Sebastian Fitzek – oder wie ein Arztbesuch einen Star des deutschen Psychothrillers hervorbrachte

„Als die halbe Stunde verstrichen war, wusste er, dass er seine Tochter nie wiedersehen würde.“

So beginnt das Krimi-Debüt von Sebastian Fitzek „Die Therapie“, dass er im Jahr 2006 veröffentlichte. Es folgten weitere Werke wie beispielsweise „Der Augensammler“ (2010) oder „Der Insasse“ (2018). Auf der offiziellen Internetseite des Autors sind unter der Kategorie „Alle Werke“ bereits 39 Bücher aufgelistet, darunter auch sein neuer Psychothriller „Die Einladung“, der ab Ende Oktober 2023 gelesen werden kann, und von den Fans schon mit großer Spannung erwartet wird.

Sebastian Fitzek ist 1971 in Berlin geboren. Aktuell ist er der erfolgreichste deutsche Autor im Genre Psychothriller. Er wurde bereits mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Seine Leidenschaft für Thriller entwickelte sich bereits in seiner Kindheit, als er mit seinem Freund Ender FSK-18-Videos ansah, die dieser aus der Wohnung seines Vaters geschmuggelt hatte. Bis zu seinem 15. Lebensjahr träumte Fitzek davon, Tennisprofi zu werden. Ein weiterer Traumberuf des jungen Sebastian war es Rockstar zu werden, doch auch dieser Wunsch erfüllte sich nicht. Als er merkte, dass auch das Studium der Tiermedizin nicht seinen Vorstellungen entsprach, wechselte er zu Jura und absolvierte das erste Staatsexamen mit anschließendem Doktor im Urheberrecht. Anschließend machte er beim Radiosender 104.6 ein Volontariat und bekam drei Jahre später ein Angebot als Chefredakteur beim Berliner Rundfunk. Fitzeks erste Bücher waren Sachbücher, die er während seiner Zeit als Chefredakteur beim Radio schrieb. Die Idee seinen ersten Thriller zu schreiben fiel Fitzek im Jahr 2000 ein, als er im Wartezimmer eines Arztes auf seine damalige Freundin wartete. Dabei schossen ihm folgende Fragen durch den Kopf: „Was, wenn meine Freundin nie wieder aus dem Praxiszimmer herauskommt? Was, wenn mir alle sagen, sie wäre dort gar nicht erst hineingegangen?“ Mit genau dieser Szene beginnt sein erster Thriller „Die Therapie“. Das Buch handelt von dem Verschwinden eines kleinen Mädchens aus dem Behandlungszimmer ihres Arztes, wobei ihrem Vater gesagt wird, sie hätte dieses nie betreten.

In seinen Thrillern verarbeitet Fitzek Themen und Erlebnisse aus seinem Alltag, von denen er inspiriert wird. Kuriose Situationen, die bei Klassentreffen, Elternabenden oder im Kindergarten seiner Kinder passieren, werden unter anderem zu Szenen in seinen Werken. Fitzeks Bücher, die mittlerweile in vierundzwanzig Sprachen übersetzt werden, sind immer zu Bestsellern aufgestiegen.

Neben seinen Thrillern und den anfangs verfassten Sachbüchern gibt es auch noch Bücher aus einem weiteren Genre. Bei dem Roman „Elternabend“ beschreibt Fitzek dies bereits auf der Titelseite: „Kein Thriller (Auch wenn der Titel nach Horror klingt).“ Im Jahr 2017 brachte der Autor auch ein Kinderbuch namens „Pupsi und Stinki“ auf den Markt. Zu seinen weiteren Werken zählt auch der 2019 veröffentlichte Roman „Fische, die auf Bäume klettern. Ein Kompass für das große Abenteuer namens Leben.“

Der Thrillerautor wird oft gefragt, bei welchem seiner Werke man am besten einsteigen sollte. Er selbst beschreibt seine Bücher als unterschiedlich und vielfältig. Der Leser sollte also danach gehen, was den jeweiligen Vorlieben entspricht, da es sich bei Fitzeks literarischen Erzählungen in der Regel um Einzelgeschichten handelt. Anstatt nur den Klappentext zu lesen, rät er den Lesern vielmehr sich mit den ersten Kapiteln zu beschäftigen, um sich ein besseres Bild von der folgenden Geschichte machen zu können. Mit seinen spannend schaurigen Geschichten wird es Fitzek sicherlich mit seinem neuen Thriller erneut gelingen, seine Fans von seinen Fähigkeiten als „Meister des Grauens“ zu überzeugen und in seinen Bann zu ziehen.  

Quellen

https://www.kino.de/artikel/reihenfolge-der-sebastian-fitzek-buecher–83g4f4cw7x

https://www.stern.de/kultur/sebastian-fitzek-ist-autor-und-meister-des-grauens-33926082.html