Archiv für den Tag 21. Dezember 2023

Die Ukraine als Beitrittskandidat für die EU

Am Donnerstag, den 14. Dezember 2023, stimmte der Europäische Rat in Brüssel dem bereits am 8. November 2023 geäußerten Vorschlag der EU-Kommission, Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufzunehmen, zu. Dies soll vor allem ein klares außenpolitisches Zeichen der Solidarität mit der Ukraine sein und zugleich den Kampfeswillen der ukrainischen Bevölkerung gegen den Angriff Russlands stärken. Jedoch wurden bereits Bedenken bezüglich dieser vorerst nur symbolischen Verhandlungen geäußert.

Im Mai des Jahres 2022, als der Ukraine-Krieg bereits begonnen hatte, äußerte der französische Präsident Emmanuel Macron noch, dass die Ukraine ein: „EU-Mitglied der Herzen“ sei, dass die Aufnahme in die EU aber noch Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte dauern würden. Jedoch veränderte der fortdauernde Krieg mit Russland einiges in Bezug auf die Diplomatie mit der Ukraine, weshalb nun Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufgenommen wurden. Dies stelle laut Charles Michel einen „historischen Moment“ dar, welcher vor allem die Glaubwürdigkeit und Stärke der EU zeigt. Auch von Bundeskanzler Olaf Scholz folgte deutlicher Zuspruch. Obwohl die Ukraine noch nicht alle Auflagen für den Beitritt erfülle, so wurden die Beitrittsverhandlungen von der EU-Kommission empfohlen, vor allem weil sich jene Reformmaßnahmen bereits in der Umsetzungsphase befinden. So sollen die Beitrittsverhandlungen erstmal als Symbol der Solidarität mit der Ukraine dienen. Bis die Ukraine ein vollwertiges Mitglied der EU werden würde, würden ohnehin noch viele Jahre vergehen, wie etwa der noch niederländische Regierungschef Mark Rutte äußerte.

Aber bereits jetzt gibt es schon Bedenken, wie es mit einer Aufnahme der Ukraine in die EU weitergehen würde. Vor allem, weil die Ukraine das ärmste Land Europas ist, weit hinter Bulgarien, dem ärmsten Land der EU. Viele befürchten, dass ein Ukraine-Beitritt deswegen Unsummen an Geld verschlingen wird und dass auch viele ärmere EU-Staaten, welche bis jetzt Hilfen aus dem EU-Fond erhalten haben, zu Zahlern werden würden, was sich somit negativ auf die Wohlstandsentwicklung dieser Länder auswirken würde. Vor allem aus dem Agrarfond der EU hätte die Ukraine so viel Ansprüche auf Subventionen wie kein anderes Land. Dies, so fürchten einige Experten, könnte wiederum zu einer Überlastung des gesamten Finanzhaushaltes der EU, aufgrund einer Überbeanspruchung der Geldbezüge, führen. Aber auch die allgegenwärtige Korruption in der Ukraine bereitet vielen noch Sorgen – noch dazu, weil diese sogar in die höchsten Regierungskreise vorgedrungen zu sein scheint.

Trotzdem hat nur der ungarische Regierungschef Viktor Orban sich gegen die Beitrittsverhandlungen ausgesprochen. Während der Abstimmung über diese war Orban deswegen auch im Raum nicht anwesend. Dieses Vorgehen war so mit Orban abgesprochen, da eine Enthaltung bei solchen Bestimmungen nicht vorgesehen ist. Aus diesem Grund sei der Rat der EU auch komplett beschlussfähig gewesen. Orban sprach nach der Abstimmung über die Beitrittsverhandlungen, von einer „völlig sinnlosen, irrationalen und falschen Entscheidung“, da die Ukraine laut ihm einige der Reformauflagen noch nicht vollumfänglich erfüllt.

Obwohl die Ukraine auch laut der EU nicht alle Auflagen erfüllt, so sei sie auf dem besten Weg dies zu tun. Auch der Ukraine-Krieg und das damit verbundene geopolitische Interesse, die Ukraine vor Russland zu schützen, stehen bei dieser symbolischen Entscheidung wohl im Vordergrund. Auch wenn Ungarn sowie andere Gruppierungen ihre Bedenken über die Beitrittsverhandlungen geäußert haben, werden diese viele Ukrainer in ihrer pro-europäischen Haltung bestärken und könnten so ein weiteres und stärkeres Zusammenwachsen Europas fördern.

Quellen:

EU eröffnet Beitrittsverhandlungen mit Ukraine und Moldau | tagesschau.de

EU-Gipfel: Warum ein Ukraine-Beitritt auch Risiken birgt | tagesschau.de

EU-Kommission für Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine | tagesschau.deHohe Erwartungen der Ukraine an den EU-Gipfel | tagesschau.de

Kinderarmut in Mexiko: Herausforderungen und Perspektiven

„Denen, die wirklich arm sind, muss man helfen.“ Mit diesen Worten von Martin Luther rückt die Realität der Kinderarmut in Mexiko in den Fokus. In einem Land von umfangreicher Kulturgeschichte und Vielfalt stehen diese Worte als Aufruf zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit den sozialen Herausforderungen und Bedrohungen. In Mexiko gilt dies insbesondere der jüngeren Generation.

Probleme wie Gewalt, Unterernährung, mangelnder Zugang zu Bildung und Versorgung der Gesundheit stellen eine drastische Bedrohung für die betroffenen Kinder dar. Höchste Priorität und Aufgabe ist es, die Kinderarmut zu überwinden und die sozialen Ungleichheiten auszugleichen.

Mexiko ist ein Land großer Diversität und Ungleichheiten. Das Schwellenland steht an 15. Stelle der größten Volkswirtschaften und übernimmt wichtige Aufgaben bei der Bewältigung weltweiter und regionaler Herausforderungen. Es wird als Schwellenland bezeichnet, da es sowohl reiche Ressourcen als auch wirtschaftliche Ungleichheiten hervorruft. Die Wirtschaft ist geprägt von Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungen. Zahlreiche Unternehmen nutzen die niedrigen Löhne für ihre Produktions- und Fertigungsstätten. Mexiko ist demnach ein bedeutender Exporteur von Elektronik, Fahrzeug- und Machinenbauteilen. Doch das Vermögen zwischen den Bevölkerungsgruppen ist äußerst ungleich verteilt.

Obwohl die Entwicklung im Norden und Zentrum des Landes vorangetrieben wurde, ist der Süden noch mit den sozialen und ökonomischen Schwierigkeiten eines Entwicklungslandes konfrontiert. Dort lebt der größte Teil der indigenen Bevölkerung, die immer noch wirtschaftlich und strukturell ausgegrenzt wird.

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. Armut, schlechte Bildungsmöglichkeiten, Korruption und Drogenhandel bestimmen in Mexiko den Alltag. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Süden Mexikos leidet unter diesen Bedrohungen. Vor allem die Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien bekommen diese Problemen drastisch zu spüren.

Die weit verbreitete Armut ist mitunter die Hauptursache für den mangelnden Zugang zu angemessener Bildung, Gesundheitsvorsorge und Ernährung. Durch die Armut kommt es häufig zu einer Unterernährung, wovon Kinder, die auf dem Land in armen Verhältnissen aufwachsen, betroffen sind. Diese ernsthafte Dimension wird aufgrund finanzieller Einschränkung durch den begrenzten Zugang zu ausreichend nahrhafter Nahrung und Wasser beeinflusst. Darüber hinaus kann die Unterernährung durch die mangelnde Gesundheitsversorgung verschärft werden. Dies führt zu körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen der Entwicklung der Kinder.

Besorgniserregend ist neben der Gefährdung der Gesundheit aufgrund der Armut auch die Gewalt gegen Kinder. Mehr als die Hälfte der Kinder sind Opfer häuslicher Gewalt, dies spiegelt die problematischen Lebensbedingungen vieler Kinder in den armen Regionen Mexikos wider. Denn Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien sind oft die ersten, die die Auswirkungen dieser Herausforderungen zu spüren bekommen. Der Kampf der Familien mit den grundlegenden Bedürfnissen hat eine Vernachlässigung der Kinder und Missbrauch in Form von körperlichen Bestrafungen oder psychischen Ausgrenzungen durch Bezugspersonen zufolge. Zudem werden Straßenkinder oftmals Opfer von Gewalt durch ihre Arbeitgeber oder auch durch Menschenhändler. Ausbeutung und Kinderarbeit ist die Realität in Mexiko, die nicht zu verharmlosen ist.

Um den schlechten Lebensbedingungen der Kinder entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Organisationen, die sich weltweit gegen Kinderarbeit und für eine bessere Zukunft der betroffenen Kinder einsetzen.

UNICEF ist das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (United Nations Children’s Fund). Dieses Programm konzentriert sich primär auf das Wohlergehen von Kindern weltweit, es ist in über 190 Ländern im Einsatz und hilft, dass Kinder die Möglichkeit zur Bildung und Versorgung erlagen. Die Organisation finanziert sich durch freiwillige Beiträge und Spenden von Unternehmen oder Privatpersonen. Damit haben sie die Möglichkeit, beispielsweise Brunnen, Schulen oder Gesundheitsstationen auszubauen und somit die Kinder und Familien zu entlasten.

Quellen:

https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/bericht-migration-zentralamerika-mexiko/277394

https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/unicef-einfach-erklaert

https://www.tdh.de/was-wir-tun/projekte/mittelamerika/mexiko/