Juvenes Translatores – wie übersetzt man die europäische Idee in die Praxis?

Von links nach rechts: Stellvertretender Schulleiter Christoph Babinger, Angel Ozor, Erleta Stublla, Alexandra Gross, Alissa Schramm, Hannah Penker, Organisator Michael Menauer

Fünf unserer Schülerinnen nahmen im November 2025 am europaweiten Übersetzungswettbewerb Juvenes Translatores der Europäischen Kommission teil. Mit großer Motivation und Begeisterung tauchten sie in die Kunst des Übersetzens ein – in jenes feine Zusammenspiel aus Sprache, Bedeutung und kulturellem Verständnis. In der Praxis bedeutete das, dass die Seligenthalerinnen gleichzeitig mit Teilnehmenden aus 719 anderen europäischen Schulen online an einem unbekannten Text feilten. Dabei konnte aus jeder europäischen Sprache in jede andere europäische Sprache übersetzt werden und es zeigte sich, dass Übersetzen weit mehr ist als das bloße Übertragen von Wörtern: Es öffnet im Idealfall Wege zwischen Menschen und lässt die europäische Idee aufleben.

Die Seligenthalerinnen bei der intensiven Arbeit, rund 3500 Teilnehmende in Europa sind gleichzeitig an den Laptops

Als Anerkennung für ihre Teilnahme erhielten die Schülerinnen und Schüler stilvolle T-Shirts aus Brüssel. Solche Wettbewerbe zeigen, wie lebendig und bedeutend Sprachkompetenz trotz der KI-Konkurrenz bis heute bleibt. Und ganz nebenbei: die Sieger in jeder Sprache werden für drei Tage nach Brüssel eingeladen. Wir drücken die Daumen!

„Menschenrechte: Warum der 10. Dezember uns alle betrifft“

Am 10. Dezember feiern wir den Tag der Menschenrechte, denn an diesem Datum wurde 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von den Vereinten Nationen verabschiedet. Diese Rechte – wie Freiheit, Gleichheit und Sicherheit – gelten für jeden Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht. Doch in vielen Teilen der Welt werden sie immer noch missachtet. 

„Jeder hat das Recht, Rechte zu haben.“ (Hannah Arendt)

Menschenrechte sind grundlegende Rechte, die sich aus der Würde des Menschen ableiten lassen. In Deutschland wird dies durch Artikel 1 Absatz 1 des Grundgesetzes betont: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“
Um die Menschenwürde zu schützen, stehen jedem Menschen unveräußerliche und unteilbare Rechte zu. Dazu gehören das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit. Zu den Menschenrechten zählen außerdem bürgerliche und politische Freiheits- und Beteiligungsrechte, wie etwa die Religionsfreiheit, die Versammlungs- und Meinungsfreiheit sowie die Gleichheit vor dem Gesetz.

„Kulturen, die keine Menschenrechte achten, wird man verachten.“ (Monika Kühn-Görg)

Die Europäische Menschenrechtskonvention, die den Schutz der Rechte aller in Europa lebenden Menschen vorsieht, wurde von mehr als 47 Staaten unterzeichnet. Trotzdem werden Menschenrechte in vielen Ländern missachtet, oft sogar von Staaten, die entsprechende Verträge ratifiziert haben und sich formal zu deren Einhaltung verpflichtet haben. Menschen werden aus politischen Gründen inhaftiert, gefoltert oder sogar zum Tode verurteilt. Dies geschieht beispielsweise in Ländern wie Russland, China oder Pakistan. Im Irak werden die Menschenrechte besonders schwer verletzt. Dagegen gelten Island und Norwegen als die Länder, in denen die Menschenrechte am besten gewahrt werden. Deutschland belegt in diesem Vergleich den zehnten Platz.

„Fortschritt – auch in Sachen Menschenrechte-entwickelt sich immer über Krisen.“ (Tom Koenigs)

Am vom Europarat und dem Obersten Gerichtshof Litauens organisierten „Vilnius-Dialog“ nahmen unter anderem Präsidentinnen und Präsidenten, Richterinnen und Richter sowie Journalistinnen und Journalisten aus Litauen, Lettland, Estland, Luxemburg, Polen, Slowenien und der Ukraine teil. Die zentrale Botschaft der Konferenz lautete: „Die wirksame Umsetzung von Urteilen und Empfehlungen des Europarats kann dazu beitragen, Bedrohungen für die Demokratie zu verhindern und effektiv zu bekämpfen.“ Darüber hinaus riefen die Teilnehmenden die Mitgliedsstaaten dazu auf, weiterhin das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Fragen der Meinungsfreiheit zu fördern und zu schärfen.

Die Menschenrechte spielen außerdem eine entscheidende Rolle in der Migrationsdebatte, indem sie die Frage aufwerfen, wie die Rechte von Migrantinnen und Migranten gewahrt werden können und welche möglicherweise verletzt werden, wenn Migration in ein anderes Land erfolgt.

„Menschenrechte kann man nicht wie einen Lichtschalter anknipsen.“ 

Das Thema Menschenrechte ist aktueller denn je – mit einem Krieg direkt in Europa und den anhaltenden Krisen im Nahen Osten. Das zeigt uns, dass wir nicht nur für unsere eigenen Rechte, sondern vor allem für die Menschenrechte derjenigen kämpfen müssen, die täglich Hunger, Gewalt und Hass ausgesetzt sind. Es ist ein fortwährender Prozess. Denn hier in Deutschland betrachten wir es als selbstverständlich, ausreichend Essen und Trinken zu haben, keine Angst vor willkürlicher Gewalt zu verspüren und nicht unter der Bombardierung fremder Mächte zu leiden. Die Kriegsverbrechen in der Ukraine und in Palästina schärfen unser Bewusstsein für den unermüdlichen Kampf um die Menschenrechte, die jedem Menschen zustehen.

Deshalb gilt: „Menschenrechte kann man nicht wie einen Lichtschalter anknipsen.“

Teste dein Wissen: Suchsel zu den Menschenrechten! Wie gut kennst du die wichtigsten Begriffe rund um Menschenrechte? Unser Suchsel enthält zehn Begriffe. Findest du sie alle? Ein spannender Weg, um dein Wissen zu überprüfen und die Menschenrechte besser kennenzulernen!

Redaktion: „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“- AG

https://www.coe.int/de/web/portal/-/-vilnius-dialogue-launches-public-debate-on-freedom-of-expression-in-europe

https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/menschenrechtsbildung/was-sind-menschenrechte

https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/asyl-und-migration

https://www.igfm.de/laender/

https://www.coe.int/de/web/impact-convention-human-rights/countries

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1399132/umfrage/ranking-der-20-staaten-mit-hoechsten-bewertung-der-menschenrechte-nach-fsi/

Das Selbstbestimmungsgesetz

Am 1.November tritt es schließlich in Kraft. Das Selbstbestimmungsgesetz. Gesetze wie das Selbstbestimmungsgesetz bestimmen die Vorgehensweise der Änderung seines Geschlechts und/oder des Vornamens, falls dieser nicht mit seinem biologischen Geschlecht übereinstimmt. Das Gesetz betrifft also transgeschlechtliche Menschen, Personen, die sich als nicht-binär definieren und intergeschlechtliche Personen. Solche Gesetze sind aus vielerlei Gründen für Transpersonen wichtig. Denn der Druck im Alltag kann aufgrund falscher Angaben in Ausweisen enorm steigen. Etwa wenn der Name im Ausweis nicht mehr zum Aussehen des Menschen passt. So zwingt es Personen zum Outing, wenn aufgrund der sich wiedersprechenden Angaben Verwirrung entsteht, z.B. bei der Wahl.

Das bisherige Gesetz dafür war das Transsexuellen-Gesetz aus dem Jahr 1980, bei dem Betroffene bis dato eine langwierige und kostspielige Prozedur mit zwei unabhängigen psychiatrischen Gutachten und einem Gerichtsbeschluss über sich ergehen lassen mussten, wenn sie ihren Geschlechtseintrag samt Vornamen ändern lassen wollten.

Das Gesetz war für seine Zeit sehr fortschrittlich, da es das erste Gesetz in Deutschland war, das es transgeschlechtlichen Menschen ermöglichte, juristisch anerkannt im empfundenen Geschlecht zu leben. Mittlerweile ist es jedoch veraltet und so sind viele Voraussetzungen für eine Änderung, die damals gefordert wurden, heute quasi undenkbar.

Dies zeigt sich auch darin, dass das Bundesverfassungsgericht seit dem Inkrafttreten des Transsexuellen-Gesetzes im Jahr 1981 sechs Mal einzelne Vorschriften für verfassungswidrig erklärt hat. So mussten sich zum Beispiel bis 2008 die betroffenen Personen von ihrem Partner scheiden lassen, um für eine Geschlechtseintragsänderung zugelassen zu werden. Auch mussten sich transgeschlechtliche Menschen bis 2011 sterilisieren lassen.

Die Teile des Gesetzes, die momentan noch in Kraft sind, also die psychiatrischen Gutachten und das Gerichtsverfahren, gelten zwar nicht als verfassungsfeindlich, jedoch werden sie weiterhin höchst kritisiert. Die Begutachtung durch Sachverständige wird nämlich nicht als hilfreiche Unterstützung, sehr häufig aber als Eingriff in die Selbstbestimmung und in die Privatsphäre empfunden. Zusammenfassend kann man sagen, die größten Kritikpunkte waren also die demütigenden, kostspieligen, teils verfassungswidrigen Prozesse, die durchlaufen werden mussten, um eine Namens- und Geschlechtsänderung genehmigt zu bekommen. So sagte der Queer-Beauftragte der Bundesregierung Sven Lehmann (Grüne): „Die geltende Rechtslage verletze die Würde des Menschen.“

Darüber hinaus war sogar der Name des Gesetzes in der Kritik, da der Begriff „transsexuell“ ebenfalls nicht mehr gebräuchlich ist. Denn Trans zu sein, hat nichts mit der Sexualität der Person zu tun, sondern mit dem Geschlecht.

Aufgrund all dieser Punkte war seit Längerem klar: Das Gesetz ist veraltet und sollte durch ein neues ersetzt werden. Dieses ist das Selbstbestimmungsgesetz. Es wurde am 12.04.2024 im Bundestag verabschiedet und soll nun am 1.November in Kraft treten.

Es ist ein Gesetz, das vorsieht, dass Personen ab 18 Jahren ihren Geschlechtseintrag und Vornamen künftig per Erklärung gegenüber dem Standesamt ändern können. Ab 14 Jahren gilt, die Erklärung kann selbstständig abgegeben werden, mit Zustimmung der Sorgeberechtigten. Bei unter 14-Jährigen müssen die Sorgeberechtigten die Erklärung einreichen.  Außerdem müssen sich sowohl Personen unter 14 bis 18 Jahren einer Beratung durch einen Psychologen oder durch Kinder- und Jugendhilfen unterziehen. Sollten bei dem Gesetz interfamiläre Konflikte auftreten, ist das Familiengericht zuständig, das dann am Maßstab des Kindeswohls eine Entscheidung treffen soll. Für das Inkrafttreten der Änderung gilt eine Drei-Monats-Frist. Damit war der frühestmögliche Termin für die Anmeldung von Änderungen der 1. August dieses Jahres. Insgesamt gibt es wie bisher die Wahl zwischen männlich, weiblich, divers und keiner Geschlechtsangabe. Auch das Problem des unfreiwilligen Outings wird im Gesetz durch das Offenbarungsverbot angegangen. Wer gegen den Willen eines Menschen dessen frühere Geschlechtszuordnung oder dessen früheren Vornamen offenlegt, kann mit einem Bußgeld belegt werden.

Von sehr vielen Personen wird dieses Gesetz aus verschiedenen Gründen positiv angesehen, unterstützt und wurde auch lange herbeigesehnt. So ist es im Sinne unserer Verfassung, da das Grundgesetz auch das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung schützt. Das hat das Bundesverfassungsgericht wiederholt klargestellt. Durch das Selbstbestimmungsgesetz soll die Verwirklichung dieses Rechts nun deutlich erleichtert werden.  Allgemein wird die Rechtslage für Trans-, Inter- und Nicht-Binäre Personen durch das Selbstbestimmungsgesetz erheblich verbessert, da viele diskriminierende Faktoren durch die vereinfachte Geschlechtsänderung in ihrem Alltag wegfallen werden.

Vor den Bundestag gebracht wurde das Gesetz von der Ampel-Regierung, Zuspruch für das Gesetz bekamen sie von der Partei Die Linken. Sowohl die Union als auch die AfD sprachen sich gegen das Gesetz aus, zudem kündigte die Union im Falle eines Sieges bei der Bundestagswahl 2025 eine Änderung bzw. eine teilweise Zurücknahme an.

Die Gefahren der Künstlichen Intelligenz: Ein Blick auf Risiken für Kinder, Jugendliche, Gesellschaft und Politik

In den letzten Jahren hat die Künstliche Intelligenz (KI) in vielen Lebensbereichen an Bedeutung gewonnen. Sie hilft uns beim Lernen, Spielen und sogar im Alltag. Doch mit diesen Fortschritten kommen auch Risiken und Gefahren, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden. In diesem Artikel wollen wir uns mit den möglichen Gefahren der KI auseinandersetzen, die insbesondere für Kinder, Jugendliche, die Gesellschaft und die Politik relevant sind.

1. Risiken für Kinder und Jugendliche

a. Datenschutz und Privatsphäre:
Viele Apps und Spiele sammeln Daten über ihre Nutzer. Kinder und Jugendliche sind oft nicht in der Lage, die Bedeutung ihrer Daten zu verstehen oder ihre Privatsphäre zu schützen. Dies kann zu einem Missbrauch ihrer Daten führen.

b. Einfluss von Algorithmen:
Soziale Medien und Plattformen nutzen Algorithmen, um Inhalte auszuwählen. Diese können ein verzerrtes Weltbild fördern oder dazu führen, dass Jugendliche in einer Filterblase leben, in der sie nur noch Informationen sehen, die ihre bestehenden Ansichten bestätigen.

c. Cybermobbing:
Durch KI-gestützte Plattformen können anonyme Angriffe und Mobbing leichter organisiert werden. Dies hat gravierende psychische Folgen für die Betroffenen und kann zu einem Gefühl der Isolation führen.

2. Gefahren für die Gesellschaft

a. Jobverlust:
Automatisierung durch KI kann zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen, besonders in Branchen, die einfache, repetitive Aufgaben übernehmen. Dies könnte wirtschaftliche Ungleichheit verstärken und soziale Spannungen verursachen.

b. Verbreitung von Fehlinformationen:
KI kann verwendet werden, um Fake News zu erstellen oder zu verbreiten. Diese Falschinformationen können das Vertrauen in Medien untergraben und die öffentliche Meinung manipulieren.

c. Sicherheit:
KI wird zunehmend in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt, wie z.B. in Überwachungssystemen. Dies wirft Fragen zur Privatsphäre und zum Missbrauch von Technologien auf, die in die persönlichen Freiheiten eingreifen können.

3. Politische Risiken

a. Einfluss auf Wahlen:
Künstliche Intelligenz kann genutzt werden, um Wähler gezielt zu beeinflussen, indem sie maßgeschneiderte Inhalte erstellt. Dies könnte die Demokratie gefährden und das Vertrauen in Wahlprozesse untergraben.

b. Automatisierte Entscheidungen:
Regierungen könnten zunehmend auf KI setzen, um Entscheidungen zu treffen, die das Leben der Bürger betreffen. Dabei besteht die Gefahr, dass diese Systeme voreingenommen oder untransparent sind, was zu Ungerechtigkeiten führen kann.

c. Militärische Anwendungen:
Der Einsatz von KI im Militär, wie autonome Waffensysteme, wirft ethische Fragen auf. Die Verantwortung für Entscheidungen in Kriegszeiten könnte an Maschinen delegiert werden, was die menschliche Kontrolle über solche Prozesse gefährdet.

Fazit

Die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz bringen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Während KI das Potenzial hat, unser Leben zu verbessern, ist es wichtig, sich der Gefahren bewusst zu sein und aktiv Maßnahmen zu ergreifen, um diese Risiken zu minimieren. Besonders Kinder und Jugendliche sollten in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden, um sicherer mit diesen Technologien umzugehen. Auch in der Gesellschaft und Politik ist es wichtig, einen verantwortungsvollen Umgang mit KI zu fördern, um eine positive und gerechte Zukunft zu gestalten.

Indem wir die Chancen nutzen und die Gefahren im Blick behalten, können wir gemeinsam an einer verantwortungsvollen und sicheren Integration von Künstlicher Intelligenz in unsere Gesellschaft arbeiten.

Trumps Lügen und dessen Folgen

Der Wahlkampf in den USA zwischen Donald Trump und Kamala Harris nimmt immer weiter an Fahrt auf, wie man klar bei der Präsidentschaftsdebatte am Abend des 10.Septembers (EST) sehen konnte. Und wie zu erwarten, wurden Aussagen verdreht, Halbwahrheiten erzählt und falsche Tatsachen wiedergegeben. Ex-Präsident Donald Trump fällt jedoch dadurch auf, dass der Großteil seiner Aussagen falsch ist und diese ständig auf ihre Richtigkeit überprüft werden müssen. Es ist nachgewiesen, dass er in seinen Reden sehr oft Lügen verbreitet, und doch ist er nun wieder ein beliebter Präsidentschaftskandidat. Die Verbreitung von Desinformationen an so hoher Stelle stellt in den Vereinigten Staaten von Amerika ein immer größer werdendes Problem dar, weil es große Folgen mit sich bringen kann, wie zum Beispiel der Sturm auf das Kapitol.

06.01.2021: Der Sturm auf das Kapitol

Der damalige Präsident Donald Trump verbreitete bereits Monate vor dem Tag der Wahlen Falschinformationen über die Wahl, indem er behauptete, die gegnerische Partei der Demokraten beeinflusse die Wahlen illegal und würde das Wahlergebnis fälschen. Zudem war Teil seines Tweets auf der Plattform X nur 4 Tage nach der Wahl: “We won the Presidential Election, by a lot. FIGHT FOR IT. Don’t let them take it away!” (“Wir haben die Präsidentschaftswahl gewonnen, mit großem Vorsprung. KÄMPFT FÜR SIE. Lasst sie sie nicht wegnehmen!“). Für den angeblichen Wahlbetrug gab es jedoch keinerlei Beweise. Viele von Trumps Unterstützern nahmen ihn allerdings beim Wort, glaubten den Wahlbetrugstheorien und folgten seinem Aufruf zum Kampf bei den Protesten am 6. Januar 2021, die zu dem Sturm auf das Kapitol eskalierten. Der ehemalige US-Präsident wurde anschließend vor einem Bundesgericht wegen Versuch der Einflussnahme auf das Ergebnis der Wahl 2020 und seine Rolle rund um den Sturm seiner Anhänger auf das Kapitol angeklagt. Diese Anklage wurde jedoch aufgrund eines Urteils des Supreme Courts, dass Trump für offizielle Handlungen Immunität verschafft, pausiert.

10.09.2024: Die Präsidentschaftsdebatte

Bei der Präsidentschaftsdebatte vom 10. September wurden sowohl von Harris als auch von Trump Aussagen getätigt, die richtig gestellt werden mussten, wobei es bei Trump mehr als doppelt so viele Falschaussagen waren als bei Kandidatin Harris. So griff Trump auch die in der vergangenen Woche in den Sozialen Medien weit verbreitete Behauptung auf, dass haitianische Migranten in der Stadt Springfield im US-Bundesstaat Ohio Haustiere stehlen und sie essen würden, unter anderem Hunde und Katzen. Sowohl die Stadt Springfield als auch die örtliche Polizei haben erklärt, dass es keine Beweise für diese Behauptung gebe. Ein Moderator der Debatte schritt ebenfalls noch während der Diskussion ein und erklärte, dass es keine glaubhaften Berichte gäbe, die Trumps Aussage bestätigen würden. Unter Trump-Anhängern ist diese Verschwörungserzählung aufgrund seines vehementen Glaubens daran dennoch sehr beliebt. Sie verbreiten im Internet unter anderem KI-generierte Bilder, die Trump mit Katzen und anderen Haustieren im Arm zeigen, um ihn als Retter von Tieren darzustellen. Donald Trumps Aussage hatte jedoch noch weitere Auswirkungen – abgesehen von KI-generierten Images und die bloße Verbreitung der Desinformation. So erlitt die Stadt Springfield große Nachwirkungen in Form dutzender Bombendrohungen. Alle stellten sich bisher glücklicherweise als falsch heraus, hatten jedoch dennoch zu Folge, dass Schulen zeitweise evakuiert werden mussten und ein Fest für kulturelle Diversität abgesagt wurde. „Diese Art von Desinformation ist gefährlich, weil es Menschen geben wird, die es glauben, egal wie lächerlich und dumm das ist“, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby. 

Fazit

Dies waren nur zwei Beispiele, in denen Trumps Verbreitung von Falschinformationen große negative Auswirkungen mit sich brachten. Für eine Demokratie ist eine möglichst schnelle Eindämmung und Richtigstellung solcher Aussagen unglaublich wichtig und ich möchte alle dazu anregen, sich Informationen aus seriösen gesicherten Quellen zu beschaffen und polarisierende Aussagen zu hinterfragen.

https://www.washingtonpost.com/politics/2021/01/24/trumps-false-or-misleading-claims-total-30573-over-four-years/

https://www.npr.org/2024/08/11/nx-s1-5070566/trump-news-conference

https://www.theguardian.com/technology/2024/sep/20/trump-tweets-false-label-credibility-supporters

https://www.npr.org/2024/09/11/g-s1-21932/fact-check-trump-harris-presidential-debate-2024

https://cedar.wwu.edu/wwu_honors/486/

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/sturm-auf-kapitol-101.html

https://www.zdf.de/nachrichten/zdfheute-live/trump-immunitaet-urteil-video-100.html

https://www.deutschlandfunk.de/trump-anklage-usa-sturm-kapitol-wahl-100.html

https://www.fr.de/politik/donald-trump-republikaner-usa-wahlbetrug-kampagne-wussten-laengst-bescheid-90997251.html

https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-migranten-verschwoerung-100.html

https://edition.cnn.com/2024/09/11/media/abc-moderators-debate-fact-check-trump-harris-false-claims/index.html

Zucker – Dieses weiße Pulver, das abhängig macht

Weltweit sind beinahe zwei Milliarden Menschen übergewichtig. Die WHO empfiehlt, höchstens zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs durch Zucker zu decken. Das entspricht etwa 50 Gramm, zehn Teelöffeln oder 14 Stücken Würfelzucker pro Tag. In Deutschland wird diese Richtlinie jedoch deutlich überschritten. Laut der Nationalen Verzehrstudie II nehmen Männer durchschnittlich 13 Prozent ihrer täglichen Kalorien in der Form von Zucker zu sich, bei Frauen sind es 13,9 Prozent und der DONALD-Studie zufolge sind es bei Kindern sogar 16,3 Prozent.

Grundsätzlich ist die Aufnahme von Zucker nicht automatisch schlecht, da der menschliche Körper eine beständige Versorgung mit Traubenzucker (Glucose) benötigt, um funktionieren zu können, denn dieser stellt den Brennstoff für die Energiegewinnung in den Zellen dar. Deshalb sollte man eine Unterzuckerung vermeiden, denn eine solche kann, vor allem, wenn sie länger anhält, zu verheerenden Folgeerscheinungen, wie diversen Krankheiten, führen. Man sollte darauf achten, einen Mindestzuckergehalt von 80 bis 100 Milligramm Zucker in 100 Milliliter Blut aufrecht zu erhalten.

Man kann zwischen verschiedenen Arten von Zucker unterscheiden, die im Körper jedoch alle zu Glucose abgebaut werden können. Zum einen gibt es die natürlichen Formen von Zucker, wie beispielsweise Stärke oder Fruchtzucker, die man zusammen mit Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen, die den Glucosefluss bremsen, einnimmt, wodurch die Glucose langsamer ins Blut übergeht.

Zum anderen existiert der industriell hergestellte Haushaltszucker, den die meisten Menschen meinen, wenn sie von „Zucker“ sprechen. Dieser wird in der Regel in höheren Mengen mit kaum Begleitstoffen eingenommen, wodurch der Blutzuckerspiegel schnell ansteigt und letztendlich viel Energie frei wird. Dadurch wird man vorübergehend leistungsfähiger und glücklicher. Allerdings ist nach der übermäßigen Einnahme dieses Zuckers der Blutzuckerspiegel schnell erschöpft, da die Glucose nicht gleichmäßig verwertet wird, wie es bei den natürlichen Zuckerquellen der Fall ist. Dadurch stellen sich Zustände wie Energielosigkeit und Müdigkeit bei dem Konsumenten ein. Im Folgenden ist mit „Zucker“ dieser Haushaltszucker gemeint.

Für den übermäßigen Verzehr von Zucker gibt es verschiedene Gründe. Einerseits ist der Mensch durch seine Vorfahren darauf gepolt, Zucker zu bevorzugen, da etwas Süßes Energie liefert und in der Natur selten giftig ist. Andererseits kann der Verzehr bestimmter Zuckermengen genetisch bedingt sein oder aus Essgewohnheiten resultieren. Hinzu kommt, dass viele Kinder dahin trainiert werden, etwas Süßes als Belohnung zu verorten. Es gibt aber auch Abläufe im Körper, die eine Entwicklung von Zuckersucht begünstigen: Um den Zucker zu den Zellen transportieren zu können, um Energie freizusetzen, benötigt der Körper Insulin. Wenn viel Zucker auf einmal zur Verfügung steht, wird auch entsprechend viel Insulin ausgeschüttet. Dieses Hormon hat aber auch die Funktion, die Bildung von Serotonin, einem Glückshormon, zu aktivieren. Auch der Dopaminspiegel wird durch den Verzehr von Zucker erhöht. Dadurch werden die Belohnungs- und Lustzentren im Gehirn gesteuert. Deshalb nehmen viele Menschen übermäßig viel Zucker zu sich, um ihren Glückszustand aufrecht zu erhalten. Das Problem ist, dass bei einem langfristigen Verzehr von Zucker der Dopaminspiegel wieder gesenkt wird, was zu dem Verlangen nach immer mehr Zucker führt. Somit wird der Zucker mit anderen Drogen vergleichbar.

Die Folgen einer Zuckersucht sind weitreichend. Wenn man regelmäßig zu viel Zucker isst, steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit von Karies, einer Fettleber und Übergewicht, sondern das Immunsystem wird geschwächt, wodurch der Mensch anfälliger für Infektionskrankheiten wird. Außerdem ist eine Irritation des Blutzuckers entzündungsfördernd. Das stellt eine Voraussetzung für chronische Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Rheuma und Depressionen, dar.

Zuckersucht liegt aber nicht ausschließlich in der Verantwortung der Konsumenten. Die Lebensmittelindustrie lässt dem Verbraucher kaum noch eine Möglichkeit, industriellem Zucker zu entkommen, denn die Lebensmittelkonzerne befinden sich im Wettbewerb zueinander und müssen deshalb versuchen, den Konsumenten für sich zu begeistern. Eine gängige Strategie hierbei ist, Zucker in Fertigprodukte zu mischen, wo er gar nicht vermutet wird, da er den Geschmack abrundet, als natürlicher Geschmacksverstärker fungiert, ein Konservierungsstoff ist und krosse Oberflächen schaffen kann. Damit werden die Lebensmittel für den Konsumenten attraktiver. Um die Beinhaltung von Zucker möglichst unkenntlich zu machen, wurden manipulative Methoden entwickelt. So versteckt er sich hinter zahlreichen Namen und oft befinden sich verschiedene Arten von Zucker in einem Produkt. Auf der Zutatenliste rückt er somit um einige Plätze nach hinten und ist bei einem schnellen Überfliegen dieser Liste nicht sofort präsent. Wenn man seinen Konsum von Zucker ein wenig reduzieren möchte, wäre es also ratsam, sich die verschiedenen Begriffe für Zucker anzusehen und die Zutatenlisten und Nährwerttabellen auf Fertigprodukten zu beachten.

Da die übermäßige Aufnahme von Zucker, wie bereits erklärt, negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen hat, trägt sie zur Überlastung des Gesundheitssystems bei. Wegen der Dringlichkeit dieses Problems hat die Bundesregierung die Lebensmittelhersteller bereits dazu aufgefordert, den Zuckergehalt zu verringern. Doch durch das Eingreifen diverser Lobbys wird die Beschließung von Gesetzen bezüglich des Zuckergehalts verhindert, da diese das Wirtschaftswachstum gefährden würden. Schließlich bringt der Vertrieb von zuckerhaltigen Produkten eine Menge Geld ein und es gibt für die Lebensmittelindustrie günstige Abmachungen bezüglich des Zuckerhandels. Zudem bringen erkrankte Menschen Ärzten und der Pharmazie keine geringen Summen an Geld ein.

Dennoch gehen andere Länder bereits politisch gegen die manipulativen Strategien der Lebensmittelkonzerne vor. Norwegen, Schweden, Irland und Großbritannien beispielsweise, verbieten die Werbung für Lebensmittel mit viel Zucker in Radio- und Fernsehprogrammen, deren Zielgruppe Kinder sind. Chile versteuert Produkte mit hohem Zuckergehalt höher und kennzeichnet sie mit Warnsymbolen.

Vielleicht siegt auch in Deutschland irgendwann die Sorge um das Wohl der Menschheit seitens der Politik über wirtschaftliche Eigeninteressen von Konzernen. Bis dahin hat es der Konsument in der Hand, wie viel er sich über seine Ernährung informiert und ob er darauf achtet. Lohnen würde sich das sicherlich, denn durch eine Ernährung, die den Bedürfnissen des Körpers entspricht, kann einer Menge Krankheiten vorgebeugt werden.

Quellen:

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ernaehrung/lebensmittel/zucker-uebersicht/zucker

https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Zucker-Gefaehrlich-fuer-die-Gesundheit,zucker133.html

https://www.deutschlandfunk.de/zucker-das-geschaeft-mit-dem-suessen-stoff-100.html

https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Zucker-Kinder-als-Zielgruppe-der-Lebensmittelindustrie,zucker672.html

Die zunehmende Radikalität der Sprache

Wenn man Reden hört, in denen Menschen als „Ungeziefer“ bezeichnet werden, die man „ausrotten“ werde, dann formen sich direkt Gedanken über den deutschen Nationalsozialismus. Damals wurden diese Worte benutzt, um anderen Menschen, vor allem Juden, ihre Menschlichkeit zu nehmen, um ihnen sämtliche Würde und Rechte abzusprechen und sie letzten Endes in großer Zahl grausam zu ermorden. Schon zu dieser Zeit wurde die Sprache als Waffe benutzt, um die Menschen an eine radikale, menschenverachtende Sprache zu gewöhnen und damit schlimme Verbrechen weniger schrecklich klingen zu lassen. Diese Strategie funktionierte damals zum entsetzlichen Leid Vieler und sie wird heutzutage wiederentdeckt.

Die Worte vom Anfang dieses Artikels stammen aus einer Rede des ehemaligen US-amerikanischen Präsidenten Donald Trumps auf einer seiner Wahlkampfveranstaltungen im November 2023. Als „auszurottendes Ungeziefer“ bezeichnet er „Marxisten, Faschisten und linksradikale Gangster“, welche laut ihm „lügen, stehlen und bei Wahlen betrügen“. Und als wäre das nicht schon schockierend genug, sagte er in einem Interview, dass Immigranten „das Blut unseres Landes vergiften“. Mit solchen Ausdrücken ahme er eindeutig die Sprache von Diktatoren wie Hitler und Mussolini nach, merkt Joe Biden, der amtierende Präsident der USA, an. Zudem stellt Trump sich als Befreier von all den genannten autoritären Strömungen dar, wie es schon Mussolini zu seiner Zeit tat und sich letztendlich selbst zum Diktator erhob. Man fragt sich, wie es immer noch so viele Amerikaner gibt, welche voller Überzeugung auf der Seite Trumps stehen. Eine seiner Strategien, um das zu befeuern, ist die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft. Diese ist heute wohl stärker als je zuvor in die beiden Lager der Demokraten und der Republikaner geteilt. Eine Annäherung ist kaum möglich und eine große Zahl von Trumps Unterstützern steht fest hinter seinen falschen Behauptungen, wie der des Wahlbetrugs der Demokraten im Jahr 2020. Ein richtiger, faktenbasierter Diskurs wird unmöglich, da die Aussagen der Gegenseite einfach als Lügen abgestempelt werden. Man blickt mit bange auf die nächsten Präsidentschaftswahlen, bei denen sich zeigen wird, ob Trumps Strategie der Spaltung für ihn aufgeht.

Und in Deutschland? Auch hier gibt es Tendenzen in der politischen Rhetorik, welche eindeutig auf extremes rechtes Gedankengut verweisen. Ganz prominent und in den Wahlen einen Aufwärtstrend aufweisend, ist die Alternative für Deutschland (AfD). Diese in einigen Bundesländern schon als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei verwendet zwar, von Ausnahmen abgesehen, eine abgeschwächte Rhetorik – dennoch radikalisieren sich ihre Forderungen vor allem in Bezug auf Migration und linke bzw. ökologisch angehauchte Meinungen und Parteien. Hier lässt sich ebenfalls das Prinzip der Spaltung einer Gesellschaft und das Schüren von Angst vor Veränderungen durch rechtspopulistische Äußerungen feststellen.

Auf der gesamten Welt wurde und wird die Sprache zunehmend missbraucht, um zu polarisieren und zu radikalisieren. Es wird zudem die Grenze zwischen Meinungen und Fakten verwischt. Die Bedeutung (selbst-)reflektierter Gedankengänge ist somit enorm. Es wäre besser, würde man sich zuerst auch außerhalb der eigenen „Bubble“ informieren und hinterfragen, ob das, was einem vom Nachbarn erzählt wurde, wirklich wahr bzw. ob es auf eine bestimmte Situation hin anwendbar ist. Auf diese Weise könnte man Vorurteilen und extremen Gedanken wenigstens ein wenig entgegenwirken. Außerdem stehen auch vor allem Politiker in der Verantwortung, sich von radikalen Parteien klar zu distanzieren und einen sachlichen Diskurs im Sinne der ganzen Bevölkerung zu führen, anstatt sich emotionalen, populistischen Aussagen hinzugeben oder sie zu dulden.

Quellen:

https://www.br.de/nachrichten/bayern/afd-neue-radikalitaet-der-sprache,TWsKkSQ

https://www.fr.de/politik/praesident-usa-nazi-rhetorik-gouverneur-illinois-trump-wahl-zr-92685445.html

https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-nennt-politische-gegner-ungeziefer-kritiker-ziehen-hitler-vergleich-a-0682126d-bcdd-48cd-89c9-e71a0df0aba4

https://www.washingtonpost.com/politics/2023/11/12/trump-rally-vermin-political-opponents/

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2023-12/afd-in-sachsen-als-gesichert-rechtsextrem-eingestuft

Tiktok-Onlinehandel: neue Indizien für den Start eines eigenen (europaweiten) Onlineshops

Der Social-Media-Gigant TikTok steht Berichten zufolge vor einer Expansion. Die Plattform plant die Umsetzung eines eigenen europaweit zugänglichen Onlineshops. Dieser Schritt könnte Auswirkungen auf die gesamte E-Commerce-Branche Europas haben.

TikTok hat in Deutschland momentan rund 20 Million Nutzer, darunter befinden sich vor allem Jugendliche. Die Plattform besteht aus bearbeiteten und mit Sounds oder Filtern hinterlegten Kurzvideos. Sie dient hauptsächlich zur Unterhaltung.

Das chinesische Social-Media-Format dominiert aktuell Trends und Mode. Gleichzeitig ist es auch eine sehr erfolgreiche Werbeplattform, die von Influencern zur Vermarktung von Produkten verwendet wird. Nun steht die Theorie im Raum, der Konzern wolle einen eigenen Onlineshop starten, um Onlinehandel auf europäischer Basis zu betreiben.

Es gibt zahlreiche Indizien, die dafürsprechen. Beispielsweise existiert das Konzept bereits in einigen Ländern, denn das Unternehmen führt dort einen solchen Onlineshop. In den USA, Großbritannien und einzelnen asiatischen Ländern ist es Nutzern bereits möglich, direkt in der TikTok-App Einkäufe zu tätigen. Der Onlineshop trägt dort den Namen TikTok Shop und vereinfacht den gesamten Prozess. Konsumenten können somit auf direktem Weg in der TikTok-App einkaufen. Das Konzept funktioniert also und lässt sich somit theoretisch auf weitere Länder übertragen.

Ein weiterer Aspekt, der darauf schließen lässt, sind auch einige vor kurzem geschaltete Stellenanzeigen für TikTok-Mitarbeiter. In Amsterdam suchte der Konzern beispielsweise nach einem ,,Senior Fulfillment Solutions Manager“, in dessen Aufgabenfeld der Aufbau eines ,,Warenlager-Netzwerkes“ und ,,[…]die Planung und der Entwurf von Logistiklösungen für Großbritannien und die gesamte EU[…]“(https://omr.com/de/daily/tiktok-shop-europa) falle. Die Suche nach Mitarbeitern auf einer Position mit derartigen Qualifikationen ist in diesem Kontext auffällig. Schließlich erfordert die genannte Arbeitsstelle Kenntnisse, die auch beim Betrieb eines internationalen Onlineshops benötigt werden.

TikTok stellt aufgrund seiner bereits bestehenden Reichweite außerdem eine potenzielle Konkurrenz für andere Onlinehändler dar. Beispielsweise für die beiden Unternehmen Otto und Zalando, die beide vor kurzem noch Verluste verzeichneten. Auch die Tagesschau fragt sich, ob ,,[..] TikTok bald Europas Onlinehandel Konkurrenz [..]“(Startet TikTok bald einen eigenen Onlinehandel in Europa? | tagesschau.de) machen könnte. Falls der Konzern also tatsächlich seinen Onlinehandel in Zukunft in ganz Europa betreibt, könnte ihm sein Konzept hohe Gewinne einbringen und er könnte große Marktmacht erlangen. Vermutlich wird er sogar eine führende Kraft in der europäischen E-Commerce-Branche werden.

Was man jedoch nicht außer Acht lassen sollte, ist, dass diese Entwicklung auch negative Folgen mit sich bringen kann. Die Nutzerbasis der Plattform bildet die jüngere Generation. Sie wäre somit als Zielgruppe von TikTok Shop vorgesehen. Viele Jugendlichen sind jedoch nicht geübt im richtigen Umgang mit Geld. Durch den Einfluss der sozialen Medien und der Vielzahl an Trends könnte es zu mehreren unüberlegten Kaufhandlungen kommen, was sogar zu Verschuldung führen könnte. Jugendliche Nutzer wären dem also gewissermaßen ausgeliefert. 

Bisher wurden die Spekulationen über den Einstieg des Social-Media-Giganten in den europäischen Onlinehandel noch nicht offiziell bestätigt. Doch inoffiziell gab es bereits Andeutungen einzelner Mitarbeiter bezüglich der Expansion von TikTok Shop für Anfang 2024. Ob und in welchem Ausmaß der Konzern den europäischen Markt beeinflussen könnte, lässt sich momentan nur vermuten.    

Quellen:

https://omr.com/de/daily/tiktok_shop_europa

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/digitales/tiktok-shop-ecommerce-100.html

https://webbrand.de/blog/artikel/tiktok-als-werbeplattform-nutzen

Ein Paukenschlag zu Weihnachten – Revolution im Vatikan

Am Montag, den 18.12.2023, wurde nach jahrelanger Diskussion ein von vielen als fast schon revolutionärer Schritt der katholischen Kirche begangen. Man könnte auch sagen, dass ein neuer Meilenstein gelegt wurde. Das römische Dikasterium für die Glaubenslehre hat eine Erklärung (fiducia supplicans = das flehende Vertrauen) veröffentlicht, in der es unehelichen homosexuellen Paaren in Zukunft erlaubt sein soll, im katholischen Glauben und auch in der Kirche gesegnet werden zu können. Der mehrseitige Text ist insgesamt in 45 Absätze unterteilt.

Damit diese Regelung grundsätzlich gelten kann, wird die Segnung für homosexuelle Paare klar von dem eigentlichen Sakrament der Ehe getrennt. Dieses „Ritual“, wie es oft genannt wird, darf nämlich nicht einer Eheschließung ähneln. Eine Eheschließung kann weiterhin nur zwischen Mann und Frau stattfinden. Dazu kommt, dass die Segnung für homosexuelle Paare nicht in Form eines Gottesdienstes stattfinden darf, da diese Segnung nicht dem Schöpfungsplan Gottes entspricht. Nach der katholischen Lehre der Ehe ist diese „ausschließliche, dauerhafte und unauflösliche Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau, die von Natur aus offen ist für die Zeugung von Kindern“ der Maßstab, um das Sakrament der Ehe eingehen zu können.

„Die Segnungen können als eines der am weitesten verbreiteten und sich ständig weiterentwickelnden Sakramentalien betrachtet werden“, heißt es mitunter in dem Schreiben. Sie schaffen es, dass der Mensch der Gegenwart Gottes in sämtlichen Situationen im Leben begegnen kann.

Mit den Worten: „Auf diese Weise wird jeder Bruder und jede Schwester spüren können, dass sie in der Kirche immer Pilger, immer Bettler, immer geliebt und trotz allem immer gesegnet sind“, endet das Schreiben aus dem Vatikan.

Wichtig hierbei ist auch die Rolle des Papstes, der die Erklärung selbst mitunterzeichnet hat, und somit auch als eine Äußerung seinerseits zu dieser Thematik gesehen werden kann. Ihm ist wichtig, dass niemand ausgeschlossen wird und die katholische Kirche eine Kirche für alle ist, und sich nach außen hin öffnet.

Obwohl es die letzten Jahre immer wieder Grundsatzdiskussionen um dieses brenzlige Thema gab, und der Vatikan noch im Februar 2021 mitteilte, dass Segnungen homosexueller Paare in der katholischen Kirche nicht möglich wären, hat sich nun einiges geändert. Die Kirchenvertreter und Bischöfe in Deutschland haben die Erlaubnis für die Segnungen auf jeden Fall begrüßt. Vereinzelt wurden solche Segnungen von Geistlichen in Deutschland bereits in der Vergangenheit ausgeführt und somit befürwortet.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Vatikan dieser Thematik gegenüber in Zukunft positionieren wird, und ob noch weitere Barrieren für Homosexuelle eingerissen werden können. Dennoch muss man heute schon anerkennen, dass der von der katholischen Kirche getätigte „Meilenstein“ für viele homosexuelle Paare jetzt schon ein großer Schritt ist in Richtung Öffnung und Veränderung. Die Aussage von Papst Franziskus aus seinem Pontifikat im Jahr 2013: „Wenn jemand homosexuell ist und guten Willens nach Gott sucht, wer bin ich darüber zu urteilen“, lässt einen auf jeden Fall positiv in die Zukunft schauen.

https://press.vatican.va/content/salastampa/it/bollettino/pubblico/2023/12/18/0901/01963.html#DE

https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/vatikan-segnung-priester-homosexuelle-paare-100.html

https://www.spiegel.de/panorama/katholische-kirche-papst-franziskus-erlaubt-segnung-unverheirateter-und-homosexueller-paare-a-43a26761-31c0-42ed-8bb2-2504aef7575e

https://www.tagesschau.de/ausland/katholische-kirche-segnung-homosexuelle-100.html

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/katholische-kirche-kurswechsel-im-vatikan/ar-AA1lGRE3

https://www.katholisch.de/artikel/49659-bischoefe-begruessen-vatikan-erklaerung-zur-segnung-homosexueller-paare