Sebastian Fitzek – oder wie ein Arztbesuch einen Star des deutschen Psychothrillers hervorbrachte

„Als die halbe Stunde verstrichen war, wusste er, dass er seine Tochter nie wiedersehen würde.“

So beginnt das Krimi-Debüt von Sebastian Fitzek „Die Therapie“, dass er im Jahr 2006 veröffentlichte. Es folgten weitere Werke wie beispielsweise „Der Augensammler“ (2010) oder „Der Insasse“ (2018). Auf der offiziellen Internetseite des Autors sind unter der Kategorie „Alle Werke“ bereits 39 Bücher aufgelistet, darunter auch sein neuer Psychothriller „Die Einladung“, der ab Ende Oktober 2023 gelesen werden kann, und von den Fans schon mit großer Spannung erwartet wird.

Sebastian Fitzek ist 1971 in Berlin geboren. Aktuell ist er der erfolgreichste deutsche Autor im Genre Psychothriller. Er wurde bereits mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Seine Leidenschaft für Thriller entwickelte sich bereits in seiner Kindheit, als er mit seinem Freund Ender FSK-18-Videos ansah, die dieser aus der Wohnung seines Vaters geschmuggelt hatte. Bis zu seinem 15. Lebensjahr träumte Fitzek davon, Tennisprofi zu werden. Ein weiterer Traumberuf des jungen Sebastian war es Rockstar zu werden, doch auch dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Als er merkte, dass auch das Studium der Tiermedizin nicht seinen Vorstellungen entsprach, wechselte er zu Jura und absolvierte das erste Staatsexamen mit anschließendem Doktor im Urheberrecht. Anschließend machte er beim Radiosender 104.6 ein Volontariat und bekam drei Jahre später ein Angebot als Chefredakteur beim Berliner Rundfunk. Fitzeks erste Bücher waren Sachbücher, die er während seiner Zeit als Chefredakteur beim Radio schrieb. Die Idee seinen ersten Thriller zu schreiben fiel Fitzek im Jahr 2000 ein, als er im Wartezimmer eines Arztes auf seine damalige Freundin wartete. Dabei schossen ihm folgende Fragen durch den Kopf: „Was, wenn meine Freundin nie wieder aus dem Praxiszimmer herauskommt? Was, wenn mir alle sagen, sie wäre dort gar nicht erst hineingegangen?“ Mit genau dieser Szene beginnt sein erster Thriller „Die Therapie“. Das Buch handelt von dem Verschwinden eines kleinen Mädchens aus dem Behandlungszimmer ihres Arztes, wobei ihrem Vater gesagt wird, sie hätte dieses nie betreten.

In seinen Thrillern verarbeitet Fitzek Themen und Erlebnisse aus seinem Alltag, von denen er inspiriert wird. Kuriose Situationen, die bei Klassentreffen, Elternabenden oder im Kindergarten seiner Kinder passieren, werden unter anderem zu Szenen in seinen Werken. Fitzeks Bücher, die mittlerweile in vierundzwanzig Sprachen übersetzt werden, sind immer zu Bestsellern aufgestiegen.

Neben seinen Thrillern und den anfangs verfassten Sachbüchern gibt es auch noch Bücher aus einem weiteren Genre. Bei dem Roman „Elternabend“ beschreibt Fitzek dies bereits auf der Titelseite: „Kein Thriller (Auch wenn der Titel nach Horror klingt).“ Im Jahr 2017 brachte der Autor auch ein Kinderbuch namens „Pupsi und Stinki“ auf den Markt. Zu seinen weiteren Werken zählt auch der 2019 veröffentlichte Roman „Fische, die auf Bäume klettern. Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben.“

Der Thrillerautor wird oft gefragt, bei welchem seiner Werke man am besten einsteigen sollte. Er selbst beschreibt seine Bücher als unterschiedlich und vielfältig. Der Leser sollte also danach gehen, was den jeweiligen Vorlieben entspricht, da es sich bei Fitzeks literarischen Erzählungen in der Regel um Einzelgeschichten handelt. Anstatt nur den Klappentext zu lesen, rät er den Lesern vielmehr sich mit den ersten Kapiteln zu beschäftigen, um sich ein besseres Bild von der folgenden Geschichte machen zu können. Mit seinen spannend schaurigen Geschichten wird es Fitzek sicherlich mit seinem neuen Thriller erneut gelingen, seine Fans von seinen Fähigkeiten als „Meister des Grauens“ zu überzeugen und in seinen Bann zu ziehen.  

Quellen

https://www.kino.de/artikel/reihenfolge-der-sebastian-fitzek-buecher–83g4f4cw7x

https://www.stern.de/kultur/sebastian-fitzek-ist-autor-und-meister-des-grauens-33926082.html

Der Hamas-Angriff auf Israel vom 07.10.2023

Am Samstagmorgen, den 07.10.2023, kam es vom Gaza-Streifen aus zu einem Großangriff der Terrororganisation Hamas, auf das Nachbarland Israel. Dieser äußerte sich in Raketenbeschuss und einem bewaffneten Angriff der Hamas-Milizen. Nun hat sich die Lage zu einem weiteren Krieg zwischen der Terrororganisation und Israel zugespitzt.

Der Angriff kam für viele Israelis und die Regierung unerwartet. Die Militäroperation der Hamas begann mit dem Abschuss tausender Raketen am frühen Samstagmorgen auf israelische Städte und zivile Ziele, so etwa in Tel-Aviv. Des Weiteren begann die radikal-islamische Hamas, neben den Luftangriffen, auch mit einer Bodenoffensive und überwand den streng bewachten Grenzzaun Israels, zum Gaza-Streifen. Nachdem die Terroristen in israelisches Grenzgebiet eingedrungen waren, kam es zu Geiselnahmen an Israelis und an Zivilisten ausländischer Staatsangehörigkeit, darunter auch an Deutschen. Die meisten dieser Geiseln wurden in den Gaza-Streifen verschleppt und Berichten zufolge wurden zahlreiche Gewalttaten gegen diese verübt, was ein Verstoß gegen internationales Recht darstellt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu kündigte bereits Vergeltungsschläge gegen die Hamas an, weshalb er die Zivilbevölkerung des Gaza-Streifen zur Flucht aufrief. Ziel des geplanten israelischen Gegenangriffs sei die Zerstörung militärischer und administrativer Einrichtungen, um einen erneuten Angriff der Hamas in naher Zukunft zu verhindern. Gleichzeit stellte Israel die Stromversorgung in den Gaza-Streifen ein sowie den Import von Gütern in die Region.

Der Plan der Hamas ist derselbe wie schon seit ihrer Gründung im Jahr 1987, die Zerstörung Israels, sowie die Errichtung eines islamischen Staats Palästina, auf israelischem Staatsgebiet. Zuerst trat die Hamas als humanitäre Organisation im Gaza-Streifen auf, was ihr große Popularität in der verarmten Bevölkerung der Region einbrachte und schließlich zu ihrem Wahlsieg im Jahr 2006 führte. Nachdem Wahlsieg der islamistischen Hamas verschärfte sich jedoch die Situation mit der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und der dort führenden säkularen Fatah Fraktion. Dies führte dazu, dass die Hamas 2007 gewaltsam die Kontrolle im Gaza-Streifen an sich riss. Daraufhin führte sie in den folgenden Jahren immer wieder Kriege gegen Israel, weshalb die Hamas in vielen westlichen Staaten auch als Terrororganisation eingestuft wird. Der bisher letzte Krieg ereignete sich im Jahr 2021. Nun distanziert sich die säkulare Fatah Fraktion der PLO, unter dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, von den Taten der Hamas. Die PLO, welche sich als einzig legitime Vertretung Palästinas sieht, sowie die palästinensische Bevölkerung, stehen laut Abbas, für einen friedlichen Widerstand gegen die israelische Besatzung, weshalb die Taten der Hamas nicht das palästinensische Volk repräsentieren.

Israel erhält währenddessen auf internationaler Ebene viel Unterstützung. Die USA sowie die meisten Staaten der Nato und EU haben Israel bereits ihre Solidarität zu gesagt, so auch Deutschland. Laut ihnen habe Israel nun das Recht, sich gegen diese terroristischen Angriffe zu verteidigen und Vergeltungsschläge gegen die Hamas auszuüben. Olf Scholz reiste bereits am 17.10 nach Israel, dazu sagte er auf einer Pressekonferenz in Tirana: „Es ist mir wichtig, die Solidarität mit Israel auch ganz praktisch mit meinem Besuch zum Ausdruck zu bringen.“ Bei seinem Israelbesuch wurde vor allem über die Sicherheitslage und die mögliche Beschränkung des Konflikts auf den Gazastreifen sowie über humanitäre Hilfe gesprochen. Des Weiteren sicherte Scholz umfassende Unterstützung für die Lieferung aller benötigen Waffen zu und eine Hilfe für Israel in der Krisendiplomatie sowie in der Verständigung mit den anderen Staaten im Nahen-Osten. Während die meisten Islamischen Staaten wie etwa die Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien oder Qatar sich für eine Beilegung des Konflikts stark machen, begrüßt man im Iran hingegen den Hamas-Angriff und beglückwünscht die Terroristen zu ihrem Erfolg. Auch die vom Iran unterstützte, im Libanon tätige, islamistische Terrororganisation Hisbollah, begrüßt die Situation im Gaza-Streifen.

Israel befindet sich laut Netanyahu nun im Krieg. Dieser Krieg gefährdet nicht nur die Stabilität in der Region, sondern auch die kritische humanitäre Lage im Gaza-Streifen. Die einzige Lösung um den Frieden zu wahren und den Konflikt sowie das Leid der Zivilbevölkerung, schnellst möglich zu beenden, ist ein Waffenstillstand zwischen der Hamas und Israel, welcher jedoch nun in weite Ferne gerückt ist.

Quellen:

Scholz plant offenbar Reise nach Israel | tagesschau.de

Palästinenserpräsident Abbas distanziert sich von Hamas-Taten | tagesschau.de

Scholz zu Angriffen aus Gaza: „Deutschland steht an Israels Seite“ | tagesschau.de

Liveblog zu Nahost: ++ Netanyahu kündigt Rache für Hamas-Angriffe an ++ | tagesschau.de

Eskalation in Nahost: Was ist die Hamas? | tagesschau.de

Hamas-Überfall: Hunderte Tote nach Angriffen auf Israel | tagesschau.de

Der Fall Hans-Georg Maaßen

Nach Jahre langen und wiederkehrenden innerparteilichen Konflikten in der Christlich Demokratischen Union (CDU) um den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen (CDU), dessen Äußerungen sich in ihrem Sprachgut dem Völkischen und Antisemitischen annähern, ist eine Entscheidung gefallen. Denn Maaßen wurde ein Ultimatum gestellt, die Partei bis zum Sonntag den 5.2.2023 freiwillig zu verlassen, sonst drohe ihm ein Parteiausschlussverfahren.

Schon seit dem Jahr 2018 ist die Person Hans-Georg Maaßen nicht unumstritten. Als es in jenem Jahr zu heftigen Ausschreitungen in Chemnitz durch Rechtsradikale kam, bestritt Maaßen diese Konflikte und zweifelte sie in ihrer Gefahr an. Aufgrund seines Handelns musste er schließlich auch den Posten als Verfassungsschutzpräsident räumen. Des Weiteren wird dem heute 60-Jährigen vorgeworfen die Beobachtung der in Teilen rechtsextremen AfD, durch den Verfassungsschutz, während seiner Amtszeit, massiv gebremst zu haben. Daraufhin trat Maaßen auch der rechtskonservativen Werte Union bei, welche sich als Basis Bewegung der CDU für konservativere Werte versteht, jedoch von der Partei nicht als solche anerkannt wird. Ende Januar wurde Maaßen schließlich auch mit einer großen Mehrheit zum Vorsitzenden der Werte Union gewählt.

Laut Aussagen von Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU, befanden sich die Äußerung Maaßens bis jetzt noch immer gerade so unter der Grenze für aktives parteischädigendes Verhalten. Diese Grenzen hat er jedoch nun für die Meisten in einem Interview mit einem rechtsgerichteten Internetportal deutlich überschritten. Dort sprach Maaßen von einem ‘‘eliminatorischem Rassismus gegen Weiße‘‘ sowie von einer ‘‘rot-grünen Rassenlehre‘‘, welche laut ihm in der Bundesrepublik vorherrschen. Diese Aussagen sollen letztendlich zu einem geplanten Schlussstrich hinter den Fall Hans-Georg Maaßen führen. Denn die CDU unter Friedrich Merz will sich nun deutlich stärker politisch von rechts abgrenzen. Aus diesem Grund wurde Maaßen, mit Zustimmung des CDU-Präsidiums, durch den CDU-Generalsekretär Mario Czaja, zum freiwilligen Austritt aus der Partei bis Sonntagmittag den 5.2.2023 aufgerufen. Sollte Maaßen dieser Forderung nicht nachkommen drohe ihm ein Parteiausschluss verfahren. Als Grund für dieses Vorgehen lies das CDU-Präsidium verlauten: „Für seine Äußerungen und das damit zum Ausdruck gebrachte Gedankengut ist in unserer Partei kein Platz.“. Auch der Vorsitzende des Landesverbands der CDU in Thüringen habe Hans-Georg Maaßen aufgefordert die Partei zeitnahe zu verlassen. Doch trotz jeder Kritik hält Maaßen an seinen Äußerungen fest, er spricht von einer „pauschalen Verunglimpfung“ seiner Person und weist darauf hin, dass was er gesagt habe „…ist nicht rassistisch, sondern das, was viele Menschen im Land denken.“, so der ehemalige Verfassungsschutzpräsident.

Ob Maaßen nun freiwillig aus der CDU austritt bleibt weiterhin offen, jedoch kündigte er bereits an, die Schriften seiner Partei an ihn, welche ihn zum Parteiaustritt auffordern, von seinen Anwälten prüfen zulassen, da laut ihm die Kriterien für ein Ausschlussverfahren seiner Person nicht gegeben sind. Das Verfahren des Parteiausschlusses eines Mitglieds ist im Grundgesetz genaustens geregelt um Willkür bei diesem Vorgang zu vermeiden und um die Meinungsvielfalt innerhalb einer Partei zu wahren. Deshalb lautet der einzige Grund für Parteiausschlussverfahren wie folgt: „Ein Mitglied kann nur dann aus der Partei ausgeschlossen werden, wenn es vorsätzlich gegen die Satzung oder erheblich gegen Grundsätze oder Ordnung der Partei verstößt und ihr damit schweren Schaden zufügt.“. Diese Grenze ist jedoch schwer festsetzbar. Deshalb führen Parteiausschlussverfahren meist zu langwierigen Prozessen welche über Jahre hin andauern können. Ein Beispiel wäre der ehemaliger Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD), welcher erst 2020 nach drei Parteiordnungsverfahren aus der SPD ausgeschlossen wurde.

Sollte Maaßen sich nun wie vermutlich nicht für einen freiwilligen Austritt aus der CDU entscheiden, würde es zu einem Parteiausschlussverfahren kommen, dessen langwieriger Prozess könnte die Volkspartei in ihrer Handlungsfähigkeit gegenüber anderen politischen Themen enorm einschränken. Des Weiteren könnte Maaßen sich als Märtyrer darstellen, dies würde ihm im Gegenzug eine Bühne für seine politische Agenda liefern, genau der Fall den die CDU eigentlich verhindern wollte.

Quellen:

Maaßen und die CDU: Warum ein Parteiausschluss nie einfach ist | tagesschau.de

Partei setzt ihm Frist : CDU-Präsidium fordert Maaßen zum Austritt auf | tagesschau.de

Möglicher Parteiausschluss: CDU wendet sich gegen Maaßen | tagesschau.de

Fall Maaßen: Riskante Bewährungsprobe für die Merz-CDU | tagesschau.de

Ex-Verfassungsschutzchef: Maaßen neuer Chef der Werteunion | tagesschau.de

Juniorwahl am Gymnasium Seligenthal zur Landtagswahl in Bayern

Am 06.10.2023 fand an unserem Gymnasium die Juniorwahl zur Landtagswahl in Bayern statt. Die Wahlbeteiligung war mit 82% sehr hoch. Insgesamt gaben 401 von 491 Wahlberechtigten aus den Klassen 8-12 ihre Stimmen ab.

Bereits im Vorfeld wurden im Rahmen des Unterrichts die fachlichen Grundlagen geschaffen. So lernten die Schüler nicht nur das Wahlsystem kennen, sondern beschäftigten sich auch ausgiebig mit der Demokratie, dem Parteienspektrum und dem Wert, in freien Gesellschaften selbst durch die Abgabe der eigenen Stimme im wahrsten Sinne des Wortes „die Wahl“ zu haben.

Geplant und ausgeführt wurde der Wahltag von der Klasse 10d. Die Schülerinnen und Schüler sorgten dafür, dass im Wahlraum alles geordnet und v.a. korrekt ablief und zeichnete sich auch verantwortlich für die Auszählung der Stimmen.

AfD bei den Landtagswahlen

Am 8. Oktober wird in Bayern wieder der Landtag gewählt und der Wahlkampf ist in vollem Gange. Doch wie stehen die Wahlberechtigten zu rechten Parteien wie der AfD und wieso sind gerade diese momentan bei den Menschen beliebt?

Der Bayerische Landtag hat mindestens 180 Sitze und wird alle 5 Jahre (zuletzt am 14.10 2018) gewählt. Ab 18 Jahren ist man hierfür wahlberechtigt. Um als Partei Sitze im Landtag zu erhalten, muss die sogenannte 5-Prozent-Hürde überschritten werden, sie muss also mindestens 5 Prozent der Stimmen gewinnen. Für die kommende Wahl wurden bereits vielerlei Wahlumfragen durchgeführt, die jedoch keine konkreten Prognosen sind und stets auch eine Fehlertoleranz beinhalten.

In den aktuellen Wahlumfragen vom 29.09.2023 für den bayrischen Landtag liegt die CSU weiterhin an erster Stelle mit 36 Prozent der Stimmen. Den zweiten Platz kann man jedoch nicht so genau voraussehen, da die Parteien Freie Wähler, Grünen und AfD sich hier oft nur durch ungefähr 1 Prozent unterscheiden, mit 15,8- 16 Prozent für die Freien Wähler, 14,7 -16 Prozent für die Grünen und 13,7-14 Prozent für die AfD. Doch auch obwohl die AfD „nur“ auf dem 4. Platz in den Wahlumfragen steht, ist ein weiterer Aufstieg der Partei nicht ausgeschlossen, aufgrund der Fehlerrate der Umfragen.

Dies ist der Stand in Bayern, doch wird auch ganz Deutschland AfD-zugewandt? Die Zahlen würden dies bekräftigen. Ein extremes Beispiel hierfür wäre das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat die AfD bei Umfragen gerade 32 Prozent der Stimmen und wäre damit die Spitzenpartei. Bei den letzten Wahlen waren es noch 16 Prozent. Auch zu bemerken ist, dass eine ebenso große Differenz zwischen West- und Ostdeutschland herrscht. Westdeutschland liegt hier bei 15,8 Prozent Stimmen für die AfD, während es laut den Wahlumfragen in Ostdeutschland ganze 27,9 Prozent sind.

Doch wie kommt es dazu? Wieso unterstützen immer mehr Menschen rechte Parteien wie die AfD? Und wieso passiert dies ausgerechnet in Ostdeutschland?

Ein Grund sei laut der Sonntagsfrage der Komplex der Energie-, Umwelt- und Klimapolitik. Für jeden zweiten AfD-Anhänger (47 Prozent) ist dies eines der wichtigsten Themen für ihre derzeitige Wahlentscheidung für die AfD. Außerdem nennen knapp zwei Drittel der AfD-Anhänger die Zuwanderung als eines der drei wichtigsten Themen für die Entscheidung, derzeit die AfD wählen zu wollen. Aber der vermutlich wichtigste Aspekt ist die Verdrossenheit mit der Regierung. Viele Menschen fühlen sich ungerecht behandelt, wegen der vielen Krisen der heutigen Zeit (wie die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die Flüchtlingskrise), die weiterhin zu der Unzufriedenheit mit der Arbeit der Regierung beitragen. Die AfD wählen zu wollen, könnte deswegen eine Reaktion sein, um die Politiker für dies zu „strafen“. Denn die AfD ist fast immer gegen das, was andere Parteien befürworten. Wenn die Menschen nun steigende Unzufriedenheit mit den weiteren Parteien empfinden, behauptet die AfD eine gute Alternative zu sein, ganz gemäß ihrem Wahlprogramm „Alternative für Deutschland“.

Viele Menschen im Osten fühlen sich oftmals wie Bürger zweiter Klasse im Vergleich zum Westen und sehen sich bei Themen, wie z. B. ungleichen Löhnen und Renten, vernachlässigt von der Regierung. Sie empfinden den Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland oftmals als immer noch stark bestehend und als teilweise übergangen von der Regierung. Dies mache sie vermutlich noch anfälliger für Vorhaben der AfD wie die Migration in die Sozialsysteme zu beenden.

Angela Merkel kommentierte dieses Thema in ihrem ersten TV-Interview nach ihrer Amtszeit mit Mitri Sirin für die Zdf-Doku „Am Puls – Wie viel Einheit haben wir erreicht?“.  Auf die Frage, ob sie es verstehen könnte, dass Menschen im Osten dafür Verständnis geäußert haben, dass  Ostdeutsche immer verstärkt die AfD wählen würden, antwortete sie folgendes : „ Nein, ich möchte dafür kein Verständnis äußern, weil ich verstehe, dass man über manches verärgert ist, dass man nicht alles gut findet, aber ich bin nicht dazu bereit, zu akzeptieren, dass man deshalb Ideen und Gedankengut unterstützt, was für mich nichts mit dem, was ich als Toleranz, oder was im Rahmen meiner Toleranz akzeptabel ist, zu tun hat. Und wenn man sich sozusagen auf Kosten anderer Menschen, auch anders aussehender Menschen, von Menschen mit anderer Biografie, profiliert, dann ist das nichts, wofür ich Verständnis habe, da würde ich immer dagegen argumentieren und würde sagen, man kann in dieser demokratischen Gesellschaft auch wirklich auch anders seine Kritik und seinen Ärger zum Ausdruck bringen.“

Doch wäre es ein Problem, wenn die AfD in Deutschland weiterhin an Stimmen gewinnt?

Meiner Meinung nach: Ja, definitiv. Die AfD ist eine sehr rechtspolitische Partei, deren Wahlprogramm und Mitglieder extreme Aussagen treffen, die, wie ich finde, in keiner Weise vertretbar sind und eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland darstellen könnten. Dies bekräftigt auch der Fakt, dass der Verfassungsschutz die AfD in Bayern als gesamte Partei beobachten kann und die Öffentlichkeit darüber informieren darf. Die Behörde will herausfinden, welchen Einfluss extremistische Strömungen innerhalb der Gesamtpartei haben und in welche Richtung sich die Partei entwickelt. Auch erklärte der Verwaltungsgerichtshof Bayern weiter: „Das LfV (Landesamt für Verfassungsschutz) geht zu Recht davon aus, dass tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen der AfD als Gesamtpartei bestehen“.

Quellen :

https://dawum.de/AfD/

https://dawum.de/Bayern/

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/afd-politbarometer-rekordwert-100.html

https://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/Politbarometer/

https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/hoert-uns-zu-wir-ostdeutsche-und-der-westen/rbb-fernsehen/Y3JpZDovL3JiYl8yODI4MDYzMC1iNDNkLTQ1ZWItODcxZC1mZTcxNjQ1ZjNlMTNfcHVibGljYXRpb24

https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend/deutschlandtrend-3368.html

https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/sonntagsfrage/

https://www.zdf.de/nachrichten/politik/gericht-verfassungsschutz-afd-partei-bayern-beobachtung-100.html

Bedeutet ChatGPT des Ende des Journalismus? Die Klasse 10b fragt nach

Die Klasse 10b befragte Medienvertreter: Hat Journalismus überhaupt noch eine Zukunft?

Glaubt man den Experten und dem Chatbot selbst: ja, unbedingt!  

Wir, die Klasse 10b, beschäftigten uns im Fach Sozialpraktische Grundbildung vertieft mit dem Thema Medien und untersuchten unter anderem, vor welche Herausforderungen das Berufsfeld aktuell durch ChatGPT, Social Media und Fake News gestellt wird.

Christoph Wittmann (Bayerischer Rundfunk)

Auch die Rolle und den Aufbau der Öffentlich-Rechtlichen Nachrichtensender (ÖRR) betrachteten wir näher. Natürlich recherchierten wir hier auch die jüngsten Skandale (z.B. rund um den rbb), jedoch wollten wir es dann doch noch genauer wissen und luden Christoph Wittmann – einen Redakteur der Sendung „quer“ (BR) – ein, um ihn zu interviewen. 

Unser Gast zeigte uns anfangs gleich auf, wie umfangreich der Auftrag an den ÖRR aussieht und wie herausfordernd es ist, die richtigen Schwerpunkte zu setzen und alle Interessensgruppen möglichst ausgewogen und zeitgemäß zu bedienen.

Im Anschluss sprachen wir gemeinsam über die Komplikationen, die entstehen, wenn Menschen nur noch Social Media benutzen und keine Qualitätssendungen konsumieren. Wieso ist das so problematisch? Nun, öffentlich-rechtliche Nachrichten geben zum Beispiel ihre Quellen an und versuchen Fake News zu enthüllen. Das ist aufwendig und kostet enorm viel Geld, schafft aber auch Vertrauen. Der Job der Journalistin, so Christoph Wittmann, werde sich sicherlich verändern, aber das genaue Einordnen von Nachrichten und das Unterscheiden von Wahr und Falsch, das seien Bereiche, in denen Chat-GPT den Menschen auf absehbare Zeit nicht ersetzen könne.

Natürlich interessierte uns auch brennend, wie lange es denn dauert, einen Fernsehbeitrag zu filmen, was dabei wichtig ist und wie viele Menschen daran beteiligt sind. Das taten wir anhand eines fünf-minütigen Clips, an dessen Entstehung unser Gast für „quer“ mitverantwortlich war. In diesen fünf Minuten steckten, so der Redakteur, etwa eine Woche Arbeit und es seien viele Leute involviert.  Wir nahmen Christoph Wittmann auf jeden Fall ab, dass er seinen „absoluten Traumjob“ gefunden hat und sind froh, dass er in seinem „kommunikativen Job den PolitikerInnen oft ziemlich auf die Nerven gehen muss.“

Gökalp Babayiğit (Süddeutsche Zeitung)

Wenige Tage darauf wurde uns die Möglichkeit geboten, per MicrosoftTeams ein Interview mit dem Geschäftsführenden Redakteur und stellvertretenden Nachrichtenchef der Süddeutschen Zeitung (SZ), Gökalp Babayiğit, zu führen. Ein absolutes Highlight!

Gleich zu Beginn unserer Fragerunde erklärte uns der Herr Babayiğit, dass er und sein Team seit Längerem daran arbeiten, die SZ gerade für junge Medienkonsumenten attraktiv zu gestalten, z.B. mit verstärkter Präsenz auf Instagram. Junge Menschen könnten so seriöse Quellen in ihren Alltag integrieren. Im Moment folgen 700.000 Menschen der SZ!

Unser Interviewpartner bot uns eine große Bandbreite an Informationen über seinen Arbeitsalltag als Journalist und stellvertretender Ressortleiter. Außerdem erläuterte er, dass hinter jedem Artikel, der von der SZ veröffentlicht werde, nicht nur ein einzelner Reporter, sondern ein ganzes Team stecke. Vor allem an der Recherche seien mehrere Mitarbeiter beteiligt, z.B. Berichterstatter vor Ort, Korrespondenten im Ausland, aber auch Nachrichtenagenturen, die bei der Informationsbeschaffung unterstützen. Herr Babayiğit verwies hier auf die „Kunst des Weglassens“, die für ihn den essenziellsten Bestandteil seiner Arbeitsweise darstelle: „Wir könnten jeden Tag fünf Zeitungen füllen, mit dem, was auf der Welt passiert, wir müssen aber aussuchen, was das Wichtigste für den Leser ist. Und das ist die Aufgabe: Information bewerten, prüfen, recherchieren und verifizieren lassen und dann so aufschreiben, dass es jeder versteht!“

Unweigerlich bewegte sich der Fokus aber dann wieder auf Fragen, die wir bereits mit Herrn Wittmann intensiv diskutiert hatten. Bedeuten die sozialen Medien und künstliche Intelligenzen wie ChatGPT das Ende des Journalismus?

Soziale Medien sind durch ihre Präsenz und Relevanz in unserer Gesellschaft eine häufig genutzte und präferierte Informationsquelle, die durch ihre Kürze und Simplizität überzeugt. Herr Babayiğit sieht das durchaus kritisch: „Wir merken es immer, wenn irgendetwas Großes passiert in der Welt, an unseren Leserzahlen, dass die Leute Orientierung suchen. Sie wollen unbedingt geprüfte, journalistisch saubere Nachrichten lesen. (…) Das heißt meines Erachtens wird Journalismus immer wichtiger, durch diese ganzen Entwicklungen.“

Uns wurde wieder bewusst, dass der Beruf und das Handwerkszeug der Journalistin weiterhin erlernt werden muss, um die Verbreitung von Falschmeldungen zu reduzieren und zu minimieren. Genau wie Herr Wittmann bezeichnete Herr Babayiğit seinen Beruf als „Traumjob“, den er schon seit der 5. Klasse verfolge.  

Herr Babayiğit gewährte uns einen informativen und umfangreichen Einblick in das Berufsfeld Journalismus und Medienarbeit. Sicherlich inspirierte er damit einige SchülerInnen für die Wahl eines späteren Berufsfeldes.

Abschließend bedanken wir uns herzlich bei Christoph Wittmann, Gökalp Babayiğit und unserem Lehrer Herr Menauer, dass uns dieses Projekt ermöglicht wurde.

Anna Meindl, Leonie Glatz, Laura Janssen

Meinung: Vivienne Westwood – Modepüppchen rebelliert

Am 29. Dezember vergangenen Jahres starb eine der berühmtesten Modedesignerinnen unserer Zeit: Vivienne Westwood. Ohne Zweifel waren es ihre Kleidungsentwürfe, die sie zu einer bekannten Persönlichkeit machten. Sie lediglich auf den Beruf der Modeschöpferin zu reduzieren, wäre jedoch ein Fehler. „I am a fashion designer and activist.“ – so beschrieb sie schließlich selbst ihre Tätigkeit. Es waren nicht nur die Kleidungsstücke selbst, sondern vor allem die oft politischen, kontroversen und unkonventionellen Botschaften dahinter, welche Aufmerksamkeit erregten. Rückblickend auf ihr Leben sollen nun ihr Werdegang und politischer Aktivismus dokumentiert werden.

Vivienne Isabel Swire wurde am 8. April 1941 in einer kleinen Stadt namens Glossop in der englischen Grafschaft Derbyshire geboren. Sie wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf: Ihr Vater war Schuster, ihre Mutter Arbeiterin in einer Baumwollspinnerei. Sie besuchte die „Glossop grammar school“ bevor ihre Familie 1958 nach London zog.

Dort studierte sie kurzzeitig an der „Harrow School of Art“, arbeitete dann aber in einer Fabrik und ließ sich schließlich zur Grundschullehrerin ausbilden. 1962 heiratete die Lehrerin Derek Westwood und bekam ihren ersten Sohn. 1965 folgte jedoch bereits die Scheidung und sie lernte Malcolm McLaren kennen, Kunststudent und zukünftiger Manager einer populären Punk-Band, die „Sex Pistols“. Westwood, die mittlerweile selbst erlernte Schmuck- und Modedesignerin war, eröffnete zusammen mit ihrem neuen Partner und dem Vater ihres zweiten Sohnes eine Boutique in der King’s Road 430 in London. Die dort verkauften T-Shirts mit provokativen Schriftzügen standen oft in der Kritik rechts-konservativer Politiker, fanden jedoch Gefallen in der Punk-Szene, die die englische Gesellschaft der 1970er verurteilte. Eines dieser T-Shirts von 1977, das mit dem Wort „Destroy“ bedruckt war, sollte zum Aufstand gegen Diktatoren wie Augusto Pinochet in Chile aufrufen. Doch das war erst der Anfang von Westwoods politischen Statements.

Seit 1986 trat sie getrennt von McLaren als unabhängige Designerin auf und erfreute sich zunehmender Beliebtheit. So wurde sie 1989 auf der Titelseite des Magazins „Tatler“ abgebildet, verkleidet als die damalige britische Premierministerin Margaret Thatcher. Somit wurde die Politikerin verspottet und der „Schaden“ angeprangert, den diese laut Westwood verursacht hatte. Einige Jahre später, 2005, war es erneut ein T-Shirt, das eine Botschaft beinhaltete: Das „I am not a terrorist“-T-Shirt kritisierte die geplanten Anti-Terror-Gesetze der englischen Regierung, welche unter anderem eine drei Monate lange Haft von Verdächtigen ohne Anklage ermöglichen sollte.

Ein weiteres Anliegen der Aktivistin war der Klimawandel. 2012 startete sie ihre „Climate Revolution“-Kampagne bei den Paralympics in London. 2013 arbeitete sie zusammen mit Greenpeace an einer Ausstellung mit Fotos von Prominenten, welche T-Shirts mit einem von Westwood gestalteten „Save The Arctic“-Logo trugen. 2014 schenkte sie dem einstigen Premierminister David Cameron einen Brief und eine Kiste mit Asbest zu Weinachten als Protest gegen Fracking, bei dem giftige Stoffe beim Extrahieren von Erdöl und -gas aus tiefen Gesteinsschichten freigesetzt werden. Schließlich nutzte sie auch ihre Modenschauen, um ihre Meinung zu vertreten. In ihrer „Red Label SS15 show“ von 2014 machte sie ihre Unterstützung der schottischen Unabhängigkeit deutlich und ein Jahr später, in der „Red Label AW15 show“, animierte sie die Zuschauer dazu, die grüne Partei zu wählen. Bis zu ihrem Tod stellte sie letztendlich zusammen mit ihrem zweiten Ehemann und Geschäftspartner Andreas Kronthaler sicher, dass ihre Modemarke Nachhaltigkeit befürwortet und das von ihr Gepredigte auch in die Tat umgesetzt wird.

Vivienne Westwood war eine Frau, die es nicht scheute, für ihre Überzeugungen einzustehen, welche auch nach ihrem Tod nicht an Bedeutung verloren haben. Beeinflusst von der Punk-Bewegung hat sie ihr ganzes Leben lang gegen Missstände rebelliert. Sie nutzte die Mode als Element der Kunst, kombinierte aber diese mit gesellschaftlichen Themen und machte sie somit zum Überbringer ihrer Ansichten. Die Modeikone ist gestorben, aber ihre Marke lebt weiter und setzt den Aspekt der Nachhaltigkeit fort. Ebenso hören Menschen nicht auf, dafür einzustehen, wofür sich Westwood ausgesprochen hat.

Quellen:

https://www.viviennewestwood.com/de/

https://www.dazeddigital.com/fashion/article/24335/1/vivienne-westwood-s-top-ten-political-moments

https://www.lofficielusa.com/fashion/vivienne-westwood-sex-pistols-punk-fashion-history

https://www.theguardian.com/lifeandstyle/gallery/2013/nov/30/vivienne-westwood-sexpistols

https://www.biography.com/fashion-designer/vivienne-westwood

https://www.britannica.com/biography/Vivienne-Westwood

Ehrenamtliche Tätigkeiten – eine Win-Win Situation?

ein Interview

 „Bayern lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Gesellschaft,“ 1 propagierte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller am 13. März 2018.

Das persönliche Engagement von Menschen in Bayern über 14 Jahren (ca. 5,2 Millionen Bürger/innen) wird durch die gelebte Solidarität als „Kitt der Gesellschaft“ bezeichnet. Besonders das Ehrenamt im Bereich Sport bietet generationsübergreifende Möglichkeiten zum gemeinsamen Dialog und ein breitgefächertes Betätigungsfeld. Drei Trainer, tätig im Sportbereich mit Kindern und Jugendlichen, beschreiben im Folgenden ihre Erfahrungen und langjährige Arbeit in ihrem Ehrenamt:

Wie bist du dazu gekommen, dich ehrenamtlich im Jugendbereich zu engagieren und wie würdest du deine Tätigkeit beschreiben?

Christoph: „Auf Anfrage der Vereinsführung als Papa eines Spielers bin ich dazu gekommen, das Training zu machen. Aktuell bin ich Co-Trainer im Fußball. Ich unterstütze mein Team im Training und bei der Spielvorbereitung und coache vor, während und nach dem Spiel. Zu meinen Aufgaben gehört außerdem die Organisation des Teams.“

Welche besonderen Fähigkeiten und Voraussetzungen benötigt man, um dieses Ehrenamt speziell mit Kindern und Jugendlichen auszuüben?

Markus: „Neben der „Liebe“ zum Sport und zur Bewegung ist sicherlich eine ordentliche Prise Empathie hilfreich, um mit den Kindern mehrmals in der Woche zu arbeiten. Grundsätzlich ist unser Anspruch im Verein, dass die Kinder lächelnd zum Training kommen und auch wieder lächelnd gehen, sprich – sie sollen aus eigenem Antrieb gerne zum Sport kommen und Freude an der Bewegung und am wahrscheinlich schönsten Mannschaftssport der Welt haben. Insofern müssen – soweit möglich – die Kinder da abgeholt werden, wo sie aktuell stehen und individuell gefördert werden. Empathie hilft zu erkennen, wo die Kinder sportlich aber auch mental stehen.“

Bist du der Ansicht, dass dein Engagement auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen einen Einfluss hat, wenn ja, welchen?

Markus: „Zu erkennen, dass man als Trainer/ Übungsleiter einer Gruppe eine absolute Vorbildfunktion einnimmt, dauert eine Weile. Durch die ständige Rückkopplung am Platz bei den Kindern, aber auch aus Gesprächen mit den Eltern, ergibt sich dies aber dann Stück für Stück. Als Trainer ist man ein „Anker“ außerhalb der Schule und weg von zu Hause, der den Kindern Halt geben kann, aber auch Fähigkeiten vermitteln kann, die im Mannschaftssport unabdingbar sind, z. B. Zusammenhalt, sich Einfinden in einer bestimmten Rolle, Akzeptanz und Respekt, wenn’s mal nicht so läuft, aus gemeinsamen „Niederlagen“ zu lernen und wieder anzupacken, was für das spätere Leben und auch im Beruf extrem hilfreich ist.“

Wie hat sich der Bereich des Ehrenamtes im Kinder- und Jugendbereich seit deinem Einstieg verändert, und wie lange übst du dieses schon aus?

Thomas: „Ich habe angefangen, als mein Sohn sechs Jahre war, das heißt, ich mache das jetzt seit 15 Jahren. Ich hatte ein Jahr eine kurze Unterbrechung, aber ansonsten mache ich das jetzt seit 15 Jahren ehrenamtlich. Ich glaube, dass sich gar nicht so viel verändert hat, also zumindest nicht, was ich jetzt sportlich mache. Ansonsten glaube ich, hat sich verändert, dass es im Ehrenamt schwieriger geworden ist, Leute zu finden, die sich engagieren. Man hat immer wieder die gleichen Leute, die sich engagieren. Also ich stelle fest, dass die Leute, die im Beruf auch engagiert sind, da Verantwortung übernehmen und das dann auch im Privaten, in einem Ehrenamt machen. Bei den Kindern haben sich vielleicht die Kinder ein bisschen verändert. Klar, es sind ganz andere Voraussetzungen heutzutage, als sie es vor 15 Jahren waren, auch die Formulare sind schon etwas mehr geworden, z. B. auch speziell durch Corona und auch davor schon, was man alles ausfüllen muss. Der Papierkram ist vielleicht ein bisschen mehr geworden, aber eigentlich nichts, was sich jetzt speziell im Ehrenamt verändert hat. Es ist eigentlich die allgemeine Veränderung, wie man es sonst auch überall anders antrifft, in den Schulen, in der freien Wirtschaft oder sonst irgendwo. Diese Veränderungen schlagen sich auch natürlich überall auf das Ehrenamt durch, aber ansonsten nichts Spezielles, denke ich, aus meiner Sicht.“

Woraus ziehst du deine Motivation, eine so wichtige Aufgabe ohne Bezahlung zu leisten?

Christoph: „Fußball ist eine der schönsten Sportarten. Kindern und Jugendlichen den Spaß und die Kenntnisse dazu zu vermitteln, „Soziale Arbeit“ zu leisten und in einer starken Gemeinschaft als Verein zusammenzustehen. Wenn ein Spieler später etwas kann, was jetzt noch nicht funktioniert, weil er gezeigt bekommt, wie es besser geht, ist das doch ein schönes Ziel.“

Herzlichen Dank für euer soziales Engagement und die Beantwortung meiner Fragen!

https://www.bayern.de/sozialministerin-mueller-neue-zukunftsstiftung-ehrenamt-bayern-staerkt-das-ehrenamtliche-engagement-in-bayern-buergerschaftliches-engagement/ 1

https://www.stmi.bayern.de/sug/engagement/index.php

https://www.stmi.bayern.de/sug/ehrungen/sportundgesellschaft/index.php

https://www.bayern.de/sozialministerin-emilia-mueller-ehrenamt-und-buergerschaftliches-engagement-sind-der-kitt-unserer-gesellschaft-buergerschaftliches-engagement/

Chinas Einfluss wächst – eine Gefahr für Deutschland?

Als Ende Januar 2023 ein riesiger Ballon im US-amerikanischen Luftraum entdeckt, und nach dem Abschuss klar wurde, dass es tatsächlich ein chinesisches Spionagewerkzeug war, gab es vor allem in den USA, aber auch in anderen Teilen der Welt, schockierte Reaktionen.

Selbst in den Tagen danach wurden überall auf dem amerikanischen Kontinent ähnliche Flugobjekte gesichtet. Logischerweise findet man es gruselig oder zumindest beunruhigend, wenn Spionage in einem so offensichtlichen Weg betrieben wird, und man fragt sich, warum so etwas überhaupt passiert.

Das Ironische an dieser Tatsache ist aber doch, dass weltweit über 1,5 Milliarden und in Deutschland mehrere Millionen Menschen die chinesische Internet-Plattform TikTok des Konzerns ByteDance nutzen. Diese lenkt aber anscheinend durch die vielen unterhaltsamen, teilweise lustigen oder süßen Videos mit Suchtpotential, davon ab, dass sie nicht gerade für ihren ausgezeichneten Datenschutz bekannt ist, im Gegenteil. Tatsächlich wurde für die Browser-Version Tiktoks von der französischen Datenschutzaufsichtsbehörde CNIL ein Bußgeld in Höhe von fünf Millionen Euro wegen des Verstoßes gegen die in Frankreich geltenden Datenschutzgesetze gefordert.  In den USA, die ohnehin ziemlich misstrauisch gegenüber China und von dort stammenden Produkten und Firmen sind, hat man für Abgeordnete des Kongresses die Nutzung der App verboten. In Deutschland geht man mit solchen Maßnahmen eher zögerlich um, vermutlich auch wegen der Befürchtung, den wichtigen asiatischen Handelspartner zu verschrecken. Das Verbot der Plattform durch ein spezielles Gesetz wurde in Deutschland durch Digitalminister Volker Wissing ausgeschlossen.

Interessanterweise hält aber ein großer Teil der Deutschen China für eine Bedrohung der Sicherheit in der Welt, laut einem ARD-Deutschlandtrend vom 3.11.2022. Das hat, neben den oben genannten, sicher noch andere Ursachen. Ganz offensichtliche Erweiterungen des chinesischen Einflusses werden von den europäischen Staaten sowie der EU gebilligt und sogar gefördert. So fing der „Ausverkauf“ europäischer Häfen an, als 2016 der griechische Hafen Piräus aufgrund der miserablen Finanzlage des griechischen Staates an chinesische Investoren wie Cosco praktisch verscherbelt wurde. Auch einige Terminals oder Anteile von Hafenbetreibern der größten Häfen in Europa, wie beispielsweise Rotterdam und Antwerpen, wurden veräußert.

Zudem hat die Abhängigkeit Deutschlands in mehreren Bereichen zugenommen, auch allgemein im Handel mit China. Denn das Handelsdefizit Deutschlands 2022 mit China beträgt aufgrund des großen Unterschieds der Wachstumsraten von Import und Export rund 84 Milliarden Euro, was eine Verdopplung zum Vorjahr darstellt. Zudem kommen im Moment 95 Prozent der Solarzellen, welche Deutschland für den Ausbau von Solarenergie und somit für die Energiewende braucht, aus der Volksrepublik. Wegen der mittlerweile beendeten Null-Covid-Strategie Chinas gab es vergangenes Jahr immer wieder Lieferengpässe, was zu Produktionsstopps bei den hiesigen Produzenten von Solaranlagen führte. Das zeigt, welche Macht China über die deutsche Wirtschaft ausüben könnte. Sowohl die Politik als auch die Firmen, welche sich oftmals aus Kostengründen auf eine einzige Produktquelle verlassen, scheinen also nicht wirklich etwas aus dem Desaster der Gasabhängigkeit Deutschlands von Russland gelernt haben. 

China wird immer einflussreicher und erlaubt es sich nun auch mehr oder weniger offensichtlich, mit dieser Macht zu agieren. Auch aus der Erfahrung mit anderen autoritären Staaten sowie der Geschichte sollte man auf eine gewisse Vorsicht im Umgang mit neuen Großmächten setzen.

Die Monarchie im Vereinigten Königreich – ein veraltetes System?

Im September letzten Jahres erreichte die Welt die Nachricht zum Tod der britischen Queen Elizabeth II. Mit siebzig Jahren Regierungszeit war sie die am zweitlängsten regierende Monarchin aller Zeiten, deren Tod Millionen von Menschen erschütterte. Doch nicht alle Briten trauerten um ihre Queen. Schon vor deren Tod, aber noch verstärkter seit diesem Ereignis kommt die Frage, ob die britische Monarchie abgeschafft werden sollte, immer häufiger auf. Nach der Krönung von Charles, dem Sohn der Queen, soll dieser Frage nun Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Die britische Regierung ist eine sogenannte „parlamentarische Monarchie“. Das bedeutet, dass sie zwar noch einen regierenden Monarchen, also einen König bzw. eine Königin besitzt, aber trotzdem von einem Parlament regiert wird. Das Parlament in Großbritannien besteht aus dem House of Commons (=Abgeordnetenhaus), dem House of Lords (=Oberhaus) und dem Königshaus. Im vergangenen Jahrhundert verlor der Monarch immer mehr an Bedeutung und nimmt heute eher eine Rolle der Repräsentation ein, ähnlich wie der Bundespräsident in Deutschland. Die Hauptaufgaben des heute regierenden King Charles sind bspw. die Aufforderung zur Regierungsbildung an die Partei, die bei einer Parlamentswahl gewonnen hat. Außerdem eröffnet er ein neues Parlament und löst dieses vor einer Neuwahl auf. Er bestätigt zudem Gesetzesentwürfe und kann bei Verfassungskrisen eingreifen. Vor allem unter der Regierung von Queen Elizabeth war ihre Rolle als unparteiische Vertraute des Premierministers sehr bedeutend. Sie plante wöchentliche Treffen mit ihm, um bei Problemen Hilfe leisten zu können und einen genaueren Einblick in die politischen Geschehnisse zu bekommen. Des Weiteren ist der Monarch dafür zuständig, Bürger für besondere Verdienste zum Ritter zu schlagen und stellt das Oberhaupt der anglikanischen Kirche dar, kann also in Absprache mit dem Kirchengremium Bischöfe ernennen.

Die Tradition und Geschichte der britischen Monarchie reicht weit zurück. Schon im 9. Jahrhundert wurde sie eingeführt, hat sich jedoch im Laufe der Zeit stark verändert. Die erste große Reform fand im Jahr 1215 statt. In der sogenannten „Magna Carta Liberatum“ wurden, aufgrund von Aufständen, mehr Rechte und politische Mitsprache für den Adel festgelegt und somit die Macht des damals herrschenden Kings John eingeschränkt. In der „Glorious Revolution“ von 1688/89 fand ein weiterer Kampf gegen die Monarchie statt, bei der gefordert wurde, dass das Parlament mehr Rechte bekommt und somit die Macht des Monarchen immer mehr eingeschränkt wird. Durch das Verfassungspapier, das 1689 festgelegt wurde, die „Bill of Rights“, wurden diese Rechte festgelegt und Großbritannien zu einer konstitutionellen Monarchie ernannt.

Das Vereinigte Königreich als solches existiert allerdings erst seit dem „Act of Union“, in dem 1707 England, Schottland und Wales gesetzlich vereinigt wurden. 1800 kam im „Union Act“ Irland mit dazu und so entstand letztendlich das „Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland“, aus dem im Laufe des 19. Jahrhunderts schließlich eine parlamentarische Monarchie wurde.

Diese Monarchie, wie sie heute existiert, steht immer mehr in der Kritik. Gegner des Königshauses berufen sich unter anderem auf die hohen Kosten, die durch die Monarchie verursacht werden. Die königliche Familie muss keine Steuern zahlen, wird durch staatliche Zuschüsse finanziert und bekommt zusätzlich staatliche Unterstützung für Polizeischutz bei Besuchen, offiziellen Veranstaltungen usw. Außerdem sprechen viele Bürger König Charles, der seit dem Tod seiner Mutter regiert und nun als das neue Oberhaupt gekrönt wurde, nur wenig Vertrauen zu, sie sehen ihn als zu unerfahren in seinem Amt an. Hinzu kommen die vielen Krisen, die mit der britischen Krone und ihrer Geschichte verbunden sind, wie bspw. der frühere Sklavenhandel und der damalige Umgang mit den Menschen in den britischen Kolonien, sowie die Skandale rund um die königliche Familie, unter anderem der Umgang mit der Ehe zwischen Prince Charles und Princess Diana, deren Tod oder auch das Verlassen des Königshauses von Prince Harry und seiner Frau Meghan Markle.

Andererseits gibt es natürlich auch Befürworter der Monarchie, die diese als bessere Repräsention des Landes und dessen Traditionen und Geschichte ansehen. Sie stellt eine Konstante dar, die auch bei Veränderungen in der Politik nicht verschwindet. Der Monarch ist zudem unparteiisch und es werden, trotz der hohen Ausgaben für die königliche Familie, viele Einnahmen alleine aufgrund des Tourismus gemacht, der zu einem großen Teil wegen der Monarchie existiert.

Die Frage, ob die Monarchie im Vereinigten Königreich wirklich abgeschafft werden sollte, ist insgesamt ein sehr komplexes Thema, das viele Menschen in Großbritannien beschäftigt und die Gesellschaft durchaus auch spaltet.

Quellen:

Internet:

https://www.tagesschau.de/queen-befugnisse-koenig-101.html

https://www.studysmarter.de/schule/englisch/landeskunde-englisch/british-monarchy/

https://www.royal.uk

https://www.dw.com/de/großbritannien-und-der-lange-schatten-der-sklaverei/a-53846760