ein wesentlicher Faktor, der besonders in der Zukunft einen entscheidenden Einfluss auf den herrschenden Fachkräftemangel haben wird, ist die demografische Entwicklung. Wie andere Industriestaaten auch steht Deutschland vor weitreichenden demografischen Herausforderungen. Die Alterspyramide verändert durch niedrige Geburtenzahlen und steigende Lebenserwartung grundlegend ihre frühere Struktur. Folglich sieht sich Deutschland mit einer alternden Bevölkerung und einem schrumpfenden Arbeitskräftepotential konfrontiert. Die geburtenstarken Jahrgänge der Nachkriegszeit, die sogenannte Baby-Boomer-Generation, welche durch das Wirtschaftswachstum in den 50er- und 60er-Jahren hervorgerufen wurde, tritt in den Ruhestand, somit verlassen viele qualifizierte Arbeitskräfte den Arbeitsmarkt. Auch der Nachwuchs kann diese Lücke nicht immer ausreichend füllen. Denn Deutschland befindet sich aktuell in der vierten Phase des demografischen Übergangs, dort stabilisiert sich die Geburtenrate auf niedrigem Niveau. Die Sterberate lässt sich ebenfalls stabil auf niedrigem Niveau erkennen. Demnach herrscht in der Bundesrepublik ein langsames Bevölkerungswachstum. Dies führt zu einem Ungleichgewicht zwischen der Nachfrage nach Fachkräften und dem verfügbaren Angebot.

Eine weitere Ursache für den Fachkräftemangel ist die Diskrepanz zwischen den verfügbaren Arbeitskräften und den Anforderungen der Arbeitswelt. Oft passt das, was die Arbeitssuchenden können, nicht zu den Anforderungen der Unternehmen oder Firmen. Das Fehlen von spezifischen Fähigkeiten oder Qualifikationen kann die Fachkräftelücke verschärfen. Es ist daher wichtig, dass Bildungseinrichtungen eng mit der Wirtschaft zusammenarbeiten, denn nur so lässt sich sicherstellen, dass die Qualifizierung der Arbeitskräfte den aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes entspricht. Langfristig kann eine Qualifizierung den Mangel an gebildeten Fachkräften lindern. Somit werden die Arbeitsuchenden besser auf die Anforderungen, Erwartungen und Bedürfnisse der Unternehmen vorbereitet, wovon die gesamte Wirtschaft und der Arbeitsmarkt profitieren werden.

Zu den von Fachkräfteengpässen besonders betroffene Bereiche zählen unter anderem akademische Berufsgruppen in den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen und Informationstechnologie, Gesundheitswesen und Handwerk. Aufgrund dieser branchenspezifischen Engpässe muss die duale Ausbildung in Deutschland gestärkt und angepasst werden. Diese Engpässe treten auf, wenn es in bestimmten Wirtschaftszweigen einen signifikanten Mangel an qualifizierenden Arbeitskräften gibt. Diese Problematik entsteht, wenn die Nachfrage nach bestimmten Fähigkeiten in einer Branche das Angebot an verfügbaren Fachkräften übersteigt. Ein Beispiel hierfür ist das Gesundheits- und Sozialwesen. Alten- und Krankenpfleger, Therapeuten und Sozialarbeiter werden aktuell und auch in Zukunft dringend benötigt. Der steigende Bedarf an Betreuungsdiensten verstärkt den Engpass. Erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Branchen sind zu erwarten, deshalb erfordern sie gezielte Maßnahmen, um die Ausbildung von Fachkräften in den betroffenen Bereichen zu fördern. Ziel ist es dabei, den Bedarf an Arbeitskräften zu decken.

Insgesamt ist der Fachkräftemangel in Deutschland trotz hoher Arbeitslosigkeit eine komplexe Herausforderung, die weitreichende Auswirkungen auf die Wirtschaft, Gesellschaft und die betroffenen Unternehmen und Einrichtungen hat. Die Bewältigung des Fachkräftemangels ist ein langfristiger Prozess, der eine Anpassung und Zusammenarbeit aller Beteiligten – von Bildungseinrichtungen über Unternehmen bis hin zu Politik – erfordert.

Quellen:

https://www.iwd.de/artikel/fachkraefteluecke-trotz-arbeitslosigkeit-wie-passt-das-zusammen-592877/https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/fachkraeftemangel-wirtschaft-hoechststand-100.htmlhttps://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/fachkraeftestrategie-2133284https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2022/fachkraeftegipfel-mehr-fachkraefte-fuer-deutschlands-zukunft.htmlhttps://studyflix.de/erdkunde/modell-des-demographischen-ubergangs-5395

Die Brückenklasse – Integrationsförderung am Gymnasium Seligenthal

„Den zu uns flüchtenden Kindern und Jugendlichen wollen wir möglichst viel Normalität und dann auch einen Schulbesuch ermöglichen, der ihnen ein Gefühl der Sicherheit zurückgibt und das Ankommen erleichtert.“ Dies sagte die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Yvonne Gebauer im März 2022 über die flüchtenden Kinder aus der Ukraine. 

Dass durch den aktuellen Krieg viel Hilfe für Migranten angeboten werden muss und vor allem auch die Bildung einen sehr wichtigen Teil davon darstellt, ist äußerst wichtig zu beachten. 

Am Gymnasium Seligenthal ist diese Art von Unterstützung – nicht erst seit Beginn des Ukrainekriegs – in Form der Brückenklasse vorhanden. Die Brückenklasse, die seit dem Schuljahr 2015/16 bereits ein fester Teil unserer Schule ist, stellt eine sehr wichtige Einrichtung dar, die jedes Jahr vielen Schülern die Eingewöhnung in Landshut erleichtert.

Im folgenden Interview beschreibt Frau Kaufmann die wichtigsten Informationen und ihre eigenen Erfahrungen als Lehrerin der Brückenklasse.

Was war die grundlegende Idee, die zur Einführung der Brückenklasse geführt hat?

Frau Kaufmann: „Es ist eine Notwendigkeit, weil immer mehr Kinder aus Gründen der Wirtschaftsmigration zu uns kommen, da die Familien aufgrund der Arbeit der Eltern nach Deutschland ziehen. Außerdem sind seit 2015 und vor allem auch jetzt viele Flüchtlinge hier, aktuell zum Beispiel wegen des Ukrainekrieges. Dabei ist es definitiv auch sehr wichtig, die Kinder zu beschulen.

Natürlich gibt es auch Familien, die hierherziehen, weil sie Angehörige in Landshut haben, aber die meisten kommen wirklich aufgrund der Wirtschaftsmigration, der Kriege oder grundsätzlich einer schwierigen politischen Situation in den Herkunftsländern.“

Wie viele Schüler sind pro Jahr ca. in der Brückenklasse?

Frau Kaufmann: „Das System ist mittlerweile relativ komplex. Wir haben nicht nur eine Brückenklasse, sondern momentan drei verschiedene. Wir starten immer im September mit einer, in der sich aktuell 15 Schüler und Schülerinnen befinden. Die zweite Brückenklasse startet im Februar, in der im Moment acht Kinder beschult werden. Die Brückenklassenschüler, die im ersten Jahr beschult werden, kommen im darauffolgenden Jahr in eine Anschlussklasse; in dieser sind es zurzeit auch ungefähr 15 Schüler. Es sind also immer relativ kleine Gruppen, weil man dadurch viel intensiver arbeiten kann. 

Pro Jahr werden ca. 35 Kinder neu in die Brückenklasse aufgenommen.

Es gibt für jede der drei Brückenklassen eine Klassenleitung bzw. meistens zwei Lehrerinnen, die sich die Klassen aufteilen. Wir haben die Brückenklasse 1, die momentan von Frau Enzinger und Frau Lauter-Lange betreut wird, die Brückenklasse 2, die ich dieses Jahr alleine leite und die Brückenklasse 3, die nach dem ersten Jahr noch weiter beschult wird. Diese wird im Moment von Frau Enzinger, Herr Mantel, Frau Neumaier und mir betreut.“

Wie ist der Unterricht aufgebaut, gibt es bestimmte Vorgaben bzw. Lehrpläne?

Frau Kaufmann: „Es gibt tatsächlich einen Lehrplan und ein Lehrwerk an der Schule, wir haben aber immer wieder festgestellt, dass diese nicht immer ausreichen, um die Kinder relativ schnell auf ein hohes Niveau zu bringen. Das heißt, wir orientieren uns zwar an den Vorgaben, haben darüber hinaus aber auch vieles selbst entwickelt und aus verschiedenen Quellen Lernblätter zusammengestellt.

Der Unterricht ist so aufgebaut, dass es manchmal schon ziemliche Phasen des Paukens sind. Relativ schnell ein hohes Niveau zu erreichen, erfordert von den Kindern oft viel Disziplin. Das Deutschlernen erfolgt zwar sehr schnell, ist für die Schüler trotzdem oft sehr hart.“

Wie wird vorgegangen, wenn neue Schüler hinzukommen?

Frau Kaufmann: „Die meisten Schüler kommen in die Klasse, die im September startet. Die später kommenden Kinder stoßen dann im Laufe des Jahres, entweder in diese oder in eine andere, bereits laufende Brückenklasse, hinzu. — Hierbei wird darauf geachtet, wie gut die Deutschkenntnisse bereits sind und wo der Schüler am besten hineinpasst. Am wichtigsten ist dann die Unterstützung der Paten und der Klassenleitung. Diese Unterstützung ist hier eben besonders wichtig, weil es für Schüler, die während des Schuljahres hinzukommen, sehr schwierig sein kann, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen.“

Wie funktioniert die Verständigung mit Schülern, die kein Englisch sprechen?

Frau Kaufmann: „Manchmal läuft die Verständigung wirklich mit Händen und Füßen ab und ganz oft übersetzen die Mitschüler. Dazu wird dann meistens auch noch etwas an die Tafel gemalt oder im Internet oder einem Bildwörterbuch ein Bild gesucht.“

Wie läuft die Eingliederung in die regulären Klassen ab?

Frau Kaufmann: „Das Patensystem ist hierbei sehr wichtig, es sind immer zwei Paten pro Brückenkind. Natürlich ist aber auch die Unterstützung der anderen Mitschüler bedeutsam. Vor allem am Anfang ist es zum Beispiel wichtig, die Brückenklassenschüler abzuholen, ihnen die wichtigsten Orte auf dem Schulgelände zu zeigen und ihnen bestimmte Dinge zu erklären, wie beispielsweise das Ausleihen der Schulbücher. Man merkt hier auch oft, wenn die Paten sich viel um das Brückenkind kümmern, weil diese dann meist sehr schnell gut integriert sind.

Eine große Herausforderung stellen die Fachbegriffe in den einzelnen Fächern dar. Manche Schüler führen dazu eine Art Vokabelheft, in dem sie die neuen Wörter notieren; manchmal läuft die Kommunikation auch gut auf Englisch ab. Die Kinder dürfen aber auch ihre Handys im Unterricht als Übersetzungshilfe benutzen. Natürlich hat man bei neuen und komplizierten Wörtern trotzdem immer eine Hürde.“

Ist die Idee der „Brückenklasse“ mittlerweile grundsätzlich weiterverbreitet?

Frau Kaufmann: „Es gibt an den Mittelschulen z. B. die Übergangsklassen für zugewanderte Kinder und mittlerweile auch an den staatlichen weiterführenden Schulen sog. Brückenklassen aufgrund des Ukraine-Kriegs.

Es ist sehr wichtig, sich um diese Kinder anzunehmen und ihnen Bildung zu ermöglichen.“

Macht es sich im Unterricht teilweise auch bemerkbar, wenn die Kinder sehr schlimme Ereignisse miterlebt haben? 

Frau Kaufmann: „Man ist natürlich den Schülern gegenüber sensibler, wenn man die Familiengeschichte kennt und eine Familie beispielsweise aus Kharkiv fliehen musste. Es ist aber von Kind zu Kind total unterschiedlich, wie sie mit der gesamten Situation umgehen.“

Was war Ihre eigene Motivation dafür, Deutsch als Zweitsprache zu studieren?

Frau Kaufmann: „Ich bin während meines Germanistik-Studiums auf ein Projekt aufmerksam geworden, in dem Studenten einmal wöchentlich an einer Schule Migrantenkindern Deutsch beigebracht haben. Nachdem ich das dann zweimal gemacht habe, habe ich mit meinem DaZ-Studium begonnen, weil mir diese Art von Unterricht sehr viel Spaß gemacht hat.“

Vielen Dank, Frau Kaufmann, für Ihre Hilfe und Zeit! 

Quellen:

https://www.tagesschau.de/inland/kultusministerkonferenz-fluechtlinge-ukraine-101.html

Oldschool revived?

Der „alte, weiße Mann“ hält zu sehr fest an seinen konservativen Werten, beklagt die Jugend von heute. Es bedarf einer liberaleren Einstellung im 21. Jahrhundert – oder etwa nicht? Dieses klischeehafte Bild von Jung und Alt scheint nicht wirklich wahr zu sein, vor allem wenn es um die politische Orientierung in den einzelnen Altersgruppen geht. Bei den Landtagswahlen in Bayern am 08.10.2023 hat die CSU zwar gewonnen, jedoch scheint es mit der AfD als drittstärkste Kraft eine immer stärkere Ausrichtung der Wähler nach rechts zu geben, darunter auch von vielen jüngeren Menschen. Dass es sich hiermit um eine Entwicklung handelt, mit der man nicht zufrieden sein kann, ist wohl unbestreitbar.

Nach dem amtlichen Endergebnis bekam die CSU also 37 Prozent der Stimmen, die freien Wähler 15,8 Prozent, die AfD 14,6 Prozent, die Grünen 14,4 Prozent, die SPD 8,4 Prozent und die FDP 5,1 Prozent. Auch wenn laut Markus Söder der Freistaat „Stabilität“ gewählt hat, so ist das neue Bestergebnis der Rechtspopulisten kaum zu übersehen und nicht etwas, was so schnell in den Hintergrund geraten sollte, vor allem im Hinblick auf die nächsten Wahlen. Hubert Aiwanger meinte außerdem, die Freien Wähler hätten „zu gewissem Teil auch verhindert, dass noch mehr Wähler nach rechts gehen“, jedoch stellt sich die Frage, wie sehr sie dazu noch in Zukunft fähig sein werden. Es steht fest, dass die jungen Menschen von heute die Zukunft unserer Gesellschaft bilden werden. Erschreckend ist deshalb, dass der Zuwachs der AfD vor allem in der Gruppe der unter 30-Jährigen im Vergleich zur Wahl von 2018 am stärksten war und nicht bei den Älteren, die überwiegend für die CSU stimmten.

Doch woran liegt das? Zum Einen liegt das Wahlverhalten der Jüngeren daran, dass diese noch keine langjährige Bindung an eine bestimmte Partei entwickelt und somit auch noch keine Präferenzen haben. Ihr Wahlverhalten scheint impulsiver, wenn nicht sogar radikaler, da sie rascher, zugleich aber auch feinfühliger, auf dringende Probleme eingehen wollen. Zum anderen beschäftigten sie aber auch die Themen, die auch die anderen Altersgruppen zu einem Kreuz bei der AfD bewegt haben. Die Partei konnte mit den Punkten Zuwanderung, Asyl- und Flüchtlingspolitik, wirtschaftlicher Entwicklung und innerer Sicherheit die Wähler überzeugen. Letztlich spielt auch die Unzufriedenheit der Bürger mit der Ampelkoalition der AfD in die Karten, da man versucht der Bundesregierung einen „Denkzettel“ zu verpassen. Die Annahme, dass junge Wähler überwiegend für die liberalen Grünen stimmen, ist also längst nicht mehr zutreffend. Schließlich waren Grüne und AfD bei den unter 30-Jährigen fast gleichauf. Im Punkt Migrations- und Flüchtlingspolitik scheinen die Grünen wohl zu liberal zu sein und 2023 erachtet nur noch ein Drittel der Bürger, dass sie bei ihrem Hauptthema, der Klimafrage, am kompetentesten seien, wobei es 2018 noch zwei Drittel waren.

Es hat sich demnach im Vergleich zu den letzten Landtagswahlen so Einiges verändert. Jedoch sollte man die jungen Wähler, welche in ihrem Wahlverhalten noch nicht fest verankert sind, optimistisch betrachten. Sie können in ihrer Meinung noch umgestimmt werden, abhängig davon, wie die anderen Parteien planen, gegen die AfD zu steuern. Aiwangers oft als populistisch kritisierter Kommunikationsstil oder auch Söders frühere „Asyltourismus“-Rhetorik, sind wohl eher gescheiterte Versuche, AfD-Sympathisanten anzulocken. Die Stimmen, die bei den bayerischen Landtagswahlen an die AfD verloren gegangen sind –  110.000 bei der CSU, 60.000 bei den Freien Wählern – sind ein klares Indiz dafür, dass in Zukunft andere Methoden der Überzeugung nötig sein werden, wenn man verhindern will, dass sich die junge Wählerschaft immer weiter nach rechts ausrichtet.

Quellen:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/bayern-wahl-2023-hochrechnungen-sitzverteilung-ergebnisse,Ts5XPi9

https://www.br.de/nachrichten/bayern/landtagswahl-bayern-2023-spitzenkandidaten-soeder-kontrahenten,TivcMHc

https://www.br.de/nachrichten/bayern/landtagswahl-bayern-wer-waehlte-wen-waehlerwanderung-hochburgen,TqZoIrF

https://www.tagesschau.de/analyse-landtagswahl-bayern-102.html

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/landtagswahl-bayern-110.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1417307/umfrage/wahlverhalten-landtagswahl-in-bayern-nach-alter/

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/landtagswahlen-die-afd-zieht-zunehmend-junge-waehler-an/29434892.html

https://www.fr.de/politik/hessen-wahl-bayern-landtagswahl-freie-waehler-afd-gruene-aiwanger-cdu-csu-zr-92567219.html

Juniorwahl am Gymnasium Seligenthal zur Landtagswahl in Bayern

Am 06.10.2023 fand an unserem Gymnasium die Juniorwahl zur Landtagswahl in Bayern statt. Die Wahlbeteiligung war mit 82% sehr hoch. Insgesamt gaben 401 von 491 Wahlberechtigten aus den Klassen 8-12 ihre Stimmen ab.

Bereits im Vorfeld wurden im Rahmen des Unterrichts die fachlichen Grundlagen geschaffen. So lernten die Schüler nicht nur das Wahlsystem kennen, sondern beschäftigten sich auch ausgiebig mit der Demokratie, dem Parteienspektrum und dem Wert, in freien Gesellschaften selbst durch die Abgabe der eigenen Stimme im wahrsten Sinne des Wortes „die Wahl“ zu haben.

Geplant und ausgeführt wurde der Wahltag von der Klasse 10d. Die Schülerinnen und Schüler sorgten dafür, dass im Wahlraum alles geordnet und v.a. korrekt ablief und zeichnete sich auch verantwortlich für die Auszählung der Stimmen.

AfD bei den Landtagswahlen

Am 8. Oktober wird in Bayern wieder der Landtag gewählt und der Wahlkampf ist in vollem Gange. Doch wie stehen die Wahlberechtigten zu rechten Parteien wie der AfD und wieso sind gerade diese momentan bei den Menschen beliebt?

Der Bayerische Landtag hat mindestens 180 Sitze und wird alle 5 Jahre (zuletzt am 14.10 2018) gewählt. Ab 18 Jahren ist man hierfür wahlberechtigt. Um als Partei Sitze im Landtag zu erhalten, muss die sogenannte 5-Prozent-Hürde überschritten werden, sie muss also mindestens 5 Prozent der Stimmen gewinnen. Für die kommende Wahl wurden bereits vielerlei Wahlumfragen durchgeführt, die jedoch keine konkreten Prognosen sind und stets auch eine Fehlertoleranz beinhalten.

In den aktuellen Wahlumfragen vom 29.09.2023 für den bayrischen Landtag liegt die CSU weiterhin an erster Stelle mit 36 Prozent der Stimmen. Den zweiten Platz kann man jedoch nicht so genau voraussehen, da die Parteien Freie Wähler, Grünen und AfD sich hier oft nur durch ungefähr 1 Prozent unterscheiden, mit 15,8- 16 Prozent für die Freien Wähler, 14,7 -16 Prozent für die Grünen und 13,7-14 Prozent für die AfD. Doch auch obwohl die AfD „nur“ auf dem 4. Platz in den Wahlumfragen steht, ist ein weiterer Aufstieg der Partei nicht ausgeschlossen, aufgrund der Fehlerrate der Umfragen.

Dies ist der Stand in Bayern, doch wird auch ganz Deutschland AfD-zugewandt? Die Zahlen würden dies bekräftigen. Ein extremes Beispiel hierfür wäre das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat die AfD bei Umfragen gerade 32 Prozent der Stimmen und wäre damit die Spitzenpartei. Bei den letzten Wahlen waren es noch 16 Prozent. Auch zu bemerken ist, dass eine ebenso große Differenz zwischen West- und Ostdeutschland herrscht. Westdeutschland liegt hier bei 15,8 Prozent Stimmen für die AfD, während es laut den Wahlumfragen in Ostdeutschland ganze 27,9 Prozent sind.

Doch wie kommt es dazu? Wieso unterstützen immer mehr Menschen rechte Parteien wie die AfD? Und wieso passiert dies ausgerechnet in Ostdeutschland?

Ein Grund sei laut der Sonntagsfrage der Komplex der Energie-, Umwelt- und Klimapolitik. Für jeden zweiten AfD-Anhänger (47 Prozent) ist dies eines der wichtigsten Themen für ihre derzeitige Wahlentscheidung für die AfD. Außerdem nennen knapp zwei Drittel der AfD-Anhänger die Zuwanderung als eines der drei wichtigsten Themen für die Entscheidung, derzeit die AfD wählen zu wollen. Aber der vermutlich wichtigste Aspekt ist die Verdrossenheit mit der Regierung. Viele Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, wegen der vielen Krisen der heutigen Zeit (wie die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die Flüchtlingskrise), die weiterhin zu der Unzufriedenheit mit der Arbeit der Regierung beitragen. Die AfD wählen zu wollen, könnte deswegen eine Reaktion sein, um die Politiker für dies zu „strafen“. Denn die AfD ist fast immer gegen das, was andere Parteien befürworten. Wenn die Menschen nun steigende Unzufriedenheit mit den weiteren Parteien empfinden, behauptet die AfD eine gute Alternative zu sein, ganz gemäß ihrem Wahlprogramm „Alternative für Deutschland“.

Viele Menschen im Osten fühlen sich oftmals wie Bürger zweiter Klasse im Vergleich zum Westen und sehen sich bei Themen, wie z. B. ungleichen Löhnen und Renten, vernachlässigt von der Regierung. Sie empfinden den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland oftmals als immer noch stark bestehend und als teilweise übergangen von der Regierung. Dies mache sie vermutlich noch anfälliger für Vorhaben der AfD wie die Migration in die Sozialsysteme zu beenden.

Angela Merkel kommentierte dieses Thema in ihrem ersten TV-Interview nach ihrer Amtszeit mit Mitri Sirin für die Zdf-Doku „Am Puls – Wie viel Einheit haben wir erreicht?“.  Auf die Frage, ob sie es verstehen könnte, dass Menschen im Osten dafür Verständnis geäußert haben, dass  Ostdeutsche immer verstärkt die AfD wählen würden, antwortete sie folgendes : „ Nein, ich möchte dafür kein Verständnis äußern, weil ich verstehe, dass man über manches verärgert ist, dass man nicht alles gut findet, aber ich bin nicht dazu bereit, zu akzeptieren, dass man deshalb Ideen und Gedankengut unterstützt, was für mich nichts mit dem, was ich als Toleranz, oder was im Rahmen meiner Toleranz akzeptabel ist, zu tun hat. Und wenn man sich sozusagen auf Kosten anderer Menschen, auch anders aussehender Menschen, von Menschen mit anderer Biografie, profiliert, dann ist das nichts, wofür ich Verständnis habe, da würde ich immer dagegen argumentieren und würde sagen, man kann in dieser demokratischen Gesellschaft auch wirklich auch anders seine Kritik und seinen Ärger zum Ausdruck bringen.“

Doch wäre es ein Problem, wenn die AfD in Deutschland weiterhin an Stimmen gewinnt?

Meiner Meinung nach: Ja, definitiv. Die AfD ist eine sehr rechtspolitische Partei, deren Wahlprogramm und Mitglieder extreme Aussagen treffen, die, wie ich finde, in keiner Weise vertretbar sind und eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland darstellen könnten. Dies bekräftigt auch der Fakt, dass der Verfassungsschutz die AfD in Bayern als gesamte Partei beobachten kann und die Öffentlichkeit darüber informieren darf. Die Behörde will herausfinden, welchen Einfluss extremistische Strömungen innerhalb der Gesamtpartei haben und in welche Richtung sich die Partei entwickelt. Auch erklärte der Verwaltungsgerichtshof Bayern weiter: „Das LfV (Landesamt für Verfassungsschutz) geht zu Recht davon aus, dass tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen der AfD als Gesamtpartei bestehen“.

Quellen :

https://dawum.de/AfD/

https://dawum.de/Bayern/

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afd-politbarometer-rekordwert-100.html

https://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Politbarometer/

https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/hoert-uns-zu-wir-ostdeutsche-und-der-westen/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYl8yODI4MDYzMC1iNDNkLTQ1ZWItODcxZC1mZTcxNjQ1ZjNlMTNfcHVibGljYXRpb24

https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3368.html

https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/sonntagsfrage/

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/gericht-verfassungsschutz-afd-partei-bayern-beobachtung-100.html

Ehrenamtliche Tätigkeiten – eine Win-Win Situation?

ein Interview

 „Bayern lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft,“ 1 propagierte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller am 13. März 2018.

Das persönliche Engagement von Menschen in Bayern über 14 Jahren (ca. 5,2 Millionen Bürger/innen) wird durch die gelebte Solidarität als „Kitt der Gesellschaft“ bezeichnet. Besonders das Ehrenamt im Bereich Sport bietet generationsübergreifende Möglichkeiten zum gemeinsamen Dialog und ein breitgefächertes Betätigungsfeld. Drei Trainer, tätig im Sportbereich mit Kindern und Jugendlichen, beschreiben im Folgenden ihre Erfahrungen und langjährige Arbeit in ihrem Ehrenamt:

Wie bist du dazu gekommen, dich ehrenamtlich im Jugendbereich zu engagieren und wie würdest du deine Tätigkeit beschreiben?

Christoph: „Auf Anfrage der Vereinsführung als Papa eines Spielers bin ich dazu gekommen, das Training zu machen. Aktuell bin ich Co-Trainer im Fußball. Ich unterstütze mein Team im Training und bei der Spielvorbereitung und coache vor, während und nach dem Spiel. Zu meinen Aufgaben gehört außerdem die Organisation des Teams.“

Welche besonderen Fähigkeiten und Voraussetzungen benötigt man, um dieses Ehrenamt speziell mit Kindern und Jugendlichen auszuüben?

Markus: „Neben der „Liebe“ zum Sport und zur Bewegung ist sicherlich eine ordentliche Prise Empathie hilfreich, um mit den Kindern mehrmals in der Woche zu arbeiten. Grundsätzlich ist unser Anspruch im Verein, dass die Kinder lächelnd zum Training kommen und auch wieder lächelnd gehen, sprich – sie sollen aus eigenem Antrieb gerne zum Sport kommen und Freude an der Bewegung und am wahrscheinlich schönsten Mannschaftssport der Welt haben. Insofern müssen – soweit möglich – die Kinder da abgeholt werden, wo sie aktuell stehen und individuell gefördert werden. Empathie hilft zu erkennen, wo die Kinder sportlich aber auch mental stehen.“

Bist du der Ansicht, dass dein Engagement auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen einen Einfluss hat, wenn ja, welchen?

Markus: „Zu erkennen, dass man als Trainer/ Übungsleiter einer Gruppe eine absolute Vorbildfunktion einnimmt, dauert eine Weile. Durch die ständige Rückkopplung am Platz bei den Kindern, aber auch aus Gesprächen mit den Eltern, ergibt sich dies aber dann Stück für Stück. Als Trainer ist man ein „Anker“ außerhalb der Schule und weg von zu Hause, der den Kindern Halt geben kann, aber auch Fähigkeiten vermitteln kann, die im Mannschaftssport unabdingbar sind, z. B. Zusammenhalt, sich Einfinden in einer bestimmten Rolle, Akzeptanz und Respekt, wenn’s mal nicht so läuft, aus gemeinsamen „Niederlagen“ zu lernen und wieder anzupacken, was für das spätere Leben und auch im Beruf extrem hilfreich ist.“

Wie hat sich der Bereich des Ehrenamtes im Kinder- und Jugendbereich seit deinem Einstieg verändert, und wie lange übst du dieses schon aus?

Thomas: „Ich habe angefangen, als mein Sohn sechs Jahre war, das heißt, ich mache das jetzt seit 15 Jahren. Ich hatte ein Jahr eine kurze Unterbrechung, aber ansonsten mache ich das jetzt seit 15 Jahren ehrenamtlich. Ich glaube, dass sich gar nicht so viel verändert hat, also zumindest nicht, was ich jetzt sportlich mache. Ansonsten glaube ich, hat sich verändert, dass es im Ehrenamt schwieriger geworden ist, Leute zu finden, die sich engagieren. Man hat immer wieder die gleichen Leute, die sich engagieren. Also ich stelle fest, dass die Leute, die im Beruf auch engagiert sind, da Verantwortung übernehmen und das dann auch im Privaten, in einem Ehrenamt machen. Bei den Kindern haben sich vielleicht die Kinder ein bisschen verändert. Klar, es sind ganz andere Voraussetzungen heutzutage, als sie es vor 15 Jahren waren, auch die Formulare sind schon etwas mehr geworden, z. B. auch speziell durch Corona und auch davor schon, was man alles ausfüllen muss. Der Papierkram ist vielleicht ein bisschen mehr geworden, aber eigentlich nichts, was sich jetzt speziell im Ehrenamt verändert hat. Es ist eigentlich die allgemeine Veränderung, wie man es sonst auch überall anders antrifft, in den Schulen, in der freien Wirtschaft oder sonst irgendwo. Diese Veränderungen schlagen sich auch natürlich überall auf das Ehrenamt durch, aber ansonsten nichts Spezielles, denke ich, aus meiner Sicht.“

Woraus ziehst du deine Motivation, eine so wichtige Aufgabe ohne Bezahlung zu leisten?

Christoph: „Fußball ist eine der schönsten Sportarten. Kindern und Jugendlichen den Spaß und die Kenntnisse dazu zu vermitteln, „Soziale Arbeit“ zu leisten und in einer starken Gemeinschaft als Verein zusammenzustehen. Wenn ein Spieler später etwas kann, was jetzt noch nicht funktioniert, weil er gezeigt bekommt, wie es besser geht, ist das doch ein schönes Ziel.“

Herzlichen Dank für euer soziales Engagement und die Beantwortung meiner Fragen!

https://www.bayern.de/sozialministerin-mueller-neue-zukunftsstiftung-ehrenamt-bayern-staerkt-das-ehrenamtliche-engagement-in-bayern-buergerschaftliches-engagement/ 1

https://www.stmi.bayern.de/sug/engagement/index.php

https://www.stmi.bayern.de/sug/ehrungen/sportundgesellschaft/index.php

https://www.bayern.de/sozialministerin-emilia-mueller-ehrenamt-und-buergerschaftliches-engagement-sind-der-kitt-unserer-gesellschaft-buergerschaftliches-engagement/