Archiv der Kategorie: Armut global

Kinderarmut in Mexiko: Herausforderungen und Perspektiven

„Denen, die wirklich arm sind, muss man helfen.“ Mit diesen Worten von Martin Luther rückt die Realität der Kinderarmut in Mexiko in den Fokus. In einem Land von umfangreicher Kulturgeschichte und Vielfalt stehen diese Worte als Aufruf zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit den sozialen Herausforderungen und Bedrohungen. In Mexiko gilt dies insbesondere der jüngeren Generation.

Probleme wie Gewalt, Unterernährung, mangelnder Zugang zu Bildung und Versorgung der Gesundheit stellen eine drastische Bedrohung für die betroffenen Kinder dar. Höchste Priorität und Aufgabe ist es, die Kinderarmut zu überwinden und die sozialen Ungleichheiten auszugleichen.

Mexiko ist ein Land großer Diversität und Ungleichheiten. Das Schwellenland steht an 15. Stelle der größten Volkswirtschaften und übernimmt wichtige Aufgaben bei der Bewältigung weltweiter und regionaler Herausforderungen. Es wird als Schwellenland bezeichnet, da es sowohl reiche Ressourcen als auch wirtschaftliche Ungleichheiten hervorruft. Die Wirtschaft ist geprägt von Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungen. Zahlreiche Unternehmen nutzen die niedrigen Löhne für ihre Produktions- und Fertigungsstätten. Mexiko ist demnach ein bedeutender Exporteur von Elektronik, Fahrzeug- und Machinenbauteilen. Doch das Vermögen zwischen den Bevölkerungsgruppen ist äußerst ungleich verteilt.

Obwohl die Entwicklung im Norden und Zentrum des Landes vorangetrieben wurde, ist der Süden noch mit den sozialen und ökonomischen Schwierigkeiten eines Entwicklungslandes konfrontiert. Dort lebt der größte Teil der indigenen Bevölkerung, die immer noch wirtschaftlich und strukturell ausgegrenzt wird.

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. Armut, schlechte Bildungsmöglichkeiten, Korruption und Drogenhandel bestimmen in Mexiko den Alltag. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Süden Mexikos leidet unter diesen Bedrohungen. Vor allem die Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien bekommen diese Problemen drastisch zu spüren.

Die weit verbreitete Armut ist mitunter die Hauptursache für den mangelnden Zugang zu angemessener Bildung, Gesundheitsvorsorge und Ernährung. Durch die Armut kommt es häufig zu einer Unterernährung, wovon Kinder, die auf dem Land in armen Verhältnissen aufwachsen, betroffen sind. Diese ernsthafte Dimension wird aufgrund finanzieller Einschränkung durch den begrenzten Zugang zu ausreichend nahrhafter Nahrung und Wasser beeinflusst. Darüber hinaus kann die Unterernährung durch die mangelnde Gesundheitsversorgung verschärft werden. Dies führt zu körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen der Entwicklung der Kinder.

Besorgniserregend ist neben der Gefährdung der Gesundheit aufgrund der Armut auch die Gewalt gegen Kinder. Mehr als die Hälfte der Kinder sind Opfer häuslicher Gewalt, dies spiegelt die problematischen Lebensbedingungen vieler Kinder in den armen Regionen Mexikos wider. Denn Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien sind oft die ersten, die die Auswirkungen dieser Herausforderungen zu spüren bekommen. Der Kampf der Familien mit den grundlegenden Bedürfnissen hat eine Vernachlässigung der Kinder und Missbrauch in Form von körperlichen Bestrafungen oder psychischen Ausgrenzungen durch Bezugspersonen zufolge. Zudem werden Straßenkinder oftmals Opfer von Gewalt durch ihre Arbeitgeber oder auch durch Menschenhändler. Ausbeutung und Kinderarbeit ist die Realität in Mexiko, die nicht zu verharmlosen ist.

Um den schlechten Lebensbedingungen der Kinder entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Organisationen, die sich weltweit gegen Kinderarbeit und für eine bessere Zukunft der betroffenen Kinder einsetzen.

UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (United Nations Children’s Fund). Dieses Programm konzentriert sich primär auf das Wohlergehen von Kindern weltweit, es ist in über 190 Ländern im Einsatz und hilft, dass Kinder die Möglichkeit zur Bildung und Versorgung erlagen. Die Organisation finanziert sich durch freiwillige Beiträge und Spenden von Unternehmen oder Privatpersonen. Damit haben sie die Möglichkeit, beispielsweise Brunnen, Schulen oder Gesundheitsstationen auszubauen und somit die Kinder und Familien zu entlasten.

Quellen:

https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/bericht-migration-zentralamerika-mexiko/277394

https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/unicef-einfach-erklaert

https://www.tdh.de/was-wir-tun/projekte/mittelamerika/mexiko/

Lepra – keine ausgerottete Krankheit!

ein Artikel von Katharina Obermeier

Ziel ist es, Lepra weltweit bis 2030 auszurotten. Die Krankheit ist in ärmeren Ländern noch weit verbreitet!

Lepra zählt nicht nur zu den ältesten und heutzutage am weit verbreitetsten Krankheiten. Es ist auch eine sog. vernachlässigte Tropenkrankheit und tritt lauf WHO in mehr als 120 Ländern auf. Jährlich erkranken 210.000 Menschen neu daran. Nach einigen Angaben (u.a. amerikanische Seuchenschutzbehörde) kann es bis zu 20 Jahre dauern, bis die Infektion sichtbar wird, sodass die Symptome oft zu spät erkannt werden. Jedoch ist es schon vor dem Auftreten erster Symptome möglich, sich anzustecken, was eine Eindämmung der Krankheit eher schwierig macht.

Das Leid, das mit einer Infektion einhergeht, äußert sich in Form von Muskel- und Nervenschäden, Verformungen von Händen und Füßen, aber auch Hautausschlägen oder -entzündungen. Lepra ist ein Armutsproblem. Vor allem Menschen, die in Entwicklungsländern leben, sind von Lepra betroffen. Denn die schlechten Lebensbedingungen, die dort herrschen, wie z.B. mangelnde Hygiene oder Hungersnot, erhöhen das Infektionsrisiko. Von den weltweit etwa 2,2 Millionen an Lepra Erkrankten erhalten nur ca. 60 Prozent eine angemessene medizinische Behandlung.

Obwohl man die Krankheit mittlerweile behandeln kann, gibt es noch immer keine Impfmöglichkeit – ein weiterer Aspekt, der die Eindämmung erschwert.Organisationen wie die WHO und DAHW kämpfen schon einige Zeit gegen die Krankheit an. Ihr Ziel ist nämlich die Eindämmung und Ausrottung von Lepra mit Hilfe verbesserter medizinischer Versorgung und Aufklärung über Präventionsmaßnahmen der Bevölkerung. Durch Hautprüfung, Blut- und Urintests wird Lepra nun diagnostiziert. Das ist eine bereits effiziente und gründliche Methode.

Auch wenn die WHO das ursprünglich anvisierte Ziel von einst 2020 jüngst auf 2030 verlegt hat, so kann sie es auch (wenig) später schaffen, Lepra auszurotten. Dafür müssen betroffene Gebiete sowohl besser medizinisch versorgt als auch die Bevölkerung besser aufgeklärt werden.