Archiv für den Monat September 2021

Juniorwahl in Seligenthal: Früh übt sich, was ein mündiger Wähler werden will!

Wie immer, wenn in Bayern, Deutschland oder Europa Wahlen anstehen, wurde auch in diesem spannenden Wahljahr 2021 in Seligenthal wieder eine Juniorwahl durchgeführt.

Mit echten Wahlzetteln und Wahlunterlagen ausgerüstet, durften die Schüler am Freitag vor der Bundestagswahl bereits in der Schule probehalber ihre beiden Kreuze setzen. So bekamen sie die Möglichkeit, schonmal für den großen Tag zu üben, wenn sie dann mit Erreichen der Volljährigkeit „in echt“ an die Urne treten dürfen und ihre Stimme wirklich zählt – ein sehr wertvoller Beitrag zur Demokratieerziehung und eine tolle Möglichkeit für die Schüler, die auch begeistert angenommen wurde.

Für die Durchführung der Wahl war diesmal die Klasse 10c des Sozialwissenschaftlichen Zweiges (siehe Bild) verantwortlich, die ihre Aufgabe (von der Vorbereitung bis hin zur Auszählung) mit Bravour gemeistert hat. Ihre Lehrkraft Frau Grüner stand ihr dabei unterstützend zur Seite.

Johannes Alfery: „Unsere politischen Ideen sind sicher nicht veraltet“

Johannes Alfery ist der stellvertretende Kreisvorsitzende der Jungen Union Landshut, der lokalen Jugendorganisation der Christlich-Sozialen Union, kurz CSU. Unter anderem hat er die Schüler Union in Landshut mitgegründet. Die politische Arbeit passt zu dem 23-Jährigen, der sich gern vollauf einbringt, seine Meinung offen ausspricht und dabei extrovertiert und aufgeschlossen wirkt. Ein Gespräch mit dem Jurastudenten, in dem wir mehr über ihn und seine Jugendorganisation erfahren.

Lieber Johannes, was brachte dich denn überhaupt zur Jungen Union?

Johannes Alfery: „Bei mir war es damals so, dass ich mit 15 oft im Skatepark unterwegs war. Der Asphalt dort war leider sehr schlecht. Das hat mich irgendwann so geärgert, dass ich mich dazu entschlossen habe, daran selbst etwas zu ändern. In der Jungen Union fand ich dabei für mich am meisten Bezug auf die Lokalpolitik. Dort habe ich direkt viele Bekanntschaften gemacht und einige neue Freunde gefunden. Klar, der Asphalt des Skateparks wurde daraufhin nicht sofort erneuert. Allerdings verstand ich schnell die Zusammenhänge dahinter, warum Politik eben doch manchmal etwas mehr Zeit braucht. Und die politische Arbeit gefiel mir auf Anhieb.“

Wie genau sieht die politische Betätigung denn bei euch aus?

Johannes: „Wir setzen uns für vielfältige kommunale Themen ein. Das kann man sich so vorstellen, dass wir über eine lokalpolitische Thematik diskutieren, die an uns herangetragen wurde oder die uns dank verschiedener Medien zu Ohren kam. Wenn es dazu einen Konsens gibt, schreiben wir beispielsweise eine Pressemitteilung und setzen uns für gewisse Punkte ein. Aber das hört sich jetzt so ernst an, natürlich haben wir zusammen auch sehr viel Spaß. Dafür eignen sich unsere Stammtische, Veranstaltungen und auch die jährlich stattfindende politische Bildungsreise optimal.“

Macht ihr eigentlich auch Wahlkampf, und was ist das Besondere daran?

Johannes: „Daran kann man sich ebenfalls beteiligen. Man trifft dabei auf ungefilterte Reaktionen und Meinungen der Bürger, vor allem der Haustürwahlkampf ist besonders interessant. Einige haben ihre eigenen Ansichten und wollen uns diese erläutern. Da kann es schon mal zu philosophischen Diskussionen oder totaler Abneigung kommen. Aber auch hier gilt: Mit dem richtigen Team ist Wahlkampf sehr angenehm!“

Apropos richtiges Team. Gibt es etwas, das euch als Landshuter Parteijugend einzigartig macht?

Johannes: „Dadurch, dass zu der kommunalen Politik relativ viele Stadträte der CSU beitragen, haben wir einen kurzen Weg zur Stadtpolitik. Ansonsten haben wir einen hohen Frauenanteil und bunt gemischte Meinungen vorzuweisen. Rege Diskussionen sind außerdem ausdrücklich erlaubt und das Miteinander kommt niemals zu kurz.“

Das, was du erzählst, passt so gar nicht zu den typischen Klischees über die CSU, wie zum Beispiel das doch recht hohe Durchschnittsalter von 60 Jahren und der niedrige Frauenanteil von 21 %. Kann eine alte Partei wie diese attraktiv für junge Menschen wie dich bleiben?

Johannes: „Unsere politischen Ideen sind sicher nicht veraltet, nur weil das Durchschnittsalter etwas höher ist. Mich persönlich verbinden die Ansätze und die Grundwerte hinter unserer Politik. Bei den allermeisten Veranstaltungen hier bemerkt man das zudem nicht. Außerdem: Landshuter Lokalpolitiker der CSU sind im Schnitt wesentlich jünger und auch die Frauenquote von fast 50 % im lokalen CSU-Kreisvorstand widerspricht den Klischees. Das durchschnittliche Alter der Jungen Union beläuft sich auf circa 24 Jahre. Wer Mitglied bei uns wird, tritt natürlich nicht automatisch der CSU bei.“

Möchtest du den Leserinnen und Lesern des „Pieper“ noch etwas mit auf den Weg geben?

Johannes: „Bitte beschwert euch nicht nur, sondern engagiert euch und setzt euch dafür ein, dass eure Kritikpunkte gehört werden. Es mag einige große Missstände geben, aber genau deshalb ist politischer Einsatz so wichtig. Man kann dadurch im Kleinen etwas verändern und dafür muss man weder ein Politikwissenschaftler sein noch besonders viel Zeit mitbringen. Je mehr Menschen man in einer Jugendorganisation hat, desto mehr ist diese ein Querschnitt der Gesellschaft. Euer Engagement ist also unfassbar wichtig!“

Eine klare Message! Vielen Dank für das Gespräch.

Der Klimawandel – eine reale und ernstzunehmende Bedrohung für Mensch und Natur

Überflutete Straßen und Gassen, zerstörte Häuser, weggespülte Autos. Diese Bilder aus vielen Teilen Deutschlands von vor einigen Wochen sind sicher nicht nur dem Großteil der deutschen Bevölkerung bekannt. Vielleicht vermochten zynische Kommentare wie „Wenn wir wegen Corona nicht ans Meer können, dann kommt das Meer eben zu uns“ unter Videos, die überschwemmte Gärten zeigen, den einen oder anderen hinsichtlich vereinzelt wieder gestiegener Infektionszahlen und Debatten um eine Corona-Impfpflicht zum Schmunzeln bringen. Jedoch werden einem durch die Zahlen der verunglückten Menschen und Tiere und die Nachrichten über das Ausmaß der Zerstörung von jahrelang aufgebautem Eigentum der Ernst der Situation abermals bewusst gemacht.

Ernst – ja, das ist die Lage wirklich und wir sind zu einem großen Teil dafür verantwortlich.

Angesichts dessen, dass wir fast täglich mit Nachrichten und neuen Erkenntnissen über die Veränderung unseres Klimas konfrontiert werden, kennen durchaus vermutlich die meisten von uns die bedrohlichen Folgen des Klimawandels bzw. der Erderwärmung. Dennoch gibt es viele Menschen, die dem wissenschaftlich erwiesenen Klimawandel und dass wir Menschen mit unserem Verhalten einen wesentlichen Teil zur Erwärmung unseres Planeten beitragen, skeptisch gegenüberstehen oder ihn sogar leugnen.
Doch die globale Erwärmung findet de facto statt und deren Auswirkungen stellen nicht nur für Tiere und die Umwelt, sondern auch für uns Menschen eine zunehmende Bedrohung dar. Abgesehen davon, dass die globale Durchschnittstemperatur laut dem Weltklimarat (IPCC) im Jahr 2017 einen Anstieg um etwa ein Grad Celsius seit dem vorindustriellen Zeitalter erreichte, beschleunigt sich der Prozess der Erderwärmung zusätzlich. Verschwinden von Gletschern, vermehrte Hitze- und Kälterekorde, Schmelzen der Polkappen und folglich ein Anstieg des Meeresspiegels – diese und viele weitere Folgen der Erderwärmung zeigen sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten in zunehmendem Maße. Hinsichtlich des Temperaturanstiegs könnte man meinen, dass nur das erhöhte Auftreten von Naturereignissen wie Waldbränden aufgrund von Hitze und Trockenzeit als Beleg für den Klimawandel herangezogen werden kann. Doch zu solchen „Extremwetter“ zählen auch Starkregen und Unwetter, die u.a. die Überflutungen in Deutschland und anderen Ländern wie Belgien verursacht haben, oder extrem kalte Winter. Vielleicht sind dem einen oder anderen noch die Bilder dieses Winters aus Spanien im Gedächtnis geblieben, als man sich dort bei Tiefsttemperaturen auf dicken Schneemassen mit Skiern durch die Straßen Madrids bewegen konnte.

Fakt ist, dass mit dem globalen Temperaturanstieg der letzten Jahre die Zahl und Stärke extremer Wetterphänomene, die nachweislich auch uns Menschen gefährden und zu erheblichen Schäden führen, gestiegen sind.

Zudem ist zu berücksichtigen, dass wir Menschen mit unserem (Konsum-)Verhalten und unserer heutigen Lebensweise entscheidend zur Erwärmung unseres Planeten beitragen. Einerseits ist der Aspekt, dass es in der Erdgeschichte schon immer Klimaveränderungen gegeben hat, durchaus wahr. Aber der gravierende Unterschied hinsichtlich eines natürlichen Klimawandels ist die Geschwindigkeit und der Zeitraum, in dem sich das Klima ändert. Im Gegensatz zu früheren Veränderungen über mehrere tausend Jahre geschah die globale Erderwärmung um ungefähr ein Grad Celsius innerhalb von weniger als 200 Jahren und schreitet kontinuierlich voran. Parallel zu genau dieser rasanten Entwicklung beobachtet man steigende CO2-Emissionen, die der Mensch zu verantworten hat. Da wir Menschen mit Beginn der Industrialisierung durch größere Emissionen an Treibhausgasen deren Gehalt in der Atmosphäre erhöhen – auch bekannt als „anthropogener Treibhauseffekt“ – ändert sich die Strahlungsbilanz. Denn das Sonnenlicht kann nicht zu dem Anteil, wie bei dem natürlichen Treibhauseffekt, der auf der Erde herrscht, reflektiert werden, und folglich erwärmt sich die Erde immer mehr.

Schlussendlich müssen wir gemeinsam Wege finden, die Klimaproblematik zu lösen. Das Ziel der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris, einen Anstieg der Erderwärmung bis 2100 auf 1,5 Grad bzw. unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und infolgedessen die Treibhausgasemissionen zu reduzieren ist zwar ein gutes Ziel auf politischer Ebene. Doch bei der Umsetzung kommt es letztlich auf den Einzelnen an, mit einer nachhaltigeren und bewussteren Lebensweise dazu beizutragen, das Problem des Klimawandels anzugehen. Denn er ist eine reale Bedrohung für sowohl die Natur als auch uns Menschen.

Quellen:
https://www.br.de/wissen/wetter-extremwetter-klimawandel-100.html
https://www.klimafakten.de/meldung/faktencheck-zusammenhang-klimawandel-extremwetter-hitzewellen-duerren-fluten-waldbrand-hurrikans
https://de.euronews.com/2021/01/08/35-8-c-in-spanien-filomena-bringt-rekordkalte-und-viel-schnee
https://www.mpg.de/13820383/klima
https://www.greenpeace.de/themen/klimawandel/folgen-des-klimawandels/klimawandel-foerdert-waldbraende
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-antworten-auf-die-wichtigsten-argumente-der-leugner-a-1286437.html
https://www.care.de/care-hilfe/themen/klimawandel
https://bildungsserver.hamburg.de/atmosphaere-und-treibhauseffekt/2069650/treibhauseffekt-anthropogen-artikel/
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/klimaschutz-abkommen-von-paris.html
https://klima-arena.de/die-klima-arena/klimaneutral/15-grad-ziel/

Kinderarbeit in Indien – ein kurzer Überblick

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Indien ist definitiv ein Land, welches unterschiedlich in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Auf der einen Seite steht die Schönheit der indischen Kultur, Geschichte und der Umwelt und auf der anderen Seite starke Luftverschmutzung, Überbevölkerung und Armut.

Während es, ohne jeden Zweifel, viele wichtige Probleme gibt, die angesprochen werden müssen, übersehen wir oft eine der signifikantesten Angelegenheiten in Indien – Kinderarbeit. Weltweit wird Millionen Kindern die Chance auf Bildung, eine glückliche Kindheit und eine erfolgreiche Zukunft genommen.

Aber ist Kinderarbeit in Indien wirklich noch so ein großes Problem und was wird dagegen unternommen? Helfen die Maßnahmen dabei, die Zahl der Kinder zu reduzieren, die in Fabriken, auf dem Land und in Restaurants ihre Kindheit verbringen müssen?

Kinderarbeit – ein globales Problem, welches als Ausbeutung von Kindern (Personen unter 14 Jahren) in jeder möglichen körperlichen Arbeit definiert ist. In diesem Alter ist ein Kind dazu bestimmt zu wachsen, seine Kindheit in vollen Zügen zu genießen, Bildung zu erhalten, Werte zu erlernen und vieles mehr. Doch stattdessen wird es genötigt zu arbeiten und für sich und seine Familie Geld zu verdienen. Dies beeinflusst nicht nur die physische und psychische Entwicklung des Kindes, es bedeutet auch eine sehr große Verantwortung, seine Familie zu unterstützen. Außerdem heißt es laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO „International Labour Organisation“), dass Kinder, welche im Alter von unter 14 Jahren arbeiten, nicht fähigseien, sich mental, sozial, physisch und moralisch zu entwickeln.

Einem Bericht der ILO aus dem Jahr 2017 zufolge ist die Zahl der Kinderarbeiter/-innen weltweit von 246 Millionen im Jahr 2000 auf 152 Millionen im Jahr 2016 gesunken. Nichtsdestotrotz werden weiterhin Millionen von Kindern als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, vor allem in Ländern wie Indien. Die Hauptbundesstaaten, in denen Kinderarbeit hier ein großes Thema ist, sind Bihar, Uttar Pradesh, Rajasthan, Madhya Pradesh und Maharashtra. Die meistverbreiteten Formen von Kinderarbeit in Indien sind dabei zum Beispiel Sklaverei, Kinderhandel, Zwangsarbeit und Bettelei.

Doch gibt es Maßnahmen, um die Zahl der Kinderarbeiter/-innen weiterhin zu senken? In den letzten Jahrzehnten hat die indische Regierung einige Gesetze akzeptiert, um gegen Kinderarbeit angehen zu können. 1933 wurde beispielsweise ein Gesetz in Kraft gesetzt, welches gefährliche Tätigkeiten, die die mentale, spirituelle, moralische oder soziale Entwicklung für Jungen und Mädchen jünger als 18 Jahre schädigen könnte, untersagt.

Trotzdem kann die Ausbeutung aus verschiedenen Gründen fortgeführt werden. Ein Auslöser ist, dass viele Menschen Gesetzeslücken im indischen Gesetz ausnutzen, was ihnen erlaubt, Kinder arbeiten zu lassen, wenn die Tätigkeit Teil des Familienbetriebs ist. Dass das aber nicht immer der Fall ist, dürfte jedem bewusst sein.

Was ist nach dem kurzen Überblick festzuhalten? Ist Kinderarbeit in Indien wirklich noch so ein großes Problem? Definitiv. Trotz einiger Gesetze, die Kinder vor Ausbeutung in Indien schützen sollen, gibt es immer noch viele, die in Restaurants, in Fabriken und auf dem Land in ganz Indien zur Arbeit genötigt werden. Die politische Situation muss sich ändern. Damit dies geschieht, könnten Gesetze gegen Kinderarbeit verschärft und strenger vollzogen werden. Zwar ist die Zahl der Betroffenen fast um ein Drittel zurückgegangen, dennoch bleibt Kinderarbeit eine Herausforderung, die weiterhin ein wichtiges Thema bleibt und zudem immer noch ein Hindernis für viele Kinder darstellt, ein glückliche Kindheit zu erleben.

Deshalb sollte uns im Gedächtnis bleiben: Während wir unsere Jugend, Bildung und Möglichkeiten unsere Zukunft zu gestalten genießen, müssen Kinder, jünger als wir, in Fabriken, auf Feldern und in Stollen arbeiten, bekommen wenig Lohn und müssen mit für ihr Familie sorgen.

Quellen:

https://theirworld.org/explainers/child-labour