Von links nach rechts: Stellvertretender Schulleiter Christoph Babinger, Angel Ozor, Erleta Stublla, Alexandra Gross, Alissa Schramm, Hannah Penker, Organisator Michael Menauer
Fünf unserer Schülerinnen nahmen im November 2025 am europaweiten Übersetzungswettbewerb Juvenes Translatores der Europäischen Kommission teil. Mit großer Motivation und Begeisterung tauchten sie in die Kunst des Übersetzens ein – in jenes feine Zusammenspiel aus Sprache, Bedeutung und kulturellem Verständnis. In der Praxis bedeutete das, dass die Seligenthalerinnen gleichzeitig mit Teilnehmenden aus 719 anderen europäischen Schulen online an einem unbekannten Text feilten. Dabei konnte aus jeder europäischen Sprache in jede andere europäische Sprache übersetzt werden und es zeigte sich, dass Übersetzen weit mehr ist als das bloße Übertragen von Wörtern: Es öffnet im Idealfall Wege zwischen Menschen und lässt die europäische Idee aufleben.
Die Seligenthalerinnen bei der intensiven Arbeit, rund 3500 Teilnehmende in Europa sind gleichzeitig an den Laptops
Als Anerkennung für ihre Teilnahme erhielten die Schülerinnen und Schüler stilvolle T-Shirts aus Brüssel. Solche Wettbewerbe zeigen, wie lebendig und bedeutend Sprachkompetenz trotz der KI-Konkurrenz bis heute bleibt. Und ganz nebenbei: die Sieger in jeder Sprache werden für drei Tage nach Brüssel eingeladen. Wir drücken die Daumen!
In den letzten Jahren hat die Künstliche Intelligenz (KI) in vielen Lebensbereichen an Bedeutung gewonnen. Sie hilft uns beim Lernen, Spielen und sogar im Alltag. Doch mit diesen Fortschritten kommen auch Risiken und Gefahren, die es wert sind, genauer betrachtet zu werden. In diesem Artikel wollen wir uns mit den möglichen Gefahren der KI auseinandersetzen, die insbesondere für Kinder, Jugendliche, die Gesellschaft und die Politik relevant sind.
1. Risiken für Kinder und Jugendliche
a. Datenschutz und Privatsphäre: Viele Apps und Spiele sammeln Daten über ihre Nutzer. Kinder und Jugendliche sind oft nicht in der Lage, die Bedeutung ihrer Daten zu verstehen oder ihre Privatsphäre zu schützen. Dies kann zu einem Missbrauch ihrer Daten führen.
b. Einfluss von Algorithmen: Soziale Medien und Plattformen nutzen Algorithmen, um Inhalte auszuwählen. Diese können ein verzerrtes Weltbild fördern oder dazu führen, dass Jugendliche in einer Filterblase leben, in der sie nur noch Informationen sehen, die ihre bestehenden Ansichten bestätigen.
c. Cybermobbing: Durch KI-gestützte Plattformen können anonyme Angriffe und Mobbing leichter organisiert werden. Dies hat gravierende psychische Folgen für die Betroffenen und kann zu einem Gefühl der Isolation führen.
2. Gefahren für die Gesellschaft
a. Jobverlust: Automatisierung durch KI kann zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen, besonders in Branchen, die einfache, repetitive Aufgaben übernehmen. Dies könnte wirtschaftliche Ungleichheit verstärken und soziale Spannungen verursachen.
b. Verbreitung von Fehlinformationen: KI kann verwendet werden, um Fake News zu erstellen oder zu verbreiten. Diese Falschinformationen können das Vertrauen in Medien untergraben und die öffentliche Meinung manipulieren.
c. Sicherheit: KI wird zunehmend in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt, wie z.B. in Überwachungssystemen. Dies wirft Fragen zur Privatsphäre und zum Missbrauch von Technologien auf, die in die persönlichen Freiheiten eingreifen können.
3. Politische Risiken
a. Einfluss auf Wahlen: Künstliche Intelligenz kann genutzt werden, um Wähler gezielt zu beeinflussen, indem sie maßgeschneiderte Inhalte erstellt. Dies könnte die Demokratie gefährden und das Vertrauen in Wahlprozesse untergraben.
b. Automatisierte Entscheidungen: Regierungen könnten zunehmend auf KI setzen, um Entscheidungen zu treffen, die das Leben der Bürger betreffen. Dabei besteht die Gefahr, dass diese Systeme voreingenommen oder untransparent sind, was zu Ungerechtigkeiten führen kann.
c. Militärische Anwendungen: Der Einsatz von KI im Militär, wie autonome Waffensysteme, wirft ethische Fragen auf. Die Verantwortung für Entscheidungen in Kriegszeiten könnte an Maschinen delegiert werden, was die menschliche Kontrolle über solche Prozesse gefährdet.
Fazit
Die Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz bringen sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Während KI das Potenzial hat, unser Leben zu verbessern, ist es wichtig, sich der Gefahren bewusst zu sein und aktiv Maßnahmen zu ergreifen, um diese Risiken zu minimieren. Besonders Kinder und Jugendliche sollten in ihrer Medienkompetenz gestärkt werden, um sicherer mit diesen Technologien umzugehen. Auch in der Gesellschaft und Politik ist es wichtig, einen verantwortungsvollen Umgang mit KI zu fördern, um eine positive und gerechte Zukunft zu gestalten.
Indem wir die Chancen nutzen und die Gefahren im Blick behalten, können wir gemeinsam an einer verantwortungsvollen und sicheren Integration von Künstlicher Intelligenz in unsere Gesellschaft arbeiten.
Der Social-Media-Gigant TikTok steht Berichten zufolge vor einer Expansion. Die Plattform plant die Umsetzung eines eigenen europaweit zugänglichen Onlineshops.Dieser Schritt könnte Auswirkungen auf die gesamte E-Commerce-Branche Europas haben.
TikTok hat in Deutschland momentan rund 20 Million Nutzer, darunter befinden sich vor allem Jugendliche. Die Plattform besteht aus bearbeiteten und mit Sounds oder Filtern hinterlegten Kurzvideos. Sie dient hauptsächlich zur Unterhaltung.
Das chinesische Social-Media-Format dominiert aktuell Trends und Mode. Gleichzeitig ist es auch eine sehr erfolgreiche Werbeplattform, die von Influencern zur Vermarktung von Produkten verwendet wird. Nun steht die Theorie im Raum, der Konzern wolle einen eigenen Onlineshop starten, um Onlinehandel auf europäischer Basis zu betreiben.
Es gibt zahlreiche Indizien, die dafürsprechen. Beispielsweise existiert das Konzept bereits in einigen Ländern, denn das Unternehmen führt dort einen solchen Onlineshop. In den USA, Großbritannien und einzelnen asiatischen Ländern ist es Nutzern bereits möglich, direkt in der TikTok-App Einkäufe zu tätigen. Der Onlineshop trägt dort den Namen TikTok Shop und vereinfacht den gesamten Prozess. Konsumenten können somit auf direktem Weg in der TikTok-App einkaufen. Das Konzept funktioniert also und lässt sich somit theoretisch auf weitere Länder übertragen.
Ein weiterer Aspekt, der darauf schließen lässt, sind auch einige vor kurzem geschaltete Stellenanzeigen für TikTok-Mitarbeiter. In Amsterdam suchte der Konzern beispielsweise nach einem ,,Senior Fulfillment Solutions Manager“, in dessen Aufgabenfeld der Aufbau eines ,,Warenlager-Netzwerkes“ und ,,[…]die Planung und der Entwurf von Logistiklösungen für Großbritannien und die gesamte EU[…]“(https://omr.com/de/daily/tiktok-shop-europa) falle. Die Suche nach Mitarbeitern auf einer Position mit derartigen Qualifikationen ist in diesem Kontext auffällig. Schließlich erfordert die genannte Arbeitsstelle Kenntnisse, die auch beim Betrieb eines internationalen Onlineshops benötigt werden.
TikTok stellt aufgrund seiner bereits bestehenden Reichweite außerdem eine potenzielle Konkurrenz für andere Onlinehändler dar. Beispielsweise für die beiden Unternehmen Otto und Zalando, die beide vor kurzem noch Verluste verzeichneten. Auch die Tagesschau fragt sich, ob ,,[..] TikTok bald Europas Onlinehandel Konkurrenz [..]“(Startet TikTok bald einen eigenen Onlinehandel in Europa? | tagesschau.de) machen könnte. Falls der Konzern also tatsächlich seinen Onlinehandel in Zukunft in ganz Europa betreibt, könnte ihm sein Konzept hohe Gewinne einbringen und er könnte große Marktmacht erlangen. Vermutlich wird er sogar eine führende Kraft in der europäischen E-Commerce-Branche werden.
Was man jedoch nicht außer Acht lassen sollte, ist, dass diese Entwicklung auch negative Folgen mit sich bringen kann. Die Nutzerbasis der Plattform bildet die jüngere Generation. Sie wäre somit als Zielgruppe von TikTok Shop vorgesehen. Viele Jugendlichen sind jedoch nicht geübt im richtigen Umgang mit Geld. Durch den Einfluss der sozialen Medien und der Vielzahl an Trends könnte es zu mehreren unüberlegten Kaufhandlungen kommen, was sogar zu Verschuldung führen könnte. Jugendliche Nutzer wären dem also gewissermaßen ausgeliefert.
Bisher wurden die Spekulationen über den Einstieg des Social-Media-Giganten in den europäischen Onlinehandel noch nicht offiziell bestätigt. Doch inoffiziell gab es bereits Andeutungen einzelner Mitarbeiter bezüglich der Expansion von TikTok Shop für Anfang 2024. Ob und in welchem Ausmaß der Konzern den europäischen Markt beeinflussen könnte, lässt sich momentan nur vermuten.
Christoph WittmannHerr Babayigit im VideochatGökalp Babayigit
Die Klasse 10b befragte Medienvertreter: Hat Journalismus überhaupt noch eine Zukunft?
Glaubt man den Experten und dem Chatbot selbst: ja, unbedingt!
Wir, die Klasse 10b, beschäftigten uns im Fach Sozialpraktische Grundbildung vertieft mit dem Thema Medien und untersuchten unter anderem, vor welche Herausforderungen das Berufsfeld aktuell durch ChatGPT, Social Media und Fake News gestellt wird.
Christoph Wittmann (Bayerischer Rundfunk)
Auch die Rolle und den Aufbau der Öffentlich-Rechtlichen Nachrichtensender (ÖRR) betrachteten wir näher. Natürlich recherchierten wir hier auch die jüngsten Skandale (z.B. rund um den rbb), jedoch wollten wir es dann doch noch genauer wissen und luden Christoph Wittmann – einen Redakteur der Sendung „quer“ (BR) – ein, um ihn zu interviewen.
Unser Gast zeigte uns anfangs gleich auf, wie umfangreich der Auftrag an den ÖRR aussieht und wie herausfordernd es ist, die richtigen Schwerpunkte zu setzen und alle Interessensgruppen möglichst ausgewogen und zeitgemäß zu bedienen.
Im Anschluss sprachen wir gemeinsam über die Komplikationen, die entstehen, wenn Menschen nur noch Social Media benutzen und keine Qualitätssendungen konsumieren. Wieso ist das so problematisch? Nun, öffentlich-rechtliche Nachrichten geben zum Beispiel ihre Quellen an und versuchen Fake News zu enthüllen. Das ist aufwendig und kostet enorm viel Geld, schafft aber auch Vertrauen. Der Job der Journalistin, so Christoph Wittmann, werde sich sicherlich verändern, aber das genaue Einordnen von Nachrichten und das Unterscheiden von Wahr und Falsch, das seien Bereiche, in denen Chat-GPT den Menschen auf absehbare Zeit nicht ersetzen könne.
Natürlich interessierte uns auch brennend, wie lange es denn dauert, einen Fernsehbeitrag zu filmen, was dabei wichtig ist und wie viele Menschen daran beteiligt sind. Das taten wir anhand eines fünf-minütigen Clips, an dessen Entstehung unser Gast für „quer“ mitverantwortlich war. In diesen fünf Minuten steckten, so der Redakteur, etwa eine Woche Arbeit und es seien viele Leute involviert. Wir nahmen Christoph Wittmann auf jeden Fall ab, dass er seinen „absoluten Traumjob“ gefunden hat und sind froh, dass er in seinem „kommunikativen Job den PolitikerInnen oft ziemlich auf die Nerven gehen muss.“
Gökalp Babayiğit (Süddeutsche Zeitung)
Wenige Tage darauf wurde uns die Möglichkeit geboten, per MicrosoftTeams ein Interview mit dem Geschäftsführenden Redakteur und stellvertretenden Nachrichtenchef der Süddeutschen Zeitung (SZ), Gökalp Babayiğit, zu führen. Ein absolutes Highlight!
Gleich zu Beginn unserer Fragerunde erklärte uns der Herr Babayiğit, dass er und sein Team seit Längerem daran arbeiten, die SZ gerade für junge Medienkonsumenten attraktiv zu gestalten, z.B. mit verstärkter Präsenz auf Instagram. Junge Menschen könnten so seriöse Quellen in ihren Alltag integrieren. Im Moment folgen 700.000 Menschen der SZ!
Unser Interviewpartner bot uns eine große Bandbreite an Informationen über seinen Arbeitsalltag als Journalist und stellvertretender Ressortleiter. Außerdem erläuterte er, dass hinter jedem Artikel, der von der SZ veröffentlicht werde, nicht nur ein einzelner Reporter, sondern ein ganzes Team stecke. Vor allem an der Recherche seien mehrere Mitarbeiter beteiligt, z.B. Berichterstatter vor Ort, Korrespondenten im Ausland, aber auch Nachrichtenagenturen, die bei der Informationsbeschaffung unterstützen. Herr Babayiğit verwies hier auf die „Kunst des Weglassens“, die für ihn den essenziellsten Bestandteil seiner Arbeitsweise darstelle: „Wir könnten jeden Tag fünf Zeitungen füllen, mit dem, was auf der Welt passiert, wir müssen aber aussuchen, was das Wichtigste für den Leser ist. Und das ist die Aufgabe: Information bewerten, prüfen, recherchieren und verifizieren lassen und dann so aufschreiben, dass es jeder versteht!“
Unweigerlich bewegte sich der Fokus aber dann wieder auf Fragen, die wir bereits mit Herrn Wittmann intensiv diskutiert hatten. Bedeuten die sozialen Medien und künstliche Intelligenzen wie ChatGPT das Ende des Journalismus?
Soziale Medien sind durch ihre Präsenz und Relevanz in unserer Gesellschaft eine häufig genutzte und präferierte Informationsquelle, die durch ihre Kürze und Simplizität überzeugt. Herr Babayiğit sieht das durchaus kritisch: „Wir merken es immer, wenn irgendetwas Großes passiert in der Welt, an unseren Leserzahlen, dass die Leute Orientierung suchen. Sie wollen unbedingt geprüfte, journalistisch saubere Nachrichten lesen. (…) Das heißt meines Erachtens wird Journalismus immer wichtiger, durch diese ganzen Entwicklungen.“
Uns wurde wieder bewusst, dass der Beruf und das Handwerkszeug der Journalistin weiterhin erlernt werden muss, um die Verbreitung von Falschmeldungen zu reduzieren und zu minimieren. Genau wie Herr Wittmann bezeichnete Herr Babayiğit seinen Beruf als „Traumjob“, den er schon seit der 5. Klasse verfolge.
Herr Babayiğit gewährte uns einen informativen und umfangreichen Einblick in das Berufsfeld Journalismus und Medienarbeit. Sicherlich inspirierte er damit einige SchülerInnen für die Wahl eines späteren Berufsfeldes.
Abschließend bedanken wir uns herzlich bei Christoph Wittmann, Gökalp Babayiğit und unserem Lehrer Herr Menauer, dass uns dieses Projekt ermöglicht wurde.
Dieses Jahr nahmen vier Schülerinnen des Gymnasiums Seligenthal in einem Team namens „Green Choice“ am Wettbewerb „Young Economic Summit“, kurz „YES!“, teil. „Green Choice“ erarbeitete ein Konzept zum Thema Umwelt, welches dem Team den zweiten Platz bescherte. Die Preisverleihung und ein Treffen mit Vertretern des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz fanden diesen Dezember in Berlin statt. Die Teammitglieder Elena Strasser und Barbara Paintner sprechen im folgenden Interview über ihre Erfahrungen:
Was hat euch dazu bewegt, am Wettbewerb teilzunehmen?
Elena:
„Wir haben schon vorletztes Jahr beim ‚Ideen machen Schule‘-Wettbewerb mitgemacht und waren erfolgreich. Es gab also schon ein eingespieltes Team und ein Lehrer hat uns dann das ‚YES!‘ vorgestellt. Wir haben uns informiert und fanden alles ganz interessant, da es um aktuelle Themen geht. Deshalb haben wir sofort zugesagt und uns ein Konzept überlegt.“
Und wie lautet euer Konzept?
Elena:
„Wir mussten einen Lösungsvorschlag zum Thema ‚Klima am Limit – Klimaschutz auf lokaler Ebene‘ finden. Anfangs dachten wir an etwas mit Energie-Sparen, was auch aktuell ist, aber das ist in der Umsetzung gescheitert. Deswegen haben wir uns dazu entschieden, eine App zu entwickeln, mit der wir durch bewusstes Essen in Kantinen und Mensen den Klimaschutz fördern können. Ernährung macht nämlich fast 30 Prozent unseres ökologischen Fußabdrucks aus und vegane und vegetarische Gerichte sind oft umweltfreundlicher als Fleisch-Gerichte. Wir möchten einfach ein größeres Bewusstsein dafür schaffen, was gut und was schlecht für die Umwelt ist, und oft unattraktive, aber umweltfreundliche, Gerichte attraktiver machen.“
Wie genau funktioniert eure App?
Barbara:
„Die App ist mit einer Mensakarte verbunden und hat mehrere Funktionen. Einerseits kann man die Gerichte bewerten und eine Rückmeldung dazu geben, was man sich wünschen würde, was man noch verbessern kann und was einem nicht so gut geschmeckt hat. Dann kann man abstimmen, was es in der nächsten Woche geben soll, damit die Lieblingsgerichte – natürlich die vegetarischen – öfters gekocht werden. Noch eine Funktion ist, dass man seinen eigenen CO2-Fußabdruck für die Gerichte, die man schon verzehrt hat, anschauen kann. Man kann auch Punkte sammeln, wenn man ein sehr CO2-armes Gericht kauft und bekommt dafür einen Rabatt.“
Ihr habt im Finale den zweiten Platz erzielt. Wieso war eure Idee so erfolgreich?
Barbara:
„Es gab viele andere Ideen, die sehr unrealistisch waren. Bei uns muss man zwar die App programmieren und das Konzept einführen, aber es ist möglich. Es waren auch Teams aus Amerika dabei und dort ist das Schulessen sehr ungesund, es gibt viel Fleisch und Frittiertes. Vor allem bei denen ist die Idee gut angekommen, weil sie sich das selbst in ihrer Kantine wünschen würden.“
Elena:
„Uns hat auch sehr geholfen, dass die Schul-Teams die anderen Teams bewerten und gerade für junge Leute ist Klimaschutz ein wichtiges Thema.“
War das Feedback der politischen Vertreter in Berlin auch so positiv?
Elena:
„Wir haben in Berlin relativ wenig Feedback bekommen. Aber sie waren von allen Ideen, weil es die besten waren, sehr angetan. Es kam auch Rückmeldung aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Sie meinten, dass sie es wichtig finden, bei der Ernährung auf Umweltschutz zu achten und dass sie versuchen, das in Kantinen so gut, wie es geht, umzusetzen.“
Wie sieht die Zukunft eures Projekts aus?
Barbara:
„Es ist schwierig, es persönlich umzusetzen. Es wäre sehr zeitaufwändig und man braucht gewisse finanzielle Mittel, um unsere App zu programmieren. Unser Plan war, dass eine Hochschule unsere App programmiert, aber die Studenten hatten kein Interesse. Wir würden jedoch unsere Idee zu Verfügung stellen, falls jemand die Zeit investieren und ‚Green Choice‘ unterstützen will.“
Der Zeitaufwand würde sich lohnen und ich wünsche euch, dass ihr Interessenten findet!
Das Internet ermöglicht eine völlig neue Dimension der Berichterstattung und Informationsbeschaffung. Das Internet ist ein Ort, an dem jeder hochladen und sagen kann, was er möchte, was zweifelsfrei ein positiver Aspekt sein kann. Doch gerade wenn es um heikle politische Themen geht, kann diese neue Art der Informationsbeschaffung gerade in den sozialen Netzwerken negative Begleiterscheinungen hervorrufen. Das Internet ist nämlich auch oberflächlich und durch die Algorithmen der sozialen Netzwerke sehr einseitig, was gerade, wenn es um Informationsbeschaffung geht, sehr gefährlich werden kann.
Als Beispiel für diese negativen Begleiterscheinungen nehme ich in diesem Artikel den „Nahostkonflikt“ zwischen Israel und Palästina. Im Mai eskalierte der Konflikt erneut. Es gab tote Zivilisten, Zerstörung und Leid. Binnen weniger Stunden war das Internet überflutet von Videos aus den betroffenen Regionen. Die Hashtags „Free Palestine“ und „Pray for Israel“ „trendeten“ auf Twitter. Das Problem war nun, das viele Menschen ihren Beitrag leisten wollten und leisteten und Videos mit den oben genannten Hashtags verbreiteten. Zwar fand man unter diesen Hashtags auch oft fundierte Videos, in denen der Konflikt erklärt wurde, doch die überwiegende Mehrheit der Videos war populistisch, äußerst oberflächlich und meistens fand in ihnen auch ein starkes Schwarz-Weiß-Denken statt. Es dauerte nicht lange, da war man als Internetnutzer fast schon gezwungen, für eine Seite Partei zu ergreifen. Es kam zu einer Atmosphäre die der eines Fußballstadions glich, in der Fans ein Team nahezu blind anfeuern. Hinzu kommt, dass viele sozialen Netzwerke auf Kurzvideos oder Kurznachrichten ausgerichtet sind, was es wiederum unmöglich macht, einen derart komplexen Konflikt angemessen zu erklären. Die sozialen Netzwerke boten den idealen Nährboden für selbsternannte „Internet-Aktivisten“, die Stimmung machten und die moralisch und politische Unfehlbarkeit der eigenen Seite predigten.
Genau das ist ein Problem, welches nicht unterschätzt werden darf. Der Nahostkonflikt ist derart komplex und vielschichtig, dass er, wenn überhaupt, nur durch Diskurs gelöst werden kann. Beide Konfliktparteien müssten zueinanderfinden und zusammen an einer Lösung arbeiten. Und nicht nur die jeweiligen Regierungschefs, sondern auch wir hier in Deutschland. Das Zusammenleben zwischen Israelis und Palästinensern in Deutschland darf nicht durch die Hetze und blinde Weiterverbreitung oberflächlicher und einseitiger Informationen und der daraus resultierenden Frontenbildung gefährdet werden. Was soll überhaupt das Ziel einer online „Anti-Israel-Kampagne“ oder einer „Anti-Palästina-Kampagne“ sein? Sollte man sich nicht immer beide Meinungen anhören und vor allem das fundiert erarbeiten, was vor sich geht, und dabei gleichzeitig jedem zugestehen, sich seine eigene Meinung bilden zu dürfen?
Das Internet bietet unzählige Möglichkeiten, auf Themen aufmerksam zu machen ohne Partei zu ergreifen. Die Macht des Internets kann dafür genutzt werden, eine Lösung zu finden, zu Solidarität aufzurufen und ein gemeinsames Miteinander zu fördern. Doch viele „Internet-Aktivisten“ sind wohl der Meinung, mit allen Mitteln Leute für die eigene Sache zu gewinnen, auch wenn es nicht zur Problemlösung, sondern im Gegenteil, zur Problemverschärfung beiträgt.