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Kommentar: Tierversuche beenden – LPTs schließen!

„Wir fordern eine sofortige, strenge und unabhängige Kontrolle der Versuche und Transparenz für die Öffentlichkeit.“

Das ist die Devise, die der SOKO Tierschutz e. V., eine gemeinnützige Organisation, seit mehreren Monaten verfolgt. Allein im Jahr 2019 hat der Verein viel geschafft, z. B. die Schließung des Schlachthofs Düdenbüttel, drei Jahre Haft für Schweinemäster, das Tierhalteverbot des Milchbetriebs Demker oder die größte Tierschutzdemo Deutschlands, bei der ich auch gleich inhaltlich anschließen möchte. An dieser Demo, am 16.11.2019 in Hamburg, haben mehr als 10.000 Menschen aus den verschiedensten Ländern (z. B. Deutschland, Österreich, Schweiz) mitgewirkt. Wie ist aber eigentlich diese riesige Demonstration zustande gekommen?

Der wohl größte Auslöser dafür war das Todeslabor, das LPT, in Hamburg. Kritiker haben davon Bilder sowie Videos hochgeladen, um auf die in diesem Labor geschehenen Verbrechen aufmerksam zu machen. Das aufgenommene Material zeigte das grausame Leid der Tiere. Hunde und Katzen sowie Affen wurden unter grausamen Bedingungen gehalten. Die Tiere wurden verätzt, vergiftet, ertränkt und zum Erblinden gebracht. Allein in diesem Labor misshandelte man 200 Hunde, 50 Katzen und 170 Affen – und es gibt mehrere hundert dieser Labore innerhalb Deutschlands. Schätzungen zufolge sterben alleine etwa 1700 Hunde durch Tierversuche in Deutschland. Tatsächlich aber haben die Kritik und die vielen Demonstranten etwas gebracht, wie man sehen kann. Tausende von Menschen geben den Tieren eine Stimme. Ihre Stimme. Mittlerweile sind auch alle Tiere aus dem LPT-Labor in Mienenbüttel gerettet und vermittelt.

Eine Sache, die (zusätzlich) erschreckend ist: die oft untätige Politik. Sie enttäuscht in Bezug auf Tierrechte aus meiner Sicht einfach nur und schweigt auch im Fall des LPT-Tierlabors. Wir leben im 21. Jahrhundert und Tiere haben leider immer noch keinen konkreten „Wert“ bzw. „Tierrechte“, obwohl es das Tierschutzgesetz gibt. Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, wäre eine Hoffnungsträgerin für die Überwindung des Tierleides, zumindest im Bereich der Landwirtschaft. Leider geht von ihr momentan ein eher gegenteiliges Signal aus. Die Ministerin möchte zusammen mit der Bundesregierung den Teil der Verordnung streichen, der vorschreibt, dass Sauen in Kastenständen wenigstens die Möglichkeit haben sollen, ihre Gliedmaßen sowie ihren Kopf in der Liegeposition auszustrecken. Das macht einen schon mehr als nachdenklich. Auch Tierschützer sind entsetzt und fordern Grundrechte für Tiere!